Der Medien-Lotse zieht die rechte Grenze

Gerade für diejenigen, die offene Grenzen für alle propagieren, ist – neben der Sicherung des eigenen Hausstands und Lebensstandards vor fremdem Zugriff – eine spezielle Grenzziehung und Grenzbefestigung besonders wichtig: Die Abgrenzung nach „rechts“. Wobei dieses „rechts“ nicht, wie ehedem, beim demokratieverleugnenden Rechtsradikalen und Rechtsextremisten beginnt, sondern auch schon jene, die eine Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung für nötig erachten, umfasst. Wer solche Positionen vertritt, mit denen ein Helmut Schmidt (SPD) einst in ARD und ZDF auftrat, verdient sich heutzutage bekanntlich schnell das Etikett „Rechtspopulist“.

Und dann gibt es ja da noch eine Grauzone zwischen den „Rechten“, die früher keineswegs als solche gegolten hätten, weshalb sie sich selbst auch immer noch nicht als solche verstehen, und jenen, die unstrittig in die rechte Ecke gehören. Das kann verwirrend sein.

In Zeiten des verbreiteten Haltungs-Journalismus sind dessen Vertreter verständlicherweise etwas beunruhigt, dass es eine wachsende Zahl von Medien-Konsumenten gibt, die sich eher nach dem alten journalistischen Handwerk sehnen und gerade den Redaktionen den Rücken kehren, die auch auf Kosten von Fakten und Recherche vor allem um vorbildliche Leistungen im Haltungs-Fach bemüht sind. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Leser, Hörer und Zuschauer dann nach Alternativen suchen, auch wenn diese mangels einer Ausstattung, die den finanziellen und personellen Ressourcen klassischer Medienhäuser vergleichbar wäre, den eigenen Anspruch nicht immer wunschgemäß erfüllen können.

Und weil es in diesem Milieu tatsächlich auch viele schmuddelige und unseriöse Angebote gibt, braucht man eigentlich einen Medien-Lotsen, der ganz klar die Grenze nach rechts ziehen kann. Einen, dessen Urteil zwischen den Angeboten, die noch in einer Grauzone siedeln, und Publikationen, vor denen gewarnt werden muss, deutlich unterscheiden.

Was ist weltanschaulich unbedenklich?

Eignen würde sich hier vielleicht Markus Decker, der Korrespondent des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Berlin. Am RND ist übrigens über die Madsack-Mediengruppe die SPD-eigene DD-VG-Verlagsholding beteiligt. Die ist ja weltanschaulich vollkommen unbedenklich.

Markus Decker hat sich bekanntlich gerade wieder mutig an der AfD abgearbeitet, vor allem daran, dass deren Bundestagsfraktion Henryk M. Broder zu einer Rede eingeladen hat und der dann auch noch tatsächlich dort aufgetreten ist. Doch um diese Rede und die umstrittene Umarmung Broders durch die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel soll es hier gar nicht gehen. Nur um Deckers klare Urteilskraft, die doch klarer zu sein scheint, als die der Akteure selbst. Und die äußerte sich eben auch in dem mittlerweile recht bekannten Tweet:

„Henryk M. Broder ist mit dem Satz seiner Eltern groß geworden: „Wir haben für Dich das KZ überlebt.“ Jetzt liegt er in den Armen einer Partei, die das Holocaust-Mahnmal als Mahnmal der Schande bezeichnet. Es ist nicht zu fassen.

Es gab eine Reihe uneinsichtiger Antworten, wie:

„Der Holocaust verpflichtet die Nachfolger der Täter. Der Holocaust verpflichtet nicht die Nachkommen der Opfer! #Broder darf frei sprechen, wo er will. Deutsche Journalisten wie Sie, @Herr_Decker, kehren Täter und Opfer um. Glasklarer sekundärer #Antisemitismus. Widerwärtig.“

oder

„und Sie schwingen sich tatsächlich auf, einen Satz seiner Eltern über den Holocaust zu zitieren, um über ihn zu urteilen, als hätten Sie sie besser verstanden. Wissen Sie was, Herr Decker? Lassen das. Es ist sehr unappetitlich.“

und

„Na zum Glück haben wir deutsche Journalisten, die diesem Juden mal sagen, wie er sich aufgrund seiner Familiengeschichte zu verhalten hat… (ihre Aussage ist unfassbar)“.

Vielleicht haben diese Medienkonsumenten einfach die falschen Medienerzeugnisse gelesen. Deshalb gibt Decker in einem Artikel im Nachgang zum Fall Weidel-Broder-Umarmung eine klare Empfehlung, welche Publikationen sich noch in der Grauzone nach rechts bewegen und welche hinter der Grenze nach rechts siedeln, obwohl die auch so tun, als gehörten sie gar nicht in die rechte Ecke. Hier also die Markierung der roten Linie des Medien-Lotsen:

„Als Medien in der Grauzone zum Rechtspopulismus gelten Kritikern schließlich „Tichys Einblick“, verantwortet von dem früheren „Wirtschaftswoche“-Chefredakteur Roland Tichy, das Magazin „Cicero“ und die „Neue Züricher Zeitung“. Die „Achse des Guten“ und die „Junge Freiheit“ haben die Grenze nach allgemeiner Einschätzung überschritten.“

Beim nächsten Mal klärt Kollege Decker seine Leser vielleicht auch darüber auf, wer sich hinter „nach allgemeiner Einschätzung“ verbirgt. Aber was soll das kleinliche Fragen nach solchen Fakten. Hauptsache, die Haltung stimmt.

15 Kommentare

  1. kdm

    Ich mochte mal den Broder überhaupt nicht.
    (Kenn‘ seinen Namen und verfolg‘ sein Tun seit „po-po-po“ (Politik, Pop, Porno), hab leider die alten Ausgaben beim Umzug 1999 weggeworfen).
    .
    Inzwischen hör ich und stimme ihm (gerne) zu.
    Ich bin ja auch älter geworden und hab nicht auf der faulen Haut gelegen.

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  2. Sibylle von Küster

    Ich glaube, Frau Weidel hat vor lauter Freude, dass endlich mal ein Außenstehender ihre Partei anständig und gerecht behandelt, einfach von spontanem Gefühl übermannt bzw.(pc) überfraut, Herrn Broder umarmt.
    Da braucht er sich nicht gleich zu genieren. Fand ich ok.

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  3. hemei

    Jetzt sitze ich aber total in der Tinte.Täglich lasse ich mich von den hier beschriebenen Publikationen mit großem Genuss verdummen. Habe es schon mit den MSM versucht, konnte aber den Würgeeffekt nicht unterdrücken. Was soll ich jetzt machen.
    Und den Broder kann ich mir überhaupt nicht abgewöhnen. Wollte ihn schon fragen, ob er mich adoptiert. Ihr seht, der Schaden ist schon fortgeschritten. Und nun?

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  4. Bernd Peter W.

    Ich bin über die Achse auf diesen Beitrag aufmerksam geworden. Es ist doch immer dasselbe. Der Herr … wie hieß er gleich noch, Namen schon vergessen … hat ein Problem. Nach Albert Memmi ist jede Form von Ausgrenzung Rassismus. Danach wäre Herr … ein …
    Ich lese solchen rassistischen Scheiss garnicht mehr. Ich höre immer dann darüber, wenn sich Einer drüber aufregt und darüber schreibt. Für beides gilt: vertane Zeit. Denn Rassisten sind Psychopathen, denen es an der Fähigkeit zur Empathie fehlt und die sich sowieso nichts sagen lassen. Besser wäre es an seinen empathischen Fähigkeiten zu arbeiten anstatt sich über Andersdenkende auszukotzen. Empathie kann man lernen. Dementsprechend dann natürlich auch verlieren, wenn man dauernd die falschen Dinge im Leben tut, seine antipathischen Fähigkeiten ansammelt um sie anschließend über Andere auszukotzen. Deshalb gibt es gleich drei „linke“ Parteien im Bundestag, aber nur eine rechte. Die sind sich einiger. Genau das ist der Unterschied zwischen Links und Rechts. Wenn erstmal die „Rechten“ ihre Geduld verlieren, dann haben wir den nächsten http://www.spiegel.de/einestages/altonaer-blutsonntag-1932-massaker-unter-zivilisten-a-949531.html irgendwo in Deutschland.

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  5. Gerd Wagner

    Der Absolutheitsanspuch linksgrüner „Medienschaffender“ ergänzt durch eine prügelnde Antifa erinnert mich an den Satz :Der neue Faschismus wird nicht sagen, „ich bin der Faschismus“, er wird sagen ,“ ich bin der Antifaschjsmus „.

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  6. Hanns W.Schmücker

    Sehr geehrter Herr Broder,

    jetzt langt es mir allmählich mit Ihren guten Ratschlägen! Ich habe mein Katzenkloo (eigentlich das von meiner Katze)
    mit dem Kölner Stadtanzeiger ausgelegt. Seitdem scheißt mir das Vieh direkt auf den Teppich.
    Ich werde Sie verklagen!

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    1. Blachmarina

      Herr Schmuecker,
      lassen Sie es. Seien Sie stolz darüber, dass Sie so eine kluge Katze haben.

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  7. Emmanuel Precht

    Ich finde es toll, dass mir nach mehr als 60 Jahren endlich so ein „Studierter der Geschwätzwissenschaften“ sagt, was ich falsch gemacht habe und falsch mache.
    Wohlan…

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    1. Marie-Jeanne Decourroux

      Ich beglückwünsche Sie zu diesem Ausdruck. »Geschwätzwissenschaften« übertrifft den von mir gerne benutzten Ausdruck »narrative Wissenschaften«. Unglaublich, wie viele Stellen dieser Sektor für die Lakaien der Polit-Oligarchie anzubieten hat. Zumeist (u.a. in ARD bis ZDF) mit Zwangsgebühren und (z.B. an den Lehrstühlen für politische »Wissenschaften« oder sog. »Rechtsextremismus-Forschung«) aus öffentlichen Mitteln finanziert.

      Das Volk wird seine eigene Verdummung berappt…

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  8. Steffen Pohle

    Demokratie bedeutet Herrschaft des Volkes und des Volkes Wille war es schlussendlich dass die AFD in den Bundestag eingezogen ist.
    Nun ist immer wieder davon die Rede dass die AFD antidemokratisch sei. Aber warum, wenn sie doch demokratisch legitimiert ist, oder ist es nicht eher so dass es Bestrebungen gibt die Demokratie zu verbiegen…
    Es ist schade dass die vermeintlich freie Presse- und Medienlandschaft dann doch nicht so frei ist und eher mit populistischer Desinformation vermeintlichen Demokraten Rückenhalt bietet und zur Volksverdummung aktiv beträgt anstatt aufzuklären und durch eine demokratische Diskussion begleitet. Eigentlich ist das Ganze was in Deutschland seit Jahren geschieht ein Missbrauch im Namen der Opfer des Nationalsozialismus um eigene Machtinteressen zu schützen. Schade ist auch dass die ganze Linke Klientel eigentlich die Worte Rosa Luxemburgs aus dem kollektiven Gedächtnis zu löschen sucht dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist. Die Politik der Stigmatisierung von Andersdenkenden soll zur Ausgrenzung der Abdersdenkenkenden führen und damit den demokratischen Entwicklungsprozess verhindern, aber ist nicht gerade eine solche Entwicklung Sinnbild einer Diktatur… aus meiner Sicht sind wir auf dem Weg dahin, oder vielleicht auch schon angekommen wenn man verfolgt wie mit Journalisten und anderen Menschen umgegangen wird welche ihrem Gewissen und der Wahrheit folgend Themen aufgreifen und diskutieren welche das Volk tatsächlich bewegen.
    Die Fratze des Faschismus wird in Deutschland missbraucht um demokratische Prozesse zu verhindern und dann wundert man sich über den Zulauf zu neuen Parteien welche dem Volk das Gefühl geben dem Volk zuzubinden des Volkes Stimme zu sein…

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  9. Max

    Die beste Antwort auf diesen Schwachsinn von Herrn Decker gab der jüdische Journalist Chaim Noll auf der achse des guten am 1.2.19,kein Wort von der indirekten Unterstützung der Hamas durch Bundesrepublik D.oder den Iran,der den Staat Israel auslöschen möchte!

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  10. D,Caberta

    Ich frage mich schon länger wo ich hier eigentlich lebe?
    Es ist doch jedem selber überlassen, mit wem er sich wo ablichten lässt.
    Diese Stimmungsmache der Linksgeistiegen Tiefflieger erinnert doch alarmierend an „Kauft nicht beim …..“.
    Wie verblendet muss man sein solch Geistigen Dünnsch… zu Publizieren?

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  11. Peter Thomas

    Deckers Tweet ist ein Kondensat der Lüge: 1. Das Zitieren des Satzes der Eltern ist schmierig und widerwärtig, weil deren Ausspruch hier als Anklage gegen den Adressaten verwendet wird. 2. „Jetzt liegt er in den Armen einer Partei…“ (AfD) ist eine Verleumdung: Alice Weidel hat ihn umarmt – und wie spontan auch immer – Alice Weidel ist ein Mensch, und Broder hat nicht gelegen.3. Das „Mahnmal der Schande“ sollte ja langsam auch beim letzten Idioten durch sein; zum einen stammt die Wendung von Augstein sen., zum andern genügt die Gegenprobe: wie wärs z.B. mit „Mahnmal des Triumphes“?

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  12. Y. Raney

    Wenn es solche Personen wie Herrn Broder nicht gäbe, wäre ich längst weg aus Germany… sie sind die Hoffnungsträger.

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  13. Wahl, Joachim

    Was ist aus diesem Land geworden? Wenn die Kanzlerin sich mit „Willkommenen“ ablichten lässt, stört das auch niemanden. Wer will denn nun noch das Umarmen verbieten? Es ist ein Ausdruck von Sympatie. Wen Weidel umarmt, geht niemand etwas an. Punkt!

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