Türkisch statt Englisch

Laut Wikipedia beschreibt man Tayfun Keltek korrekt als deutschen Politiker türkischer Abstammung. Er ist in der SPD, mithin also in einer Partei, deren Vertreter derzeit mit vielen innovativen Vorschlägen aufwarten. Kelteks Kernkompetenz ist das Themengebiet „Integration“, nicht nur wegen seiner Herkunft, sondern auch, weil er der Vorsitzende des NRW-Landesintegrationsrats ist.

Die Vorlage lieferte ihm ein Bericht, wonach Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) plane, den Grundschullehrplan im Land umzubauen. Und wenn Politiker in der Schule etwas umbauen, legen sie gern Hand an die Dinge, die einige Jahre zuvor als höchstinnovativ eingeführt worden waren. In Nordrhein-Westfalen betrifft dies offenbar u.a. den Englisch-Unterricht an Grundschulen. Die Ministerin, so heißt es, soll planen, mit Englisch-Stunden nicht mehr in der ersten, sondern erst in der dritten Klasse zu beginnen.

Das brachte Tayfun Keltek offenbar auf eine völlig neue Integrationsidee: „Ich bin dafür, den Englisch-Unterricht an Grundschulen ganz abzuschaffen – nicht nur in den ersten beiden Schuljahren“, wird Keltek zitiert. Stattdessen sollten die Muttersprachen der nichtdeutschen Grundschulkinder unterrichtet werden. „Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen.“ Da hat Genosse Keltek womöglich recht. Schließlich werden diese Sprachen ja um sie herum ständig gesprochen. Gerade in Schulen, in denen Kinder mit deutscher Muttersprache in der Minderheit sind, ist es zudem sicher hilfreich, manchmal zu verstehen, worüber auf dem Schulhof gerade gesprochen wird.

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