Zuwanderungs-Betrug vor Gericht

FUNDSTÜCK:

Ein Rechtsanwalt aus Cloppenburg hat sich auf ganz besondere Weise um Zuwanderung und Familiennachzug gekümmert. Der Mann, der der Neuen Osnabrücker Zeitung zufolge auch Chef der SPD-Fraktion im Stadtrat war, hatte syrische Mandanten, die Aufnahmebescheide bekommen wollten. Die Einreisewilligen lebten nicht von Bomben oder Gefechten bedroht in der Heimat, sondern im relativ sicheren Libanon, wollten aber lieber nach Deutschland kommen. Im Libanon ist zwar das Wetter besser und die kulturelle Entfernung zur Heimat nicht so groß, doch pekuniär ist Deutschland nun einmal attraktiver. Zudem wird hier auch niemand gezwungen, sich aus der eigenen muslimischen Herkunftskultur in Richtung Moderne zu öffnen oder sich gar den Regeln und Gebräuchen des Gastlandes anzupassen. Für die Zukunft in einem Land, in dem man als Zuwanderer viele Rechte genießt, aber kaum mit Pflichten geplagt wird, lohnt sich die eine oder andere Investition. Und wenn es die begehrten Aufnahmebescheide nicht direkt von deutschen Behörden gibt, zahlt jeder Zuwanderungswillige gern ein paar Tausend Euro. In diesem Falle nun nicht an einen Schleuser, sondern an einen Anwalt, der versprach, den Aufnahmebescheid zu besorgen.

Der engagierte Anwalt steht jetzt allerdings unter Anklage, denn er soll die Aufnahmebescheide des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einfach selbst erstellt, also gefälscht haben. Eine Einreise mit den gefälschten Aufnahmebescheiden sei den Betroffenen damit nicht möglich gewesen.

Von anderen syrischen Mandanten habe er Geld bekommen, um Angehörigen den Familiennachzug zu ermöglichen. Die Zuwanderungswilligen lebten in Griechenland. Nun floss zwar Geld, doch die Familie durfte trotzdem nicht kommen. Deshalb haben die Familienpaten der Syrer Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat gegen den 39-jährigen Rechtsanwalt nun Anklage beim Landgericht in Oldenburg erhoben.

1 Kommentar

  1. R. H.

    Da kann man nur noch sarkastisch fragen: Warum sich soviel Mühe geben? Die 15 000, die pro Monat einströmen, schaffen es doch auch ganz mühelos, in Deutschland volle Versorgung zu bekommen. Haben die Leute im Libanon davon noch nichts gehört? Schließlich gibt es keine Obergrenze, wie der ganzen Welt verkündet wurde.

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