„Die Mehrheit sind keine Muslime“

Eine kleine Zeitreise gefällig? Wir befinden uns in den letzten Tagen des Jahres 2014. Finstere Gestalten aus dem Landesteil, den der Bundespräsident erst gut acht Monate später „Dunkeldeutschland“ nennen wird, spazieren in Dresden in steigender Zahl Montag für Montag durch die Stadt, um gegen die Islamisierung durch die stetig steigende Zahl muslimischer Zuwanderer zu protestieren. „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, kurz Pegida, nennt sich diese ungewohnte Bewegung. Die Berichterstatter deutscher Medien und Politiker bemühen sich, nicht zu vergessen, in diesem Zusammenhang immer von angeblicher Islamisierung zu sprechen. Die Protestierenden erkennen eine Islamisierung indes schon darin, dass sich der Staat eher den weltanschaulichen Bedürfnissen der in stetig steigender Zahl kommenden Asylbewerber anpasst und dies von seinen Bürgern gleichermaßen verlangt, als dass er bei den ankommenden Muslimen die Akzeptanz und Achtung der hiesigen Rechts- und Werteordnung durchsetzt. Wichtig ist für die Politik, dass die Neuankömmlinge problemlos den Zugang ins Sozialsystem finden, alles andere scheint eher nachrangig zu sein.

Die politischen Verantwortungsträger beschwören schon damals den hochmoralischen Anspruch der Hilfe für alle, die da kommen und kommen werden. Zwischen Verfolgten und ihren Verfolgern, zwischen Flüchtlingen, Glücksrittern, Kriminellen und Islamisten zu unterscheiden war schon damals nicht en vogue. Das war nicht nur gut fürs eigene Gewissen, sondern auch deshalb leicht durchsetzbar, weil sich die Entscheidungsträger nicht selbst mit den praktischen Folgen ihrer Entscheidungen herumschlagen müssen. Den Menschen, bei denen es hängen bleibt, droht, wenn sie sich darüber beschweren oder gar dagegen protestieren sollten, sofort der Ruf moralischer Minderwertigkeit.

Der damalige Justiz- und heutige Außenminister war bekanntlich auch schon Ende des Jahres 2014 ein engagierter Gegner von Pegida. Und – so sollte man angesichts seiner heutigen Position annehmen – nebenher ein profunder Kenner der weltpolitischen Lage. Da Politiker ja gern zukunftsweisende Prognosen abgeben, lohnt es sich ja vielleicht, zu schauen, wie weitsichtig der Multifunktionsminister innen- und außenpolitisch geurteilt hatte. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 15. Dezember 2014:

Der Minister fordert deshalb „ein breites Gegenbündnis der gesamten Zivilgesellschaft und aller politischen Parteien“. „Wir müssen Pegida entlarven.“ Deren Argumente seien „wirklich hanebüchen“. Niemand in Deutschland müsse „Angst haben vor einer so genannten Islamisierung, erst recht nicht in Sachsen“. Das gelte umso mehr als „die Mehrheit der syrische Flüchtlinge gar keine Muslime, sondern Christen sind“.

Möchte etwa jemand dem heutigen Außenminister widersprechen? Sehen wir nicht gerade die vielen, vielen syrischen Flüchtlinge in Massen zu den Ostergottesdiensten strömen, weil sie ihre Dankgebete an den Herrn richten wollen, der sie zu den großzügigen deutschen Steuerzahlern geführt hat?

Ja, das ist böse. Aber gerade ein Politiker, der erklärt, seine Amtsübernahme sei demokratisch legitimiert, aber dann Kraft seines Amtes die Bürger umerziehen möchte, muss sich an seine alten Verkündigungen so lange erinnern lassen, bis er sie selbst korrigiert. Oder vielleicht löschen lässt.

5 Kommentare

  1. Günter K. Schlamp

    Der Umgang von Regierung und grünlinken Medien ist verantwortungslos (Egal, auf welchen Wegen die Einwanderer gekommen sind.)Eine Debatte über die unkontrollierte Einwanderung findet nicht statt. Kritik wird diffamiert. Und der Bundestagspräsident zieht jetzt den Schlussstrich: Die Islamisierung findet statt, da beißt die Maus keinen Faden ab.

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  2. oldman

    Nicht die PEGIDA ist eine „Schande für Deutschland“. (Maas in o.g. SZ). Demokratie lebt von der freien Meinungsäußerung. Ein autoritär anmaßender Gesinnungsdiktator , wie Herr Maas ist es.

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  3. Wilhelm Raspe

    Haben Sie Belege dafür, dass die Aussage damals im Dezember 2014 falsch gewesen ist? Sind damals nicht die meisten Syrer auf ganz anderen Wegen nach Deutschland gekommen als wenige Monate später (vor Ort ausgewählt, in festen Kontingenten etc etc)? Wenn Sie keine Belege haben sollten, sind Sie dann mit ihren Aussagen über einen zugegebenermaßen nicht besonders sympathischen Politiker nicht ein wenig voreilig?

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    1. oldman

      Und wo sind diese christlichen Syrer jetzt, in den Ostergottesdiensten ? Haben sie sich in Luft aufgelöst ? Belege fordern um den Kern der Aussagen zu desavouieren ? Es geht um den Begriff „Mehrheit“ der „Flüchtlinge“. Sollten Sie den Begriff „Flüchtling“ im eigentlichen Sinne ernst meinen, was Sie aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wollen, würde es eher Sinn machen. Tatsache ist: Die Mehrheit der Angekommenen waren Migranten, und diese sind das Problem.

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    2. P.Gross

      Sehr geehrter Herr Raspe,
      um Ihnen wieder zu einer entspannten Nachtruhe zu verhelfen: Herr Grimm war natürlich NICHT voreilig, sondern investigativ und hat das Geschwätz des momentanen Aussenministers, dessen Name ist mir im Moment nicht erinnerlich ist, völlig korrekt zitiert, Quelle:

      https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/bundesamt-in-zahlen-2014.pdf?__blob=publicationFile

      Tabelle I – 7:
      Religionszugehörigkeit der zehn zugangsstärksten Herkunftsländer (Erstanträge) im Jahr 2014

      Hauptherkunftsländer
      Religionszugehörigkeiten

      Islam Christentum
      Syrien,Arab. Republik

      Insgesamt 39.332 [Menschen aus der Arab. Republik Syrien]*
      davon:
      Moslem 32.477 = 82,6%
      Christen 1.922 = 4,9%

      Zitat „…die islamische
      Religionszugehörigkeit [insgesamt]* am häufigsten vertreten mit Anteilen zwischen 79,9 % und 94,7 %“

      JaJa, der Herr Aussenminister: schon seinerzeit immer für eine Überraschung gut, und stets voll im Bilde….

      *[…] = Einfügungen des Erstellers

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