Gewinner und Geschasste

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Anders als es die meisten deutschen Medien prognostizierten, hat Viktor Orbán die ungarischen Parlamentswahlen klar gewonnen, in Syrien wird weiter gekämpft, auch wenn nicht immer ganz klar ist, wer für welchen Angriff verantwortlich ist, in Berlin wurde ein islamistischer Anschlag verhindert, die Türkei schiebt Afghanen ab und die Deutsche Bank bekommt einen neuen Chef.

Wahlen in Ungarn: Orbán gewinnt deutlich

Der EU-kritische Regierungschef Viktor Orbán hat die Parlamentswahl in Ungarn deutlich gewonnen, meldet die FAZ. Auf seine Fidesz-Partei entfielen nach ersten Hochrechnungen 49,2 Prozent der Stimmen, habe das Wahlbüro am späten Sonntagabend in Budapest mitgeteilt. Nach Schätzungen von Wahlforschern könnte Fidesz auf bis zu 133 Mandate im 199-sitzigen Parlament kommen. Die endgültige Sitzverteilung im neuen Parlament hänge allerdings noch vom Ausgang der Wahlen in den Direktwahlkreisen ab. Die Stimmen von rund 270.000 Wählern, die nicht an ihrem ständigen Wohnort gewählt haben, werden erst in der nächsten Woche ausgezählt.

EU geht von Chemiewaffeneinsatz aus

Die EU hält die Berichte über einen Chemiewaffenangriff auf die syrische Rebellen-Hochburg Duma für glaubwürdig, meldet die FAZ. Alles deute darauf hin, dass die syrische Regierung abermals Chemiewaffen eingesetzt habe, erklärte der Auswärtige Dienst der EU in Brüssel. Die EU habe Russland und Iran als Unterstützer von Syriens Machthaber Baschar al Assad dazu aufgefordert, ihren Einfluss zu nutzen, weitere derartige Angriffe zu verhindern.

Frankreich habe für Montag eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu dem Thema beantragt. Acht weitere Staaten hätten sich der Forderung angeschlossen, heiße es aus Diplomatenkreisen in New York. Zuvor hätte Außenminister Jean-Yves Le Drian sich in „extremer Sorge“ gezeigt und gesagt, dass Frankreich angesichts des mutmaßlichen Giftgasangriffs „seine Pflicht tun“ werde. In der Vergangenheit habe Paris mehrfach gewarnt, ein weiterer Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sei eine „rote Linie“, auf die Frankreich mit einem Militäreinsatz antworten könne.

Islamisten sollen zum Abzug aus Duma bereit sein

Die Dschaisch al-Islam haben sich nach Berichten staatlicher syrischer Medien mit der Regierung darauf geeinigt, dass sie die letzte von ihnen in Ostghuta kontrollierte Stadt verlassen können, meldet die Zeit. Laut der syrischen Nachrichtenagentur Sana könnten alle Kämpfer der Gruppe Dschaisch al-Islam sicher verlassen. Zudem würden alle Gefangenen, die sich in der Gewalt der Gruppe befänden, übergeben. Innerhalb von 48 Stunden sollen die Kämpfer demnach die Stadt verlassen und mit Bussen nach Dscharablus in Nordsyrien gebracht werden. Die Rebellengruppe habe diese Angaben bisher nicht bestätigt.

Umstrittener Angriff auf syrischen Militärflughafen

Bei einem Angriff auf eine Militärbasis in der syrischen Provinz Homs habe die Luftwaffe des Landes acht feindliche Raketen abgeschossen, soll die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Montagmorgen berichtet und zudem erklärt haben, bei dem Vorfall handele es sich wohl um „amerikanische Aggression“. Das meldet u.a. die Welt.

US-Regierungsvertreter hätten indes gegenüber der Nachrichtenagentur AP gesagt, die Vereinigten Staaten hätten keine Luftangriffe in Syrien gestartet. In der Vergangenheit habe auch Israel Luftangriffe auf Syrien verübt.

Islamistischer Terroranschlag in Berlin verhindert

Die Berliner Polizei hat nach Informationen einen Anschlag während des Berliner Halbmarathons verhindert, meldet die Welt. Spezialkräfte hätten mehrere Männer festgenommen, darunter einen Hauptverdächtigen. Er solle geplant haben, mit Messern Zuschauer und Teilnehmer der Sportveranstaltung am Sonntag zu töten.

Die Polizei habe Festnahmen im Zusammenhang mit dem Halbmarathon bestätigt. Das Verfahren liege bei der Staatsanwaltschaft. Es hätte Hinweise darauf gegeben, dass die sechs Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren „an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beteiligt gewesen sein könnten“. „Für die Läufer und Teilnehmer und das Personal bestand zu keiner Zeit eine Gefahr“, wird Polizeisprecher Thomas Neuendorf zitiert.

Nach Informationen von WELT gehöre der Verdächtige zum privaten Umfeld des Terroristen Anis Amri. Eine der jetzt durchsuchten Wohnungen in der City West sei auch nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz kurz vor Weihnachten 2016 durchsucht worden.

In der Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen des am Sonntag vom SEK überwältigten Verdächtigen hätten speziell auf Sprengstoff trainierte Hunde im Keller angeschlagen. Einen ranghohen Polizeiführer zitiert die WELT: „Wir werten noch aus. Aber das war wahrscheinlich knapp.“

Cottbus: Geländewagen raste in Menschengruppe – Fahrer wieder frei

Im südbrandenburgischen Cottbus ist am Freitag um 22 Uhr ein 25-jähriger Mann mit seinem Geländewagen in eine Gruppe von zehn Menschen gerast. Zwei Personen wurden verletzt. Der Fahrer konnte – trotz Versuchen der Gruppen, ihn festzuhalten – zunächst flüchten. Am Wochenende habe er sich der Polizei gestellt, meldet Tagesspiegel. Am Sonntag wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt, weil keine Haftgründe vorlägen. Es könne noch nicht klar gesagt werden, ob es ein Unfall war oder ob der Mann den Wagen vorsätzlich auf den Fußgängerweg steuerte.

Türkei schiebt Hunderte Afghanen in ihre Heimat ab

Die türkischen Behörden schieben Hunderte Afghanen, die in den vergangenen Wochen in die Türkei gekommen sind, in ihre Heimat ab, meldet die Kleine Zeitung. Ein erstes Charterflugzeug mit 227 afghanischen Migranten sei am Sonntag von Erzurum im Nordosten des Landes nach Kabul geflogen, wie die Nachrichtenagentur Dogan zitiert wird. Insgesamt sollten in den kommenden Tagen 691 Afghanen abgeschoben werden.

Vertreter der Einwanderungsbehörden hätten Dogan gesagt, alle 3.000 Afghanen, die sich derzeit in Erzurum aufhielten, sollten zurück in ihre Heimat gebracht werden. Afghanische Behördenvertreter hätten dagegen betont, die Migranten würden nicht abgeschoben, sondern kehrten freiwillig zurück. Die ersten Abschiebungen seien während eines Besuchs des türkischen Regierungschefs Binali Yildirim in Kabul erfolgt. Türkische Medien hätten Yildirim mit den Worten zitiert, Ankara sei dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Afghanistan in der Flüchtlingsfrage.

Neuer Chef bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank tauscht ihre Führungsspitze aus. Nach wochenlangen Gerüchten über eine Ablösung von Vorstandschef John Cryan war es am Sonntagabend so weit, meldet die Welt. Neuer CEO der größten heimischen Bank soll demnach Christian Sewing werden, der bislang für das Privatkundengeschäft zuständig ist. Der Form halber werde dem Vernehmen nach auch ein zweiter, externer Kandidat vorgeschlagen.

Es ist das dritte Mal innerhalb von nur sechs Jahren, dass die Bank ihre Top-Manager austauscht. Cryan, noch nicht einmal drei Jahre im Amt, muss gehen, weil die Aktionäre das Vertrauen in ihn verloren haben. Drei Verluste in Folge seien zu viel gewesen. Auch die ersten Monate dieses Jahres sahen nicht gut aus.

Diplomat Klein soll Antisemitismusbeauftragter werden

Der Posten wird neu geschaffen, und nun scheint auch ein Amtsinhaber gefunden: Felix Klein aus dem Auswärtigen Amt soll die Aufgabe eines Antisemitismusbeauftragten übernehmen, meldet der Tagesspiegel.

Der Karrierediplomat Felix Klein solle der erste Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung werden. Der Zentralrat der Juden und andere jüdische Organisationen hätten sich Klein für das neu geschaffene Amt gewünscht, habe die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet. Derzeit sei der Diplomat als Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen tätig.

Ein Toter bei Brand in Trump Tower in New York

Bei einem Brand im Trump Tower in New York ist am Samstagabend ein Mensch ums Leben gekommen, meldet u.a. mz-web.de. Der 67-Jährige sei bewusstlos aufgefunden worden und später im Krankenhaus gestorben, habe die Polizei mitgeteilt. Eine Obduktion solle Aufschluss über die Todesursache bringen.

Das Feuer sei gegen 18.00 Uhr (Ortszeit) in der 50. Etage des Wolkenkratzers ausgebrochen. Aus dem Hochhaus in Manhattan sei dichter Rauch aufgestiegen. Die Straßen rund um das Gebäude wurden abgesperrt. Die Feuerwehr habe den Brand nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht. Vier Einsatzkräfte seien bei den Löscharbeiten verletzt worden, hieß es von der Feuerwehr. Sie schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Bei dem Toten handele es sich laut Medienberichten um einen Bewohner des Towers.

Der Mann sei Kunsthändler. US-Präsident Donald Trump bedankte sich bei der Feuerwehr für ihre „großartige Arbeit“.

Rauchverbot in Autos geplant

Bundestagsabgeordnete von Union und SPD planen ein Rauchverbot in Autos mit Kindern nach österreichischem Vorbild, meldet mz-web.de Der SPD-Abgeordnete Lothar Binding habe der „Saarbrücker Zeitung“ gesagt, er werde eine entsprechende Initiative im Rahmen eines fraktionsübergreifenden „Nichtraucher-Frühstücks“ vorschlagen. „Viele Leute brauchen offenbar ordnungspolitische Vorgaben, damit sie ihre eigenen Kinder schützen.“

Der CDU-Abgeordnete Rudolf Henke habe angekündigt, einen solchen Vorstoß unterstützen zu wollen. Ob den Abgeordneten bei der Orientierung am österreichischen Vorbild auffällt, dass dort das Rauchen zwar im Auto verboten wird aber stattdessen in Wirtshäusern erlaubt bleibt?

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