Sächsische Familienehre?

Gern klären im neuen Deutschland Gruppen junger Männer aus Großfamilien zwischenfamiliäre Probleme handfest in Massenschlägereien, mal mit und mal ohne den Einsatz zusätzlicher Waffen. Offensichtlich soll in der Berichterstattung über solche Vorfälle nicht der Eindruck entstehen, diese bereichernden Formen des Familienlebens seien im Zuge der Zuwanderung importiert worden. Die Familienehre gehört doch einfach zu Deutschland, was sollte man da jetzt unnütze Vorurteile schüren? Beispielhaft für solch sensible Berichterstattung wollen wir hier eine Meldung würdigen, mit der die Welt von der Klärung einer Familienangelegenheit in Leipzig berichtet:

„Nach einer Beleidigung im Internet ist es in Leipzig zu einer Massenschlägerei zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen gekommen. Ein 17-Jähriger habe nach einer mutmaßlichen Schmähung seiner Angehörigen in einem sozialen Netzwerk am Montag mit sieben Freunden den Verursacher der Nachricht aufgesucht, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Die Gruppe sei jedoch auf rund 20 Personen getroffen, mit denen es sofort eine Schlägerei gegeben habe. Nach Zeugenaussagen wurden dabei auch Stöcke und andere Gegenstände verwendet.

Bei Eintreffen der Polizei sei nur noch die siebenköpfige Gruppe um den 17-Jährigen anwesend gewesen, der bei der Prügelei verletzt wurde und ins Krankenhaus kam. Zu den Hintergründen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.“

Die Frage nach der Herkunft wäre an dieser Stelle vollkommen irrelevant, weshalb die Erwähnung dieses Fakts sensiblerweise unterbleibt. Bekanntlich treffen sich ja auch Sachsen traditionell zu Gruppenfaustkämpfen, wenn jemand die Familienehre beleidigt. Und wer das nicht glaubt und trotz der rücksichtsvollen Verschwiegenheit der Berichterstatter bei seinem Vorurteil bleibt, dass es sich um Familienverbände mit Migrationshintergrund handeln müsse, bekommt dennoch durch die Informationsdosierung eine einmalige Chance. Er kann selbst wählen, welcher ethnischen Gruppe er diese Konfliktkultur-Bereicherung zuschreibt.

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