Warnung und Weihnachtsbaum

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Todesopfer islamistischer Anschläge werden diesmal aus Somalia und Afghanistan gemeldet, während ägyptische Sicherheitskräfte die Tötung islamistischer Kämpfer bekanntgeben. In Venezuela mehren sich die Zweifel am Anschlagsversuch auf Präsident Maduro, Saudi-Arabien weist den kanadischen Botschafter aus und öffnet sich wieder zaghaft iranischen Diplomaten, der Verfassungsschutz warnt vor Kindern aus islamistischen Familien, die Dürre wird für Weihnachtsbäume gefährlich und deutsche Politiker kümmern sich jetzt auch um gesetzliche Regelungen für die Tattoo-Entfernung.

Somalia: Mindestens 17 Tote bei islamistischen Bombenanschlägen

Bei zwei Autobombenanschlägen sind am Sonntag in Somalia mindestens 17 Menschen ermordet und 21 schwer verletzt worden, meldet shz.de. Das habe die somalische Polizei mitgeteilt. Die radikalislamische Terrorgruppe Al Shabaab hätte die Anschläge für sich reklamiert. Zunächst sei ein Auto bei einem Polizeikontrollposten in Afgoye explodiert, einem Vorort der Hauptstadt Mogadischu. Dabei seien fünf Polizisten und sieben Zivilisten gestorben. Später sei ein weiteres Auto in Mogadischu vor einem beliebten Restaurant explodiert, mit ebenfalls einigen Toten.

Drei NATO-Soldaten bei Taliban-Anschlag in Afghanistan getötet

Im Osten Afghanistans hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und drei tschechische NATO-Soldaten mit in den Tod gerissen, meldet die Kleine Zeitung. Zu dem Anschlag am Sonntag hätten sich die radikalislamischen Taliban bekannt. Die Soldaten seien in der Hauptstadt der Provinz Parwan, Charikar, zu Fuß auf Patrouille gewesen.

NATO-Angaben zufolge seien auch ein US-Soldat und zwei afghanische Soldaten verletzt worden. Die Taliban hingegen hätten erklärt, bei dem Anschlag seien acht US-Soldaten getötet worden.

Tschechien beteilige sich derzeit mit rund 250 Soldaten am internationalen Militäreinsatz in Afghanistan. Erst vor kurzem sei eine Verstärkung der tschechischen Beteiligung beschlossen worden.

Ägypten meldet Tötung von 52 Islamisten auf dem Sinai

Ägyptische Sicherheitskräfte haben bei ihrem Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) auf dem Sinai nach amtlichen Angaben in jüngster Zeit mindestens 52 Kämpfer getötet, meldet der Standard. Zudem seien 32 mit Waffen und Munition beladene Fahrzeuge der Islamisten zerstört worden, habe das Verteidigungsministerium am Sonntag mitgeteilt.

Seit Februar laufe eine großangelegte Militäraktion auf der Sinai-Halbinsel gegen islamistische Kämpfer. Nach einem Anschlag auf eine Moschee auf dem Sinai, bei dem im November über 300 Menschen getötet worden waren, hatte Präsident Abdel Fattah al-Sissi die Armee angewiesen, binnen drei Monaten die Halbinsel mit allen Mitteln wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit mehr als drei Jahren bekämpfen die ägyptischen Sicherheitskräfte auf dem Sinai einen Ableger des IS.

Venezuela: Zweifel am Anschlag auf Maduro

Der Präsident konnte relativ kurz nach dem Attentat auf ihn selbst bahnbrechende Ermittlungsergebnisse verlautbaren: Ein Komplott, hinter dem Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos sowie Geldgeber in den USA stünden, habe einen Angriff mit Bomben-Drohnen auf ihn verübt, sei aber gescheitert. Mehrere Personen seien festgenommen worden. Die Regierung versetzte die Armee in Alarmbereitschaft. Doch an der Darstellung der venezolanischen Behörden gibt es erhebliche Zweifel, meldet kurier.at. Im Internet sei zwar ein Bekennerschreiben aufgetaucht, Rettungsdienste vor Ort hätten gegenüber ausländischen Medien aber die Meinung geäußert, dass ein Gas-Tank und keine Bombe explodiert sei. Auch das Bekennerschreiben auf twitter sei merkwürdig: Da übernehme eine Gruppe mit dem Namen „Nationale Bewegung der Flanell-Soldaten“ die Verantwortung. Kolumbiens Außenministerium in Bogota habe die Anschuldigungen „absurd“ genannt. Die Vorwürfe „entbehren jeder Grundlage“. Verbündete Staaten wie Bolivien, Nicaragua oder Kuba, aber auch die Türkei und Russland erklärten sich solidarisch mit Maduro.

Annäherung zwischen Iran und Saudi-Arabien?

Saudi-Arabien hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA einem iranischen Diplomaten ein Einreisevisum ausgestellt, meldet orf.at. Mohamed Alibak, der im Außenministerium die Abteilung für Oman und Jemen leitet, solle die Interessen des Irans in Jidda vertreten, habe IRNA eine informierte diplomatische Quelle zitiert. Dies werde als erster Schritt zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen gewertet. Das Außenministerium in Teheran habe sich zu dem IRNA-Bericht zunächst nicht geäußert. Saudi-Arabien hatte die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem Demonstranten 2016 die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt hatten. Auslöser der damaligen Proteste war die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien.

Saudi-Arabien weist kanadischen Botschafter aus

In einem Streit um Menschenrechte hat die Regierung Saudi-Arabiens am frühen Montagmorgen den kanadischen Botschafter des Landes verwiesen, meldet die FAZ. Gleichzeitig habe die saudische Führung ihren Botschafter in Kanada zu Konsultationen nach Riad zurückgerufen. Zudem sei von Saudi-Arabien ein erst vor kurzem geschlossenes Handelsabkommen mit Kanada eingefroren worden.

Anlass sei ein Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland zum Schicksal der Aktivistin Samar Badawi und deren Forderung nach Freilassung der Aktivistin gewesen. Dies sei eine eklatante und unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Saudi-Arabiens, habe das saudische Außenministerium betont.

Mitte Mai waren zunächst mindestens 17 Aktivisten festgenommen worden, von denen einige zumindest zwischenzeitlich wieder freigelassen wurden. Das harte Vorgehen des Staates in einer Phase der Öffnung sollen Experten damit erklären, dass die Staatsführung die volle Kontrolle über die Reformen behalten wolle.

Rom und Athen wollen Asylbewerber nur im Austausch zurücknehmen

Italien und Griechenland wollen Flüchtlinge offenbar nur im Austausch gegen die Abgabe einer gleichen Personenzahl zurücknehmen, meldet dernewsticker. „Es geht im Grunde immer darum, dass wir, wenn wir Flüchtlinge von unserer Grenze zurückführen nach Athen oder Rom, dass umgekehrt dann sowohl die Italiener als auch die Griechen wollen, dass wir andere Flüchtlinge von ihnen nach Deutschland übernehmen“, habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der ARD im sogenannten „Sommerinterview“ gesagt. Es sei jedoch ausgeschlossen, dass Deutschland mehr aufnehme, als an der Grenze zurückgewiesen werden. „Das kann ja nicht im Ernst der politische Wille sein“, wird Seehofer weiter zitiert.

Es gehe aber nur um Menschen, die in einem anderen EU-Land schon einen Asylantrag gestellt haben. „Das ist eine relativ überschaubare Thematik“, habe der Bundesinnenminister eingeräumt. Der wesentlich größere Teil der nach Deutschland durchreisenden Migranten stellt die Asylanträge erst im Zielland. Ursprünglich wollte die CSU auch solche Zuwanderer an der Grenze zurückweisen.

Verfassungsschutz warnt vor Kindern aus islamistischen Familien

Der Verfassungsschutz hat vor Kindern gewarnt, die in Deutschland in islamistischen Familien aufwachsen, meldet die FAZ. Sie würden ein nicht unerhebliches Gefährdungspotenzial darstellen, hätten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe aus einer neuen Analyse des Bundesamtes zitiert. Es gebe Anzeichen für eine schnellere, frühere und wahrscheinlichere Radikalisierung von Minderjährigen und jungen Erwachsenen. Der Verfassungsschutz gehe demnach von einer niedrigen dreistelligen Zahl islamistischer Familien mit mehreren Hundert Kindern aus.

Griechenland entlässt Chefs von Feuerwehr und Polizei

Nach den verheerenden Waldbränden in Griechenland mit 90 Toten hat die unter Druck stehende Regierung die Chefs von Feuerwehr und Polizei entlassen, meldet orf.at. Die jeweiligen Vizechefs würden vorübergehend die Aufgaben übernehmen, habe das Büro von Regierungschef Alexis Tsipras nach einer Kabinettssitzung gestern mitgeteilt. Zwei Tage zuvor sei bereits der Vize-Minister für Katastrophenschutz, Nikos Toskas, zurückgetreten.

Am 23. Juli waren in der Umgebung der Hauptstadt Athen Waldbrände ausgebrochen, die sich rasend schnell ausbreiteten und unter anderem den Badeort Mati erreichten. Nach jüngsten Angaben starben 90 Menschen. Die Opposition wirft der Regierung Versagen bei der Warnung der Bevölkerung und der Evakuierung der betroffenen Gebiete vor.

Dürre setzt Weihnachtsbäumen zu

Nach Wochen fast ohne Regen bangen die Betreiber von Weihnachtsbaum-Plantagen um ihre Jungpflanzen, meldet die SVZ. „Aus den ostdeutschen Bundesländern, aber auch aus Norddeutschland erreichen uns Meldungen, wonach die Neuanpflanzungen zu 100 Prozent vertrocknet sind“, habe Martin Rometsch vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger (BVWE) gesagt. Davon dürften Millionen dieser drei- bis vierjährigen Bäumchen in Hunderten Betrieben betroffen sein.

Das habe zwar noch keine Auswirkungen auf die diesjährige Ernte, da die Nordmanntanne mindestens zehn Jahre gehegt und gepflegt wird, bevor sie geschlagen und als Weihnachtsbaum in den Verkauf gelangt. In acht bis zehn Jahren aber könnte es Engpässe beim Angebot geben. „Die Auswirkungen der diesjährigen Trockenheit werden wir dann in der Branche merken“, wird Rometsch weiter zitiert. Es sei nicht sicher, ob alle vertrockneten Jungbäume rechtzeitig und in vollem Umfang durch frische Pflanzen ersetzt werden können.

VW: Bestellstopp bei Autos mit Hybrid- und Erdgas-Antrieb

Volkswagen schafft es derzeit nicht, alle Fahrzeuge nach einem neuen Abgastest zertifizieren zu lassen, meldet die WAZ. Für Autos mit Hybrid- und Erdgas-Antrieb würden derzeit gar keine Bestellungen angenommen, habe ein VW-Sprecher am Sonntag gesagt. Der Bestellstopp bei diesen Antriebsarten hänge auch mit Modellwechseln und technischen Umstellungen zusammen. Hybrid-Fahrzeuge seien voraussichtlich 2019, Erdgasautos bereits im vierten Quartal 2018 wieder bestellbar, wird der Sprecher weiter zitiert. Auf lange Lieferzeiten von bis zu sieben Monaten müssten sich zudem Käufer von reinen Elektrofahrzeugen einstellen.

Bund plant schärfere Regeln für die Tattoo-Entfernung

An dieser Stelle wurde jüngst berichtet, dass eine CDU-Politikerin mehr Regeln fürs Tätowieren fordert und einen Tattoo-Gipfel anberaumen möchte. Offenbar lag sie damit im politischen Trend, denn nun hat die Politik entdeckt, dass es auch für das Lasern von Tattoos hierzulande kaum Regeln gibt. Das will die Bundesregierung jetzt ändern, meldet die WAZ.

Die Zahl der Studios, die das Weglasern von Tattoos anbieten, sei in den vergangenen Jahren angestiegen und praktisch jeder kann diese Dienstleistung anbieten, obwohl die Behandlung der Gesundheit schaden könne.

Dem unkontrollierten Geschäft wolle die Bundesregierung nun einen Riegel vorschieben. Das Bundesumweltministerium habe eine Verordnung zur Modernisierung des Strahlenschutzrechts erarbeitet, die bereits Ende des Jahres in Kraft treten könnte. Das regele auch den Schutz vor sogenannter nichtionisierender Strahlung – also etwa Laser oder Ultraschall – zu kosmetischen Zwecken. „Für die Tattoo-Entfernung ist vorgesehen, dass Laseranwendungen zur Entfernung von Tätowierungen künftig Fachärzten und Fachärztinnen vorbehalten bleiben“, habe eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums erklärt. Denn auch wenn die Laseranwendung aus kosmetischen Gründen erfolgt, sei bei der Durchführung fachärztliche Expertise erforderlich.

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