„Italien ist die palästinensische Mittelmeerküste“

FUNDSTÜCK:

Die Presse wertet eine Titelgeschichte des italienischen Nachrichtenmagazins „L’Espresso“ aus. Das zitiert nämlich aus angeblichen Tagebüchern Arafats, u.a. die Notizen über Vereinbarungen von Silvio Berlusconi mit dem Palästinenserführer:

Demnach leistete Arafat 1998 in einem Korruptionsprozess gegen Berlusconi einen Meineid. Er sagte aus, die inkriminierten zehn Milliarden Lire – heute rund fünf Millionen Euro –, die als verdeckte Parteienfinanzierung mutmaßlich an die Sozialisten Bettino Craxis geflossen sind, seien für die PLO bestimmt gewesen. Im Gegenzug bedachte Berlusconi die Palästinenser-Führung mit regelmäßigen Zuwendungen, über die Arafat penibel Aufzeichnung führte. […]

„L’Espresso“ erhielt Einsicht und druckte die pikantesten Details ab – von den Geheimverhandlungen, die zum Osloer Friedensabkommen führten, über die Beziehungen zu Staatschefs und Despoten à la Fidel Castro bis zur Italien-Connection. Auf Drängen Arafats ließ 1985 die Regierung in Rom unter Premier Craxi und Außenminister Giulio Andreotti den palästinensischen Terroristen Mohamed Zaidan alias Abu Abbas, den Mastermind der Entführung des italienischen Kreuzfahrtschiffs „Achille Lauro“ im südlichen Mittelmeer, laufen. Er suchte Zuflucht in Tunesien. Im Gegenzug schloss der PLO-Chef einen Antiterror-Pakt mit Italien: keine Terrorangriffe auf italienischem Boden. „Italien ist die palästinensische Mittelmeerküste“, schreibt der Palästinenser-Führer.

Mehr hier: https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5366634/Die-Tagebuecher-des-Jassir-Arafat-und-ein-Treffen-im-Imperial

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