Haarpflege-Werbung ohne Haare aber mit Kopftuch

Wenn ein Kosmetikkonzern für Haarpflegemittel wirbt, dann hätte man früher erwartet, dass man die schön gepflegten Haare zu sehen bekommt, die die Verbraucher vom Produkt überzeugen sollen. Eine Frau, die ihre Haare als gläubige Muslima vollständig unter einem Tuch verbirgt, wäre früher als Werbeträgerin eines westlichen Haarpflegemittel-Herstellers unvorstellbar gewesen. Doch bekanntlich ändern sich die Zeiten und große Konzerne drängt es danach, den Muslimen zu zeigen, wie gut sie den Islam finden. So kommt es zu Meldungen wie dieser:

Amena Khan ist die erste Frau mit Hidschab, die für ein Haarpflegeprodukt von L’Oréal werben sollte. Der französische Kosmetikhersteller machte die britische Beauty-Bloggerin Mitte Januar zum neuen Gesicht der Werbekampagne für das Shampoo „Elvive“.

Der Widersinn, dass eine Frau, die ihre Haare verstecken muss, für schöne Haare einstehen soll, war es nicht, der die Kampagne vorzeitig beendete. Eigentlich hätte Frau Khan ihr Kopftuch noch länger zeigen sollen:

Doch dann tauchten Twitter-Botschaften auf, die Amena Khan 2014 geschrieben und in denen sie Israel als „illegalen Staat“ und „Kindermörder“ bezeichnet hatte. Unter dem Druck der öffentlichen Kritik entschied sich Amena Khan dafür, von der Kampagne zurückzutreten. Sie entschuldigte sich für ihre Äußerungen und drückte ihr Bedauern darüber aus, dass sie damit eventuell jemanden verletzt haben könnte.

Der Vorfall wirft viele Fragen über die Rolle muslimischer Influencer in der Öffentlichkeit und ihre Zusammenarbeit mit westlichen Konzernen auf. Die Idee L’Oréals, eine muslimische Frau in einem Hidschab für ein Shampoo werben zu lassen, war als Scoop gedacht. „Wie viele Marken machen solche Dinge?“, fragte Amena Khan begeistert im Interview mit der Zeitschrift „Vogue“: „Nicht viele. Sie nehmen ein Mädchen mit Kopftuch – dessen Haare man gar nicht sehen kann – und zeigen sie in einer Haar-Kampagne. Denn, was sie wirklich mit dieser Kampagne wertschätzen, sind die Stimmen, die wir haben.“

Irgendwann werden die Unternehmen solch konsequent islamischen Stimmen sicher noch mehr wertschätzen und auch über frühere Israelkritik gnädig hinwegsehen. Sie hat ja schließlich nur geschrieben, dass Israel ein illegaler Staat sei. Das hat doch nichts mit denen zu tun, die zur Vernichtung des jüdischen Staates aufrufen. Das wäre sicher eine islamfeindliche Unterstellung.

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