Flüchtlingshelfer kann man auch studieren

Spiegel-Online wartete kürzlich mit einer sehr schönen Geschichte auf:

„Die FH Dortmund bietet den Studiengang Flüchtlingshilfe an. Viele Studierende sind selbst zugewandert – und möchten anderen beim Start in ein neues Leben helfen.“

Man kann „Flüchtlingshilfe“ studieren? Brauchen wir akademische Flüchtlingshelfer, weil wir uns jetzt gut auf einen andauernden Massenansturm vorbereiten? Gut, wenn man weiterliest, dann erfährt man, dass der Studiengang „Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Armut und (Flüchtlings-)Migration“ heißt. Das macht es nicht weniger absurd, aber der Titel klingt so authentisch, dass die Meldung nun wirklich echt wirkt.

Seit dem Wintersemester 2014/15 bietet die Fachhochschule Dortmund diesen besonderen dualen Bachelorstudiengang an. Die von Spiegel-Online porträtierte Studentin arbeitet deshalb neben ihren Vorlesungen und Seminaren 20 Stunden pro Woche beim Multikulturellen Forum in Hamm, so erfahren wir. Immerhin waren die Dortmunder ja schon vorausschauend. Wer außer den bösen Zuwanderungskritikern von Pegida hatte im anschwellenden Migrantenstrom 2014 schon das spätere Potential erkennen wollen? Umso erstaunlicher ist, was von den Inhalten des Studiums zu berichten ist:

„Die Schwerpunkte des Studiengangs, der sich aus den Fächern Soziologie, Erziehungswissenschaft, Psychologie und Recht zusammensetzt, klingen so, als wäre dieser einzig zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms eingeführt worden. So gehören zum Curriculum „die Willkommenskultur der Mehrheitsgesellschaft“, „die Sensibilisierung für eigene Vorurteile“ und „Theorien und Lösungswege zu gesellschaftlicher Diskriminierung“.

„Lösungswege zu gesellschaftlicher Diskriminierung“ klingt zwar etwas schräg, aber grundsätzlich ist der Studiengang ungemein zukunftsweisend. Zumindest, wenn man annimmt, es braucht beispielsweise zur Ausbildung der Zuwanderer zunächst mehr Betreuer als mehr Lehrer und Ausbilder. Auch der Glaube, dass das Geld für immer mehr Zuwanderer und immer mehr entsprechende Helfer per Dekret entsteht, ohne dass sich die Wertschöpfung mindestens im gleichen Maße steigern müsste, ist hilfreich. Immerhin habe sich mit Beginn der „Flüchtlingskrise“ die Bewerberzahl mehr als verdoppelt, schreibt Spiegel-Online.

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