Wir bekommen Entwicklungshelfer geschenkt

Es gibt ja in Deutschland viele Medienschaffende, die sich redlich mühen, besser als die verantwortlichen Politiker zu erklären, welch guten Beitrag die Deutschen zur Genesung der Welt leisten, wenn sie ein großes Heer an afrikanischen Zuwanderern aufnehmen. Kalt und engherzig müssen sich alle jene, die sich vor den Folgen der Aufnahme vieler neuer Kostgänger in die Sozialsysteme fürchten (von rasant steigenden Zahlen in bestimmten Kriminalitätsbereichen wollen wir hier gar nicht reden), nach der Lektüre eines Textes von Malte Lehming im Tagesspiegel vorkommen. Dort wird nämlich endlich einmal richtig erklärt, welch gute Werke die Zuwanderer mit dem Geld tun, das wir ihnen geben:

„…im globalen Maßstab übersteigen die privaten jährlichen Rücküberweisungen von Migranten an ihre Familien längst die staatliche Entwicklungshilfe. Nach Angaben der Weltbank haben Migranten im Jahr 2017 etwa 466 Milliarden US-Dollar in Entwicklungsländer überwiesen. Das ist das Dreifache der Mittel der internationalen Entwicklungshilfe. Dabei dürfte die Summe noch höher sein, weil viele Geldscheine mit der Post verschickt oder Freunden mitgegeben werden. Um das private Engagement zu würdigen, haben die Vereinten Nationen den 16. Juni zum Internationalen Tag der Geldüberführungen an Angehörige ausgerufen. […]

Rücküberweisungen von Migranten sind ein wichtiger Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung. Jeder, der Arbeit hat und integriert ist, aber abgeschoben werden soll, wäre ein Entwicklungshelfer weniger.“

Zwar werden die Überweisungen nicht nur durch Arbeit von Migranten, sondern zunächst aus deutschen Sozialkassen finanziert, aber seien wir bei der Frage, wo das Geld herkommt, nicht so kleinlich. Wer abgeschoben wird, kann dennoch kein Geld mehr nach Hause überweisen. Und weil wir selbst das Geld ja nicht ohne Hilfe der Migranten in deren Herkunftsländer schicken können, brauchen wir sie als Entwicklungshelfer, das ist doch wohl klar. Und Entwicklungshelfer abzuschieben, das wäre ja ganz böse.

Notorische Nörgler würden an dieser Stelle einwenden, dass diese „Entwicklungshelfer“ vielleicht einfach das Geld, das sie an die Schleuser gezahlt haben, gleich im eigenen Lande hätten investieren können. Sie hätten sich mir Geld und Tatkraft an der Stärkung der heimischen Wirtschaft beteiligen können. Aber dann wären wir ja gar nicht beteiligt und könnten der Welt nicht zeigen, welch gute Menschen wir doch sind. Insofern tun ja auch die Schleuser ein gutes Werk für uns. Deshalb ist es auch nur fair, dass wir keine Anreize, wie Rundumversorgung oder Sozialleistungen kürzen, denn mit denen gelingt es den Schleusern ja erst, so viele Entwicklungshelfer von der Reise nach Deutschland zu überzeugen.

Nur, wie das mit der Fluchtursachenbekämpfung funktionieren soll, wenn die Menschen in den Herkunftsländern Geld in die Hand bekommen, mit dem sie dann ihrerseits auch wieder die Reise in Richtung Geldquelle – äh Verzeihung, Entwicklungshilfe natürlich – bezahlen, erschließt sich mir noch nicht. Aber das liegt vielleicht daran, dass noch nicht genug Entwicklungshelfer da sind. Darum, diesen Missstand zu beheben, kümmert sich die Politik immerhin mit großem Engagement.

1 Kommentar

  1. Karla Anders

    „Aber dann wären wir ja gar nicht beteiligt und könnten der Welt nicht zeigen, welch gute Menschen wir doch sind.“
    Bei diesem Denkmuster, offensichtlich jetzt auch Teil der Staatsräson, muss ich immer an die hinterfotzigen Streber damals, Altersstufe +/-13 , denken. Und auf solch charakterlich schwachen und nur vorgeblich „sozialen“ Menschen trifft man leider überproportional beim pädagogischen und anderen öffentlich in Lohn und Brot stehenden Personal, die „Zeit“-Leser als Bonbon oben drauf…

    Apropos, da gab es doch dieses Wort, „Soziopath“ … Malte Lehming ist also seiner Linie treu geblieben: „In Berlin gibt es ausländische Jugendbanden. Das ist ein Problem. Noch größer wäre das Problem, wenn es sie nicht gäbe. Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit, initiativ. Solche Menschen braucht das Land.“ Wer da nicht zustimme, empfinde „die Vitalität als Bedrohung”, denn, so fantasierte Lehming schon 2010, es gelte: „Lieber ein paar junge ausländische Intensivtäter als ein Heer von alten, intensiv passiven Eingeborenen“.

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