Militär und Messer

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Gefechte in Afghanistan, ein islamistischer Bombenanschlag im Irak und die Lage in Syrien sind ebenso Themen des Morgens, wie die Initiative des deutschen Reservistenverbandes. Ungediente nachträglich militärisch ausbilden zu lassen und drei gestern auf deutschen Straßen Niedergestochene, davon zwei tot und einer in Lebensgefahr. Gibt’s auch eine gute Nachricht? Ja, Deutschland hat eine Strahlenklinik für Pferde.

Afghanistan: Viele Tote bei Taliban-Angriff

Bei Gefechten zwischen Taliban-Kämpfern und Sicherheitskräften sind in Afghanistan mehrere Dutzend Menschen getötet worden, meldet euronews. Anhänger der radikalislamischen Taliban griffen demnach das Bezirkszentrum von Chwadscha Omari in der südafghanischen Provinz Ghazni an.

Dabei seien laut Polizei mindestens 15 Beamte, darunter der Bezirksgouverneur, ums Leben gekommen. Auch zahlreiche Taliban-Kämpfer seien getötet worden. Die Taliban sollen inzwischen 14 Prozent Afghanistans kontrollieren, 30 Prozent des Landes seien umkämpft.

16 Tote bei Bombenanschlag auf Trauerprozession

Bei einem Bombenanschlag auf eine Trauerprozession im Norden des Irak sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Als der Trauerzug in dem Dorf Asdira in der Nähe der Stadt Scharkat am Friedhof angekommen sei, seien dort zwei Bomben explodiert, sagte der Bürgermeister von Asdira, Salaheddin Schaalan, der Nachrichtenagentur AFP.

Außerdem seien 14 Menschen verletzt worden, die meisten befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, heißt es in dem entsprechenden Bericht auf orf.at. Örtliche Behördenvertreter hätten mitgeteilt, dass die Verletzten nicht in ein Krankenhaus gebracht werden konnten, weil die Menschen in Asdira befürchtetet hätten, in der Nacht außerhalb ihres Dorfes von Kämpfern des Islamischen Staats (IS) angegriffen zu werden.

Bei der Trauerfeier sollten demnach fünf Mitglieder der paramilitärischen Einheiten Hasched al-Schaabi bestattet werden, die bei einem Angriff von Dschihadisten auf einen Militärkonvoi getötet worden waren. Die Hasched-al-Schaabi-Einheiten hatten die irakische Armee vergangenes Jahr bei der Vertreibung des IS aus dem Land unterstützt.

Russische Flotte verlässt syrischen Hafen

Satellitenaufnahmen belegen den eiligen Abzug der russischen Flotte aus dem syrischen Mittelmeerhafen Tartus. Sieben Schiffe, zwei Patrouillenboote und ein U-Boot seien vor Tartus in See gestochen, meldet das Handelsblatt. Darunter befänden sich auch die erst 2014 fertiggestellte und mit Lenkwaffen bestückte Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ und ein Landungsschiff. Nur ein einziges russisches U-Boot sei demnach im Hafen verblieben. Das gehe aus Aufnahmen hervor, die das in Israel beheimatete Unternehmen ImageSat International (ISI) veröffentlicht hat.

Der Abzug in Tartus bedeute allerdings keine Flucht der Russen aus Syrien, denn die Schiffe würden vor der syrischen Küste kreuzen. So sichere Moskau einerseits kostbares Material vor einem möglichen Raketeneinschlag und demonstriere andererseits Kampfbereitschaft. Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sasypkin, habe nicht nur mit dem Abschuss amerikanischer Raketen über Syrien gedroht, sondern auch mit der Bekämpfung der „Feuerquellen“ – also einem möglichen Angriff auf die amerikanischen Flugzeugträger vor der Küste.

Diese Drohung habe später auch Generalstabschef Waleri Gerassimow wiederholt: Sollten russische Soldaten in Syrien in Gefahr geraten, werde das Feuer nicht nur gegen die Raketen, sondern auch gegen die Raketenträger gerichtet.

Will Trump zum Freihandelsabkommen zurückkehren?

Der Austritt aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP war eine der ersten Amtshandlungen von US-Präsident Donald Trump. Doch angesichts des Handelsstreits mit China erwägt er nun eine 180-Grad-Wende, meldet die FAZ.  Trump habe seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Wirtschaftsberater Larry Kudlow angewiesen, eine mögliche Rückkehr der Vereinigten Staaten zum transpazifischen Freihandelsabkommen zu prüfen, habe seine Sprecherin Lindsay Walters in Washington gesagt.

Sie habe aber deutlich gemacht, dass eine Neuverhandlung über TPP die Voraussetzung sei. Geprüft werden solle, ob es möglich sei, „ein besseres Abkommen“ mit den anderen Pazifikanrainerstaaten auszuhandeln.

Ukraine verlässt Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

Die Ukraine will aus den Strukturen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) aussteigen, meldet der Standard. 1991 hatten die Nachfolgestaaten der Sowjetunion die GUS gegründet. Auch die ukrainische GUS-Vertretung in Minsk (Weißrussland) solle geschlossen werden, habe Präsident Petro Poroschenko am Donnerstag bei einem Sicherheitsforum in Kiew angekündigt. Der Grund sei, dass die GUS die „russische Aggression“ nicht verurteilt habe. 2014 hatte Moskau sich die südukrainische Halbinsel Krim einverleibt. Die Führung in Kiew sieht sich seitdem im Krieg mit dem Nachbarn.

Poroschenko habe bei seiner Rede zudem den Westkurs der früheren Sowjetrepublik bekräftigt. Nato und EU sollten schon bald eine strategische Entscheidung treffen, ob sie die Ukraine aufnehmen, forderte Poroschenko.

EU verlängert Sanktionen gegen Iran

Die EU hat ihre Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen im Iran um ein Jahr verlängert. Die Mitgliedstaaten beschlossen, die Strafmaßnahmen bis zum 13. April 2019 beizubehalten, teilte der EU-Rat am Donnerstag mit. Dabei geht es um Einreiseverbote und Vermögenssperren für 82 Iraner, meldet der Standard. Auch bleibe das Vermögen einer Organisation eingefroren. Darüber hinaus habe die EU ein Exportverbot für Güter, die zur Unterdrückung und Überwachung der Bevölkerung genutzt werden können, bekräftigt.

Deutschland verlängert Grenzkontrollen zu Österreich

Deutschlands Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze um weitere sechs Monate verlängert, meldet der Standard. Die europäischen Partner seien von der Maßnahme unterrichtet worden, habe das Ministerium Seehofers am Donnerstag mitgeteilt.

Reservistenverband bietet Militärausbildung für „Ungediente“

Nach der Bundeswehr hat auch der Reservistenverband mit der Ausbildung von neuen Rekruten für die Reserve begonnen, die zuvor nicht im aktiven Dienst der Bundeswehr gestanden haben. An diesem Donnerstag haben die ersten 19 ungedienten Teilnehmer eines Pilotversuches ihre Ausrüstung in Empfang genommen, meldet die FAZ. Sie beginnen jetzt in der Obhut des Reservistenverbandes, der als eingetragener Verein selbständig außerhalb der Kommandostruktur der Bundeswehr agiert, eine Grundlagenausbildung, die ihnen an 13 Wochenenden die militärischen Grundlagen des Soldatendaseins vermitteln soll. Lediglich jene Ausbildungselemente, die mit hoheitlichen Befugnissen verbunden sind, werden von aktiven Bundeswehrsoldaten angeleitet und verantwortet; dazu zählt vor allem die Schießausbildung.

Der stellvertretende Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Peter Bohrer, sagte laut FAZ, auf diese Weise werde versucht, vor allem Personal für die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien zu finden. Diese infanteristischen Reserveverbände sind vor einigen Jahren im Zuge der jüngsten Bundeswehr-Reform aufgestellt worden, um die früheren „Heimatschutz“-Einheiten zu ersetzen; sie können bei Naturkatastrophen herangezogen werden; sollen aber auch Wach- und Sicherungsaufgaben übernehmen können oder je nach Ausbildungsstand in einem territorialen Verteidigungsfall wirksam sein.

Hamburg: Frau und Tochter vormittags auf Bahnhof erstochen

Am helllichten Tage, mitten in der Innenstadt, wurden hier ein kleines Mädchen und seine Mutter von einem Mann erstochen. Die Einjährige starb sofort, die Mutter erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, wie die Welt berichtet:

„Die Tat war sehr, sehr entsetzlich in der Art der Ausführung, sehr gezielt und sehr, sehr massiv“, habe Polizeisprecher Timo Zill gesagt. Gegen 10.50 Uhr seien die ersten Notrufe von Zeugen bei der Polizei eingegangen. „Wir gehen nach derzeitigen Stand von einer Beziehungstat aus.“

Der mutmaßliche Täter sei schnell gefasst worden. Zunächst sei der 33-Jährige aus dem westafrikanischen Niger dem Polizeisprecher zufolge noch geflüchtet, hätte dann aber selbst die Polizei informiert. Warum der Mann mutmaßlich auf seine Ex-Frau, eine 34-jährige Deutsche, und seine erst ein Jahr alte Tochter einstach, ist noch unbekannt.

Moers: 13-Jähriger auf Schulweg niedergestochen und in Lebensgefahr

Der 13-jährige Iraker Akil war auf dem Weg zur Schule, als er in der Nähe seines Wohnhauses mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt wurde, meldet Der Westen:

„Das Opfer schleppte sich noch nach Hause und verständigte selbst den Notruf. Der 13-Jährige kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Es besteht Lebensgefahr, der Zustand sei aber laut Angaben der Ärzte stabil, so die Polizei. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt.“

Eier- und Mehlwürfe im albanischen Parlament

Albanische Oppositionsabgeordnete haben im Parlament in Tirana Regierungschef Edi Rama mit Eiern und Mehl attackiert, meldet der Standard. Grund des Angriffs am Donnerstag sei eine hitzige Debatte mit dem Regierungschef um zwei Dutzend Festnahmen gewesen. Die Festgenommenen hatten vor knapp zwei Wochen aus Protest gegen die Einführung einer Autobahnmaut bei der Stadt Kukes im Norden des Landes neue Zahlstellen niedergebrannt. Die Opposition habe sich mit den Demonstranten solidarisiert. Albanien könnte übrigens nach den Wünschen einiger EU-Kommissare bis 2025 in die EU aufgenommen werden.

Strahlenklinik für krebskranke Pferde

Für alle, die sich daran erfreuen wollen, dass wir doch so ein reiches Land sind, berichtet die FAZ, dass es in Deutschland jetzt Hilfe für krebskranke Pferde gibt. Im hessischen Linsengericht (Main-Kinzig-Kreis) gibt es ein neues onkologisches Zentrum für Veterinärmedizin, nach Betreiberangaben eine deutschlandweit einmalige Strahlenklinik für krebskranke Pferde. „Etwas Vergleichbares gibt es erst wieder in England und den Vereinigte Staaten“, wird Inhaber Tim Kowalewski, studierter Ingenieur und Inhaber der Equinox Healthcare GmbH, zitiert. Die Pferdeklinik der Universität Gießen habe das Alleinstellungsmerkmal bestätigt.

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