Gefechte und Geschosse

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Pakistan gab es Taliban-Angriffe auf das Militär, in Somalia griffen Islamisten ein UNO-Camp an, in Nordafghanistan griffen die Taliban wieder Armee-Posten an, auf den Philippinen gab es einen islamistischen Anschlag auf ein Einkaufszentrum und in Mali zahlreiche Tote bei einem Überfall auf ein Dorf. Hierzulande fordert der Bundesinnenminister mal wieder Entschiedenheit und Härte und die Uffizien in Florenz fordern NS-Raubkunst zurück.

Mehrere Tote bei Taliban-Angriff auf Militär in Pakistan

Bei einem mehrstündigen Angriff auf eine Militärausbildungsstätte in der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan sind mindestens vier Soldaten getötet worden, meldet orf.at. Zwei der vier Angreifer hätten eine Sprengstoffweste getragen. Sie seien mit Handgranaten und automatischen Waffen angerückt und hätten versucht, die Ausbildungsstätte im Bezirk Loralai zu stürmen, hieß es weiter. Zu dem Angriff habe sich die pakistanische Dachorganisation der radikalislamischen Taliban, Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP), bekannt. In der Mitteilung hätte ein Sprecher der TTP, Muhammad Khurasani, weitere Angriffe angekündigt.

Baluchistan grenzt an Afghanistan und den Iran und gilt als Unruheprovinz Pakistans. Radikalislamische Taliban seien dort aktiv und sunnitische Militante verübten immer wieder Anschläge auf schiitische Muslime.

Islamisten griffen UNO-Camp in Somalia mit Granaten an

Islamistische Extremisten haben ein Gelände der Vereinten Nationen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mit Granaten beschossen und dabei drei Menschen verletzt, meldet die Kleine Zeitung. Wie die UNO-Unterstützungsmission in dem Land (UNSOM) am Dienstag weiter mitteilte, landeten sieben Geschosse in dem Camp. Die Al-Shabaab-Miliz, die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida hat, habe sich zu der Tat bekannt.

Mindestens 23 Tote bei Gefechten in Nordafghanistan

Bei mehrstündigen schweren Gefechten in Nordafghanistan sind in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Sicherheitskräfte getötet worden, melden die Salzburger Nachrichten. Taliban-Kämpfer hätten erst mindestens zwei Kontrollposten im Bezirk Sajad der Provinz Sar-i Pul angegriffen, um anschließend die von der Regierung geschickten Nachschubkräfte aus dem Hinterhalt zu überfallen. Unter den Toten seien ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, ein lokaler Polizeikommandeur sowie ein Militärkommandeur.

Die radikalislamischen Taliban sollen fast täglich Kontrollposten und Stützpunkte der Polizei und Armee angreifen. Militärkreisen zufolge würden täglich etwa 35 Polizisten und Soldaten bei Gefechten und Anschlägen sterben.

Bei einer Explosion vor einem Einkaufszentrum sind auf den Philippinen mindestens zwei Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden, meldet die NZZ. Der Vorfall habe sich bereits am Montag nahe der South Seas Mall in Cotabato auf der südlichen Insel Mindanao ereignet, wie die Behörden mitgeteilt hätten. Eine zweite Bombe, die nicht explodiert sei, wäre wenig später auf derselben Strasse entdeckt worden, habe das Militär mitgeteilt. Nach ersten Ermittlungen habe es sich um selbstgebaute Sprengsätze gehandelt.

Islamistische Rebellen würden für den Bombenanschlag verantwortlich gemacht, habe Generalmajor Cirilito erklärt. Kurz vor einer geplanten Volksabstimmung sei die Lage in der Region angespannt: Im Januar sollten die Bewohner über die Schaffung der neuen autonomen muslimischen Region Bangsamoro auf Mindanao entscheiden.

Die Moro Islamische Befreiungsfront (MILF) habe seit den späten 1970er Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der Philippinen gekämpft. Nach siebzehn Jahren Verhandlungen hatten die Regierung und Rebellen der MILF im März 2014 Frieden geschlossen. In der Region seien jedoch auch andere militante Gruppen aktiv, etwa die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf.

37 Tote bei Überfall auf Dorf in Mali

Bei einem Überfall auf ein Dorf im Zentrum Malis sind 37 Zivilisten getötet worden, meldet der Deutschlandfunk. Die Gewalt habe sich gegen die Volksgruppe der Fulbe gerichtet, hätten die Behörden erklärt. Die mutmaßlichen Täter sollen zum Volk der Dogon gehören. In den vergangenen Jahren hätten sich die Konflikte zwischen den beiden Ethnien verschärft. Dafür werde eine dschihadistische Gruppe verantwortlich gemacht. Ihr Anführer soll Ende November von französischen und malischen Soldaten getötet worden sein.

China: Xi droht Taiwan mit Wiedervereinigung

China hat seinen Willen bekräftigt, eine Wiedervereinigung mit Taiwan im äußersten Fall auch mittels militärischer Gewalt zu erzwingen, meldet die Kleine Zeitung. Präsident Xi Jinping habe erklärt, Peking „behält sich die Option vor, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen“. Letztlich werde die Wiedervereinigung Taiwans mit dem Festland erfolgen, sagte Xi.

Diese sei im Interesse und zum Wohle der „taiwanischen Landsleute“, so Xi. Anlass der Rede Xis sei die Erinnerung an eine Botschaft aus dem Jahr 1979 an Taipeh gewesen, in der die kommunistische Führung in Peking Taiwan zur Wiedervereinigung und zu einem Ende der militärischen Konfrontation aufgefordert hätte.

US-Grenzposten haben erneut Tränengas eingesetzt, um eine Gruppe von illegalen Einwanderern aus Mittelamerika an der Überquerung der Grenze zwischen Mexiko und den USA zu hindern, meldet die Welt. Einem Fotografen der Nachrichtenagentur AP zufolge hätten US-Sicherheitsleute in der Nacht zum Dienstag in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana das Reizgas nach Mexiko gefeuert, als einige Personen über den Grenzzaun klettern wollten.

Die US-Grenzschutzbehörde CBP habe erklärt, Tränengas sei eingesetzt worden, als Migranten US-Beamte mit Steinen beworfen hatten. Insgesamt hätten sich am Montagabend rund 150 mittelamerikanische Migranten in der Nähe des Grenzzaunes versammelt. Die meisten seien nach Angaben der CBP nach Mexiko zurückgekehrt, 25 Menschen – darunter zwei Teenager – seien festgenommen worden.

Bei einem ähnlichen Vorfall im November habe Mexiko eine Untersuchung gefordert, weil Waffen auf das Staatsgebiet von Mexiko gerichtet worden seien.

Bolsonaro als neuer Präsident von Brasilien vereidigt

Der ultrarechte Ex-Militär Jair Bolsonaro ist als neuer Präsident Brasiliens vereidigt worden, meldet orf.at. Der 63-Jährige habe gestern im Kongress seinen Amtseid abgelegt. Zuvor sei er gemeinsam mit seiner Ehefrau Michelle in einem offenen Rolls Royce durch die Hauptstadt Brasilia gefahren. Seine Anhänger hätten Bolsonaros Wahlkampfslogan: „Brasilien über alles, Gott über alles.“ skandiert.

Brüssel und Washington kritisieren Bangladesch-Wahl

Die Europäische Union und die USA haben den Ablauf der Parlamentswahl in Bangladesch kritisiert und Defizite angeprangert, meldet orf.at. Das Außenministerium in Washington habe sich heute besorgt angesichts „glaubwürdiger Berichte über Drangsalierung, Einschüchterung und Gewalt“ in den Wochen vor dem Urnengang geäußert. Die Wahlkommission des Landes müsse mit allen Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten und sich mit der Kritik an Unregelmäßigkeiten befassen, hieß es weiter.

Der diplomatische Dienst der EU in Brüssel habe die Gewalttaten, welche die Parlamentswahl in dem südasiatischen Land überschattet hätten, bedauert. „Bedeutende Hindernisse“ hätten einer fairen Auseinandersetzung im politischen Wettstreit im Wege gestanden.

Drei Monate vor den vorgezogenen Parlamentswahlen in Israel spaltet sich die Opposition: Der Chef der Arbeitspartei, Avi Gabbay, kündigte am Dienstag die Zionistische Union mit der Oppositionsführerin und früheren Ministerin Zipi Livni auf, meldet die NZZ. Die Zionistische Union war ein Zusammenschluss aus Livnis Partei Hatnua (Bewegung) und der Arbeitspartei von Gabbay. Bei der Wahl 2015 hatte sie 24 der 120 Sitze im Parlament gewonnen, hinter der rechtsgerichteten Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanyahu mit 30 Sitzen.

Vor dem Urnengang am 9. April würden sich nun die politischen Lager neu ordnen: Erst vor wenigen Tagen hätten sich zwei rechtsgerichtete Minister des Kabinetts von Netanyahu von der nationalreligiösen Siedlerpartei Jüdisches Heim abgespalten und eine neue rechte Partei gegründet.

Seehofer fordert mal wieder Entschiedenheit und Härte

Nach dem Angriff von jugendlichen Asylbewerbern in Amberg hat Bundesinnenminister Seehofer die Forderung nach härteren Abschieberegeln bekräftigt, meldet der Deutschlandfunk. Wenn Asylbewerber Gewaltdelikte begingen, müssten sie das Land verlassen, habe der Innenminister der Bild-Zeitung gesagt. Dazu werde er der Koalition Vorschläge machen.

Im oberpfälzischen Amberg sitzen vier junge Männer im Alter von 17 bis 19 Jahren aus Syrien, Afghanistan und dem Iran in Untersuchungshaft. Sie sollen am Samstagabend wahllos auf Passanten eingeschlagen haben. Zwölf Menschen wurden verletzt. Ambergs Bürgermeister Cerny habe die Tat verurteilt und zugleich vor Pauschalurteilen gegenüber „Flüchtlingen“ gewarnt, wiewohl er damit alle Asylbewerber pauschal zu Flüchtlingen erklärt hat.

Seehofer habe sich im Bild-Interview auch zu der Amokfahrt im Ruhrgebiet geäußert. Das – Zitat – „offensichtlich fremdenfeindlich motivierte“ Geschehen in Bottrop habe ihn sehr betroffen gemacht. Es gehöre zur politischen Glaubwürdigkeit, beide Fälle mit Entschiedenheit und Härte zu verfolgen.

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