Ein Dank an die italienische Regierung

FUNDSTÜCK:

„Die verantwortungslose Haushaltspolitik der italienischen Populisten könnte sich in einer Hinsicht als Segen für Europa erweisen. Denn die Eskalation im Haushaltsstreit mit Rom ist ein Weckruf, der gerade noch rechtzeitig kommt, bevor eine unumkehrbare Entscheidung über die europäische Einlagensicherung Edis (European Deposit Insurance Scheme) fällt.“

Das schreibt Friedrich Heinemann in der Welt und fährt fort:

„Diese schöne Edis-Welt wäre erstrebenswert, wenn es keine systematisch unterschiedlichen Risiken zwischen den nationalen Bankensystemen gäbe. Bei fundamental unterschiedlichen Risiken läuft Edis hingegen auf einen Transfermechanismus hinaus. Die Sparer im Land mit dem gesunden Bankensystem müssten für die Risiken aus schlechten Bankbilanzen anderswo haften.

Dieses Problem ist im Hinblick auf faule Kredite an private Schuldner seit Langem bekannt und Gegenstand der laufenden Verhandlungen. […] Italien zeigt jetzt, dass diese Sicht zu den Edis-Voraussetzungen noch viel zu kurz greift. Die nationalen Bankensysteme in Europa haben nicht nur wegen der faulen Kredite an Private unterschiedliche Risiken. Der zweite systematische und noch viel bedeutsamere Unterschied liegt in der unterschiedlichen Güte der Kredite an den eigenen Staat.“

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