Aufklärung über die Gefahren des Messers

Was gibt es doch für interessante Debatten über den mittlerweile nur noch schwer schönzuredenden Umstand, dass die Zahl der Messerstechereien stetig zunimmt. Beispielsweise in Sachsen-Anhalt. Dort stieg die Zahl der Messerstechereien nach Angaben des Innenministeriums in Magdeburg seit 2013 um 21 Prozent. Kann dieser unschöne Zustand etwas mit irgendetwas zu tun haben, das womöglich hochmögende Politiker bzw. –innen zu verantworten haben? Welche Gedanken politische und andere Verantwortungsträger zu diesem Anstieg äußern, vermeldete dieser Tage die Mitteldeutsche Zeitung. Wir lesen die denkwürdigen Aussagen:

„Wieso die Zahlen steigen, geht aus den Behördenangaben nicht hervor. „Das wäre aktuell reine Spekulation“, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) der MZ.   Gewerkschaft der Polizei Vorsitzende Uwe Petermann vermutet einen Migrations-Zusammenhang. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Zuwanderung junger Männer zu einer Zunahme der Körperverletzungsdelikte führt.“ […] Stahlknecht hält dagegen, dass ein solcher Zusammenhang   schlicht nicht nachweisbar sei.“

Aber so ganz ohne einen Hinweis auf die Tätergruppe geht es doch nun auch nicht. Hier hilft der SPD-Innenpolitiker Rüdiger Erben:

„Auffällig ist: Ein Drittel der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre alt. Erben forderte deshalb mehr Prävention: ‚Jugendliche und junge Erwachsene müssen aufgeklärt werden, was erlaubt und was verboten ist und auch darüber, was Messerstiche anrichten können.‘“

Das ist doch mal eine originelle Erklärung: Die heutige Jugend weiß einfach nicht, dass Messer stechen. Eigentlich wollen die doch nur spielen. Bei solch innovativen Erklärungsansätzen muss der Innenminister natürlich noch einen draufsetzen. Am besten mit einem wegweisenden Beschluss:

„Stahlknecht sagte, er sei offen dafür, Messerangriffe künftig genauer zu erfassen.“

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