Online-Protest gegen die Brot-Krise

FUNDSTÜCK:

Die kubanische Führung hatte sich gerade entschlossen, trotz aller Reformankündigungen und Lockerungen, in der neuen Verfassung beim Staatsziel Kommunismus zu bleiben. Vor einigen Monaten hieß es noch, dass auch dies den Reformbemühungen der kommunistischen Führung geopfert werden könnte.

Passend zum alten und neuen Staatsziel haben die in jeder Zwangswirtschaft entstehenden Versorgungskrisen Kuba derzeit wieder schwer im Griff. Vor allem die Lebensmittel-Krise sorgt für schweren Unmut. Unmut kann sich in einer Diktatur nur begrenzt äußern, doch die Führung in Havanna sieht sich nun erstmals ernsthaft vor dem Problem, dass sich die Proteststimmen online im Lande verbreiten können, berichtet die Welt:

„Vor den blauen Mauern der Bäckerei in Havanna stehen die Menschen in einer langen Schlange. Dutzende Männer und Frauen warten darauf, dass es vielleicht doch noch Brot gibt an diesem Dezembertag in der kubanischen Hauptstadt. Erfolglos. Die Brotkrise hat die Insel fest im Griff. Wenige Tage vor dem 60. Jahrestag der kubanischen Revolution rumort es wieder einmal an der Basis, doch diesmal ist vieles anders als in den Jahrzehnten zuvor.

Regierungskritische Demonstrationen sind zwar noch immer tabu und führen meist direkt ins Gefängnis. Aber mit dem Ausbau des Internets breitet sich der Protest in den sozialen Netzwerken aus. Die Regierung steht nun erstmals unter Rechtfertigungsdruck, weil sie von einigen Twitter-Usern direkt angeschrieben wird. Die wollen wissen, warum die Regale in den Bäckereien leer sind, warum viele Kubaner Hunger leiden müssen.“

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.