Fingerabdruck und FKK

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Hat Macron den Kollegen Trump wirklich überreden müssen, seine Truppen in Syrien zu lassen? Waren die Raketenangriffe eigentlich eine Pariser Idee? Warum will Trump die Soldaten trotzdem schnell heimholen? Das sind einige Fragen aus den Morgenmeldungen. Ansonsten gab es Grenzgefechte zwischen Afghanistan und Pakistan, demonstrierende Katalanen, einen toten Journalisten, eine neue Idee der EU und auch eine gute Nachricht: In Irland gibt es bald den ersten offiziellen FKK-Strand.

Grenzgefechte zwischen Afghanistan und Pakistan

Bei einem Zusammenstoß an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan sind am Sonntag nach Angaben aus beiden Ländern mindestens vier Soldaten getötet worden, meldet die Berliner Morgenpost. Beide Seiten hätten sich gegenseitig für die tödlichen Schüsse verantwortlich gemacht. Ein Polizeisprecher in der afghanischen Grenzstadt Khost habe gesagt, pakistanische Truppen hätten versucht, auf afghanischem Gebiet Kontrollpunkte zu errichten.

Trump: Soldaten sollen schnell aus Syrien zurück

Die amerikanischen Truppen in Syrien sollen nach dem Willen von Präsident Donald Trump so schnell wie möglich zurückkehren, meldet u.a. die FAZ. „Der Einsatz hat sich nicht geändert. Der Präsident hat klar gemacht, dass er möchte, dass die amerikanischen Streitkräfte schnellstmöglich nach Hause kommen“, wird Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders zitiert. Die Vereinigten Staaten seien jedoch entschlossen, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) vollständig zu zerschlagen.

Macron will Trump überredet haben

Der französische Präsident Emmanuel Macron behauptet, er habe US-Präsident Donald Trump zum Verbleib der US-Truppen in Syrien überredet. „Vor zehn Tagen wollte Präsident Trump die Vereinigten Staaten aus Syrien abziehen. Wir haben ihn davon überzeugt, zu bleiben“, wird Macron vom Handelsblatt zitiert. Frankreich wolle westliche Staaten, Russland und die Türkei zu einer neuen diplomatischen Initiative bringen, um eine langfristige politische Lösung in Syrien zu erreichen. Er bot sich zudem als Vermittler zwischen den USA und Russland an.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg trifft Erdogan in Ankara

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg trifft am Montag den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara, meldet die Kleine Zeitung. Auch Gespräche mit Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Verteidigungsminister Nurettin Canikli seien geplant. Erst Anfang April hatte Erdogan die Annäherung an Russland vorangetrieben, einschließlich einer Zusammenarbeit im Militärsektor.

Russland will das Raketenabwehrsystem S400 an die Türkei liefern, was u.a. die USA kritisieren, zumal die S400 nicht mit NATO-Systemen vereinbar sei. Stoltenberg habe betont, die Beschaffung des Systems sei eine nationale Entscheidung.

Katalanen demonstrierten für Freilassung von Politikern

Hunderttausende Menschen haben in Barcelona für die Freilassung von neun inhaftierten Anführern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung demonstriert, meldet die Kleine Zeitung. Sechs Monate nach den ersten Festnahmen forderten die Teilnehmer des Protestmarschs am Sonntag „Freiheit für die politischen Gefangenen“. Die städtische Polizei sprach am Nachmittag von 315.000 Teilnehmern.

Djukanovic gewinnt Präsidentschaftswahl in Montenegro

Bei der Präsidentschaftswahl in Montenegro hat der frühere Amtsinhaber Milo Djukanovic im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen gewonnen, meldet u.a. die FAZ. Damit sei der 56-Jährige auf Anhieb gewählt und müsse nicht in eine Stichwahl gegen seinen stärksten Konkurrenten Mladen Bojanic. Zuvor hätte die regierungsunabhängige Organisation Centre for Monitoring (CEMI) mitgeteilt, Djukanovic liege nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen bei 53,5 Prozent. Auf Bojanic seien demnach 34,1 Prozent entfallen.

Djukanovic war schon sechs Mal Regierungschef und zwischen 1998 und 2002 auch schon einmal Präsident. Im Oktober 2016 trat er zurück und habe den aktuellen Wahlkampf für ein Comeback genutzt. Gegner würden ihm dagegen autoritäres Gebaren, Korruption, Vetternwirtschaft und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vorwerfen.

Serbien will Zahl der Kosovo-Anerkennungen senken

Der serbische Außenminister Ivica Dacic hat eine neue Priorität, meldet die Kleine Zeitung. Wie er der Tageszeitung „Politika“ erklärt haben soll, sei sein Ziel, die Zahl der Staaten, die den Kosovo anerkannt haben, unter 100 zu senken. Derzeit seien es nach Angaben des kosovarischen Außenministeriums 116.

Er habe im serbischen Außenministerium nun ein Team gebildet, das sich mit dieser Aufgabe befassen soll. Man wolle dadurch die Bemühungen des Präsidenten Aleksandar Vucic in dem EU-initiierten Normalisierungsdialog unterstützen. Prishtina solle nach Deutung von Dacic nämlich nicht mehr davon ausgehen können, dass alles schon gelöst sei.

Serbiens Medien hätten kürzlich gemeldet, dass Burundi, das die Unabhängigkeit des Kosovo im Oktober 2010 anerkannt hatte, seine Anerkennung rückgängig gemacht habe. Im Oktober soll sich auch Surinam dazu entschlossen haben. Laut Dacic hätten in den letzten drei Monaten fünf Staaten ihre Anerkennung des Kosovo rückgängig gemacht. Allerdings habe er nicht erklärt, welche Staaten.

Russischer Journalist stirbt nach mysteriösem Balkonsturz

Ein russischer Journalist, der über den Tod russischer Söldner in Syrien berichtete, stürzte unter ungeklärten Umständen von seinem Balkon im 5. Stock und ist nun tot, meldet Bild.

Die Nachrichtenseite „Novy Den“ habe mitgeteilt, dass ihr Reporter Maxim Borodin am Sonntag im Krankenhaus verstorben sei. Am Donnerstag sei er vom Balkon seiner Wohnung in Jekaterinburg gestürzt. Russische Medien hätten berichtet, dass das Appartement von innen abgeschlossen gewesen sei, weshalb die Ermittler von einem Selbstmord ausgingen.

Im März habe Borodin über Leichen geschrieben, von denen angenommen wird, dass sie zu Söldnern gehören, die in Syrien gekämpft hätten und dort gefallen seien. Die Kämpfer sollen den Berichten zufolge über eine private Militärfirma („Wagner Group“) nach Syrien entsandt worden sein.

EU will Personalausweise mit Fingerabdruck-Pflicht

Die Europäische Kommission schlägt vor, künftig ausnahmslos alle Personalausweise in allen EU-Staaten mit einem digitalen Fingerabdruck und weiteren biometrischen Daten zu versehen, meldet orf.at. Bisher sind Fingerabdrücke als Merkmal zur Identifikation in Personalausweisen noch freiwillig.

Brasilien: Häftling Lula führt in Präsidentenwahl-Umfragen

Der inhaftierte brasilianische Ex-Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva ist weiterhin Favorit für die bevorstehende Präsidentenwahl, meldet der Standard. Nach einer repräsentativen Umfrage würden 31 Prozent der Befragten den wegen Korruption verurteilten Führer der Arbeiterpartei (PT) wählen wollen. Das sind zwar weniger als im Januar, dennoch stehe Lula weit vor seinem nächsten Konkurrenten, dem rechtsextremen Abgeordneten Jair Bolsonaro, der im Fall einer Kandidatur des Ex-Präsidenten nach den Umfragewerten auf 15 Prozent käme.

Die PT bestehe auf der Bewerbung Lulas für die Wahl am 7. Oktober – trotz seiner Inhaftierung vor einer Woche. Nach dem brasilianischen Wahlrecht kann Lula wegen seiner Verurteilung zu zwölf Jahren Haft zwar nicht kandidieren, aber das Gesetz erlaubt einen Ausnahmeantrag, über den das Oberste Wahlgericht im August eine Entscheidung treffen müsste.

Mainz: Sieg für Bibelturm-Gegner

Beim Bürgerentscheid über den Bibelturm für das Gutenberg-Museum in Mainz haben die Gegner des Projekts eine klare Mehrheit erzielt, meldet die FAZ. Sie hätten bei der Abstimmung am Sonntag etwa 77 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, habe Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) mitgeteilt. Insgesamt waren etwa 161.000 Mainzer aufgerufen, über den Bau eines Turms zur Erweiterung des Gutenberg-Museums abzustimmen. Das erforderliche Quorum sei erreicht worden, so dass der Bürgerentscheid gültig sei, habe Ebling gesagt. Die Gegner hätten vor allem die moderne Architektur des geplanten Gebäudes auf dem Domplatz kritisiert und die Finanzierung angezweifelt. Das geplante Gebäude – Bibelturm genannt – sollte demnach rund 23 Meter hoch werden und dem Museum 400 Quadratmeter an zusätzlicher Ausstellungsfläche geben.

Irland bekommt seinen ersten legalen FKK-Strand

Am 1. Juni startet die erste Massen-FKK-Beachparty in der Geschichte Irlands, meldet die Welt:

„Ausgerechnet im Milliardärs-Örtchen Dalkey, zehn Kilometer südlich der Hauptstadt, sind jetzt Nacktbader offiziell willkommen. Es bezeichnet sich gern als Beverly Hills von Dublin. Hier leben U2-Sänger Bono, Musiker wie Enya, Van Morrison und Filmemacher Neil Jordan.

Ihre Schlösser und Herrenhäuser stehen in Sichtnähe des Nudistenstrandes in den Killiney Hills mit spektakulärem Blick auf die Dublin Bay. Unterhalb liegt Hawk Cliff, der beliebte Felsenstrand mit Plateaus zum Sonnenbaden.

Eine Treppe führt zu einem Naturpool in den Klippen. Dort wird in diesen Tagen ein offizielles Warnschild der Gemeinde aufgestellt, dass hier Strandspaziergänger Nackten begegnen könnten: ‚Beyond this point you may encounter nude bathers.‘“

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