Revision und Raumstation

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Donald Trump warnt Russland und Iran vor einem Angriff auf Idlib. Die Zahl der Toten nach dem letzten Angriff der islamistischen Boko Haram ist gestiegen. Die Tschadsee-Konferenz verspricht Milliardenhilfen, Japan will einen seit Ende des Zweiten Weltkriegs schwelenden Konflikt mit Russland lösen und die SPD fällt in Umfragen hinter die AfD zurück.

Trump warnt Russland und Iran vor Angriff auf Idlib

US-Präsident Donald Trump hat Russland und den Iran gewarnt, im Falle einer Schlacht um die syrische Rebellenhochburg Idlib in die Kämpfe einzugreifen, meldet der Standard. „Die Russen und Iraner würden einen schwerwiegenden humanitären Fehler machen, wenn sie bei dieser möglichen menschlichen Tragödie mitmachen“, habe Trump am Montag getwittert. Der syrische Präsident Baschar al-Assad dürfe die Provinz Idlib nicht unbesonnen angreifen, hieß es. „Hunderttausende Menschen könnten getötet werden. Lasst das nicht zu!“, habe Trump geschrieben. Wegen der fast drei Millionen Zivilisten in der Region würden auch Hilfsorganisationen vor einer neuen humanitären Katastrophe warnen.

Die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von islamistischen Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front. Syriens Regierung hat dort Truppen zusammengezogen und droht mit einem Angriff. Der Iran habe bereits angekündigt, die syrische Führung bei ihrem erwarteten Großangriff auf die Rebellenhochburg zu unterstützen.

Acht Tote nach unklarer Explosion nahe Damaskus

Nach einer Explosion in Damaskus mit acht Todesopfern geht das Rätselraten weiter. Das offizielle Syrien spricht von einem Kurzschluss, während informierte Kreise von einem israelischen Angriff sprechen, berichtet tachles.ch.

Das israelische Radio habe am Montag noch von einem «mysteriösen Ereignis» gesprochen, doch gleichzeitig habe es Berichte gegeben, dass es sich bei dem Zwischenfall um das Resultat eines israelischen Angriffs handele. Die Rede sei von einem Luftangriff auf die syrische Luftwaffenbasis Mezeh unweit der syrischen Hauptstadt gewesen. Staatliche syrische Stellen würden die Version von einem israelischen Angriff verneinen und führten den Zwischenfall auf den Kurzschluss in einem Munitionsdepot zurück. Radio Israel habe am Montag in seinen Nachrichtensendungen dann von mindestens acht Toten bei dem Angriff berichtet, unter ihnen ein Iraner, und von wenigstens elf Verletzten. Eine offizielle Stellungnahme gab es am Montag nicht. Dieses offizielle Stillschweigen sei jedoch üblich.

Weitere Tote nach Boko Haram Angriff gefunden

Die Zahl der von islamistischen Kämpfern im Nordosten Nigerias getöteten Soldaten ist von 30 auf mindestens 48 gestiegen, meldet nau.ch. Laut Nachrichtenagentur AFP habe es im Dorf Zari im nördlichen Bundesstaat Borno 31 tote Militärangehörige gegeben. Weitere 17 Leichen seien am Sonntag bei Razzien im Distrikt Zari gefunden worden, wird ein namentlich nicht genannter Offizier zitiert.

Militärs hätten AFP bereits am Samstag über den Angriff auf den Armeestützpunkt Zari an der Grenze zum Niger und zum Tschadsee unterrichtet. Die schwer bewaffneten Boko-Haram-Kämpfer hätten die Basis gestürmt und nach heftigen Kämpfen vorübergehend eingenommen. Mit Hilfe von Luftangriffen seien sie später vertrieben worden. Auch unter den Boko-Haram-Kämpfern habe es viele Tote gegeben.

Tschadsee-Konferenz: Geber kündigen 2,17 Milliarden US-Dollar an

Auf der Tschadsee-Konferenz in Berlin haben über 70 Staaten, internationale Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteure insgesamt 2,17 Milliarden US-Dollar an Hilfe zugesagt, meldet dernewsticker. Das habe das Auswärtige Amt am Montagabend mitgeteilt. Entwicklungsbanken hätten zusätzlich 467 Millionen US-Dollar in günstigen Krediten zugesagt. Bundesaußenminister Heiko Maas habe angekündigt, dass Deutschland 100 Millionen Euro zusätzlich für humanitäre Hilfe in der Region bis 2020 bereitstellen werde. Zudem werde Deutschland 40 Millionen Euro an Mitteln für Stabilisierung und Prävention bereitstellen.

Palästinenser bei Messerattacke erschossen

Ein Palästinenser wurde laut israelischen Militärangaben zur Abwehr eines Messerangriffs erschossen, meldet nau.ch. Der 27-Jährige habe sich Soldaten auf einen Militär-Kontrollpunkt im südlichen Westjordanland mit einem Messer genähert.  Der Vorfall habe sich nahe Kirjat Arba, einer israelischen Siedlung nahe der Stadt Hebron ereignet.

Jerusalem will Arbeit des UNRWA unterbinden

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat will nach der Streichung der US-Hilfen für das Palästinenserhilfswerk UNRWA die Arbeit der Organisation in der Stadt unterbinden, meldet die Kleine Zeitung. „Das Ziel ist, die Schulen von UNRWA zu schließen und den Bürgern eine höherwertige Wahl zu ermöglichen“, habe Barkat am Montag gesagt. Die sozialen Dienste sollten ersetzt und an Angebote im Westteil der Stadt angeglichen werden, so Barkat weiter.

Von den Plänen wären rund 100.000 Palästinenser betroffen. Die UNRWA betreibe in Ost-Jerusalem fünf Schulen für Palästinenser, deren Vorfahren 1948 im Zuge der israelischen Staatsgründung flohen oder vertrieben wurden.

Messerstecher von Amsterdam sah Islam beleidigt

Ein 19 Jahre alte Afghane, der zwei US-Touristen im Hauptbahnhof von Amsterdam niedergestochen und schwer verletzt hat, hat damit nach eigenen Angaben auf Beleidigungen des Islam in den Niederlanden reagiert, meldet der Standard. Bei seinen Vernehmungen habe er angegeben, in den Niederlanden würden der Prophet Mohammed, der Koran, der Islam und Allah beleidigt.

Der Afghane, der im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz als Asylwerber lebte und dessen Name mit Jawed S. angegeben worden sei, war noch im Bahnhof bei einem Fluchtversuch von Polizisten mit Schüssen gestoppt worden. Es gebe bisher keinerlei Hinweise darauf, dass Jawed S. bei seinem Anschlag im Hauptbahnhof Mittäter gehabt hätte, habe die Staatsanwaltschaft erklärt.

Japan will Insel-Streit mit Russland lösen

Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September angekündigt, um einen alten schwelenden Insel-Streit zu lösen, meldet dernewsticker. Abe wolle sich mit Putin während seines Besuchs des „Eastern Economic Forum“ (EEF) in Wladiwostok treffen, hätten japanische Medien am Montag berichtet. Der Premierminister habe sich hoffnungsvoll gezeigt, dass das Treffen mit Putin zu Fortschritten bei den Friedensgesprächen zwischen beiden Ländern führe. Besonders eine Lösung zum Gebietsstreit um die vier Inseln im Kurilen-Archipel sei angestrebt.

So hoffe er auf eine wirtschaftliche Kooperation und eine Einigung auf humanitäre Maßnahmen für ehemalige japanische Inselbewohner, habe der japanische Premierminister gesagt. Im zwischen Japan und Russland schwelenden Kurilenkonflikt geht es um vier Inseln nördlich Hokkaidos, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter russischer Kontrolle stehen. Japan sieht die Inseln als illegal von den Russen besetzt an und beansprucht sie.

Politisches Chaos im irakischen Parlament

Beinahe vier Monate nach den Wahlen im Irak fand am Montag die konstituierende Sitzung des Parlaments statt: Die ihnen zugedachte Aufgabe, einen Parlamentspräsidenten und dessen Stellvertreter zu wählen, konnten die Volksvertreter jedoch nicht erfüllen, meldet der Standard.

Zunächst hätte sich der amtierende Premier Haidar al-Abadi, bei den Wahlen im Mai nur Dritter, und der Wahlsieger, die Liste des schiitischen Mullahs Muqtada al-Sadr, gemeinsam mit anderen kleineren Gruppen zu einem Block zusammengeschlossen, der der größte des Parlaments sein sollte – und damit das Recht hätte, den Premier zu stellen. Gleichzeitig habe sich jedoch die zweitplatzierte Milizenallianz von Hadi al-Amiri mit Expremier Nuri al-Maliki und anderen zusammengeschlossen und würden nun ihrerseits behaupten, der größte Block zu sein.

Der Streit erkläre sich daraus, dass Abadi/Sadr nur die Unterschriften von anderen Listenführern für die geplante Koalition haben, Amiri/Maliki jedoch von individuellen Abgeordneten. Einige wären von der Nasr-Liste Abadis abgesprungen und hätten sich seinen Konkurrenten zugewandt.

SPD rutscht in Meinungsumfrage hinter AfD

Die SPD ist einer aktuellen Meinungsumfrage zufolge in der Wählergunst hinter die AfD gerutscht, meldet die Welt. Im Insa-Trend der „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) hätten sich die Sozialdemokraten um einen halben Prozentpunkt auf 16 Prozent verschlechtert und wären somit nur noch die drittstärkste Kraft im Bund. Denn gleichzeitig habe die AfD sich um einen halben Punkt auf 17 Prozent verbessert. Die CDU/CSU sei demnach auf 28,5 Prozent gekommen, ebenfalls einen halben Punkt besser als in der Vorwoche.

Laut Insa-Umfrage hätte die schwarz-rote Koalition weiterhin mit zusammen 44,5 Prozent keine parlamentarische Mehrheit. Auch die Grünen lägen derzeit nur zweieinhalb Punkte hinter den Sozialdemokraten. Ein Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen käme derzeit auf 51,5 Prozent.

 „Aufstehen“ soll Wählerwanderung zur AfD stoppen

Die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ wird heute auch in der realen Welt vorgestellt. Sie soll nach den Worten ihrer Gründer Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine politisch heimatlose Wähler ansprechen und auch die AfD schwächen, meldet die Welt. Ziel sei es, linken Wählern, die sich in den bisherigen Parteien nicht wiederfänden, eine Plattform zu bieten, habe der frühere Linken-Vorsitzende Lafontaine gesagt. Die Bewegung wolle auch „die Wanderung zur AfD stoppen und vielleicht umkehren“.

Lafontaines Frau Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, will die neue Bewegung heute in Berlin vorstellen. Die Spitzen von Linken, SPD und Grünen sehen sie skeptisch – sie fürchten die Folgen für ihre Parteien.

Urteil nach Kandel-Mord: Staatsanwaltschaft prüft Revision

Der Afghane Abdul D. tötete am 27. Dezember 2017 seine Ex-Freundin Mia (15) mit einem 20,5 Zentimeter langen Küchenmesser. Gestern wurde er verurteilt: Wegen heimtückischen Mordes und Körperverletzung muss Abdul D. nach Jugendstrafrecht für acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, meldet Bild.

Die Anklagebehörde prüfe demnach aber, ob sie in Revision gehe. Das Gesetz lasse dafür eine Woche Zeit. Die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger hatten eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert, die Verteidigung sieben Jahre und sechs Monate wegen Totschlags.

Er rechne damit, dass der Verurteilte nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde, habe dessen Rechtsanwalt Endler gesagt. In seinem letzten Wort habe sein Mandant noch einmal Reue bekundet.

Ist russischer Produktionsfehler Ursache für Loch in ISS?

Das kleine Leck in der „Internationalen Raumstation“ (ISS) wurde wahrscheinlich weder von Weltraumschrott noch von einem kleinen Meteoriten verursacht, berichtet die Welt. Stattdessen dürfte ein Produktionsfehler bei einer der beiden angedockten Sojus-Raumfahrtkapseln die Ursache für den zeitweiligen Druckverlust gewesen sein. Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti habe jetzt von einem Fertigungsfehler bei der Kapsel Sojus MS-09 berichtet. Sie berief sich auf eine nicht näher genannte Quelle in der Raumfahrtbranche.

In der Nacht zu Donnerstag vergangener Woche hatten die Bodenkontrollstationen der „Internationalen Raumstation“ den Druckverlust registriert. Bei der Ursachensuche sei ein gut zwei Millimeter großes Leck entdeckt worden.

Für die aktuelle Sechs-Personen-Crew in der ISS, darunter der deutsche Astronaut Alexander Gerst, habe keine akute Gefahr bestanden, habe es übereinstimmend bei den Raumfahrtbehörden geheißen. In mehreren Arbeitsschritten sei das Leck von zwei russischen Kosmonauten zunächst provisorisch und danach wohl endgültig mit in Kunststoff getränkten Tüchern abgedichtet worden.

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