Sicher zurückfliehen aus dem Heimaturlaub

FUNDSTÜCK:

So viele Verfolgte kommen nach Deutschland und etliche davon plagt offenbar irgendwann großes Heimweh. Das Heimweh wird dann so stark, dass man mal ganz entspannt dorthin fliegen möchte, wo die Verfolger herrschen, vor denen man doch fliehen musste. Deutsche Behörden können das nicht verstehen und geben sich offiziell recht kleinlich in solchen Fällen. Die Beamten wollen einen besuchsweise heimgekehrten Flüchtling nur ungern nach Deutschland zurückfliehen lassen. Aber zum Glück können manche „Flüchtlinge“ bei den Anhängern des Diktators, vor dem tatsächlich Verfolgte fliehen müssen, Heimreisen mit sicherer Rückkehr nach Deutschland buchen:

Cham Wings verspricht in seiner Werbung syrischen Flüchtlingen, sie nach Syrien zu bringen – solche Reisen verstoßen gegen ihre Asylbestimmungen. In sozialen Netzwerken posieren Kämpfer im syrischen Bürgerkrieg von den Fliegern seiner Partner-Airline. Was steckt hinter der Fluggesellschaft Cham Wings?

Die Airline gründete sich im Jahr 2007 als private Fluggesellschaft mit Sitz in Damaskus. Besitzer ist der syrische Geschäftsmann Issam Shammout. […]

Shammout hat offenbar keine schlechten Beziehungen zum Regime von Präsident Bashar Al-Assad. Er ist laut einer regierungsnahen Zeitung Experte im Tourismusministerium. […]

Wer als Asylbewerber nach Deutschland kommt, darf nicht ohne Weiteres in sein Heimatland zurückkehren. Tut er es doch, verwirkt er hier sein Recht auf Asyl. Die Airline Cham Wings versucht offenbar genau damit Geld zu verdienen: syrische Flüchtlinge zwischen Syrien und Deutschland hin und her zu transportieren. […]

„Man fliegt nicht mit dem Reisepass, sondern mit einem syrischen Ausweis nach Syrien.“ Wenn man sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg über einen weiteren Flughafen außerhalb Syriens fliegt, kann bei der Ausreise an der deutschen Grenze niemand erkennen, dass das wahre Ziel der Reise Syrien ist.

Mehr hier: https://correctiv.org/recherchen/flucht/artikel/2018/01/30/einmal-munchen-damaskus-und-zuruck/

1 Kommentar

  1. R. H.

    Also, das muß man doch verstehen. Die Flüchtlinge aus dem deutschen Osten haben auch immer wieder bei der Roten Armee Urlaub gemacht. Meine Großeltern haben ab und zu nachgeschaut, ob der geräucherte Schinken in ihrem ostpreußischen Haus noch im Rauchfang hängt, und sind dann beruhigt wieder bequem und komfortabel in die amerikanische Zone gereist und haben sich dort als arme Flüchtlinge ausgegeben.

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