Gerechte Rücksicht der Richter

Es gibt ja viele Vorurteile gegenüber deutschen Gerichten. Wenn beispielsweise ein Intensivtäter mit Migrationshintergrund wegen einer besonders grausamen, vielleicht sogar tödlichen Gewalttat für öffentliches Aufsehen sorgt, dann hört und liest man oftmals von einer langen Vorstrafenliste, gespickt mit zahlreichen älteren Gewalttaten. Da aber jedes Delikt mit so milden Strafen geahndet wurde, dass der jeweilige Gewalttäter sofort wieder zuschlagen konnte, gedieh in Teilen der Bevölkerung das böse Vorurteil, deutsche Gerichte würden bei Zuwanderern besondere Rücksicht und Milde walten lassen. Die Zahlen, die die Migranten-Mehrheit in vielen deutschen Haftanstalten belegen, könnten da vielleicht Zweifel aufkommen lassen, aber die werden ja mit Rücksicht auf den guten Ruf der Migranten nicht allzu häufig publiziert.

In Sigmaringen hat nun ein Gericht das Vorurteil exklusiver Milde gegenüber Migranten auf andere Art Lügen gestraft. Auch Einheimische können trotz eines Todesopfers auf Milde hoffen. Gut, die Angeklagten in diesem Falle waren keine Gewalttäter. Das beklagte Paar hat nur nicht verhindert, dass ihr Hund eine alte Frau auf offener Straße getötet hat. Bild berichtete:

„Das 72 Jahre alte Opfer war im Mai vergangenen Jahres in Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) unvermittelt von dem Kangal angefallen und mehrfach in Kopf und Hals gebissen worden. Die Frau starb. Der Hund hatte sich wegen seines offenbar zu schwachen Halsbands losreißen können.“

Auch wenn es keine mutwillige, sondern eine fahrlässige Tötung war, so mutet einem als Laien das Urteil dennoch irgendwie gegenüber den Angeklagten äußerst rücksichtsvoll an. Immerhin wurde ein Menschenleben ausgelöscht. Der Bild-Gerichtsbericht hierzu:

„Die angeklagte Besitzerin bekam wegen fahrlässiger Tötung eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung, ihr Ehemann, der den Hund der Rasse Kangel beschafft hatte, zwei Jahre auf Bewährung.

Damit entsprechen die Richter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die Hundehalter müssen außerdem jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und dürfen während ihrer Bewährungszeit von drei Jahren keine Hunde halten, die mehr als 20 Kilo wiegen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Vorschriften zur Hundehaltung in grober Weise missachtet wurden.“

Hätte man Menschen, die so wenig mit Hunden umgehen können oder wollen, dass diese für andere zur Lebensgefahr werden, nicht wenigstens das Hundehalten auf Dauer verbieten können? Das wäre wahrscheinlich im Interesse von Mensch und Tier. Aber vielleicht ist es auch äußerst gerecht gegenüber den Angeklagten, zu berücksichtigen, dass die Menschen hierzulande immer stärker in ein betreutes Leben gedrängt werden und vielleicht gar nicht mehr wissen, was es heißt, selbst Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenzen für eigenes Handeln selbst zu tragen. Wer will sie damit nun plötzlich vor Gericht überfordern?

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