Junge Männer aus umliegenden Orten

Die kultursensible Berichterstattung entwickelt wirklich einen interessanten Stil des Nicht-Erwähnens von möglicherweise unliebsamen Tatsachen. Auch darüber kann man als Leser ja nur Vermutungen anstellen. Immerhin wird die Phantasie angeregt, da man sich Meldungen, wie die Folgende, ja im Kopf ergänzt. Das Ergebnis ist sicher oft nur genau das, was die Nicht-Berichterstatter bestimmter Tatsachen eigentlich fürchten und deshalb lieber schweigen. Die heutige Stilblüte stammt aus der Welt:

„Bei einer Schlägerei am Bahnhof in Lauterecken (Landkreis Kusel) sind am Donnerstag zwei Gruppen junger Männer aufeinander losgegangen. Es gab mehrere Verletzte, vier mussten ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden, teilte die Polizei mit. Bei dem Streit eingesetzt worden seien Reizgas, Steine aus dem Gleisbett, Holzknüppel und ein Messer.

Auch fünf unbeteiligte Kinder und Heranwachsende, die sich gerade in der Nähe aufhielten, wurden verletzt. Zwei Kinder und zwei Heranwachsende erlitten durch Reizgas Augenreizungen, ein Kind wurde von einem Stein am Oberkörper getroffen.

Die Polizei identifizierte bei den Beteiligten neun Jugendliche und junge Männer im Alter von 17 bis 20 Jahren, die in den umliegenden Orten wohnen. Ersten Ermittlungen zufolge gab es unter ihnen offenbar schon länger Spannungen.“

Spannungen zwischen den umliegenden Orten? Vielleicht ist in Lauterecken das Verständnis von „umliegend“ auch großzügiger, als man gemeinhin glaubt.

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