Feuer und Festnahme

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Die Kathedrale von Notre Dame ist bei einem Brand schwer beschädigt worden und die Brandursache wird ermittelt. Im Tschad starben 70 Menschen bei einem islamistischen Angriff, die Zahl der Toten bei den Kämpfen um Tripolis steigt, UniCredit zahlt in den USA 1,3 Milliarden Dollar wegen Verstoßes gegen die Iran Sanktionen, der ICE-Attentäter soll ein Schläfer gewesen sein und in der SPD möchte man dem Verfassungsschutz den Zugriff auf WhatsApp erlauben.

Notre Dame wurde Opfer eines Großbrands

Die Kathedrale Notre Dame stand seit Montagabend in Flammen, am Dienstagmorgen sei das Feuer gelöscht worden, melden die Medien. Die Zerstörungen sind schwer und dass die Baustruktur, wie auch die beiden Haupttürme überhaupt noch existieren, gilt schon als gute Nachricht. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Ob es ein Unfall, fahrlässige oder mutwillige Brandstiftung war, dazu gibt es am Dienstagmorgen keine bekannten belastbaren Erkenntnisse. Deshalb verweisen wir hier, zum aktuellen Nachrichtenüberblick auf den Liveticker der Welt zu diesem Thema.

70 Tote bei Kämpfen mit islamistischer Boko Haram im Tschad

Im Tschad sind bei Kämpfen zwischen der Armee und der Terrororganisation Boko Haram 70 Menschen getötet worden, meldet der Deutschlandfunk. Nach Angaben der Streitkräfte handele es sich dabei zum Großteil um islamistische Kämpfer und sieben Soldaten. 15 weitere Militärs seien bei dem Angriff auf einen Stützpunkt nahe dem Tschadsee zum Teil schwer verletzt worden, habe ein Armeesprecher mitgeteilt. Diese Angaben hätten sich zunächst nicht unabhängig bestätigen lassen.

Die nigerianische Miliz Boko Haram kämpft seit 2009 gewaltsam für einen islamistischen Staat im Nordosten Nigerias. Mittlerweile habe sie ihr Kampfgebiet aber auch auf die Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger ausgeweitet.

Boko Haram greift Dorf in Nigeria an

Am fünften Jahrestag der Entführung von 276 Schülerinnen in Chibok hat die Islamistengruppe Boko Haram in Nigeria ein nahegelegenes Dorf überfallen, meldet die Tiroler Tageszeitung. Kwarangulum im Nordosten des Landes sei am Sonntagabend geplündert und niedergebrannt worden, hätten örtliche Sicherheitskräfte am Montag berichtet.

Das Dorf liege nur 16 Kilometer von Chibok entfernt, wo Boko Haram im April 2014 aus einer Schule 276 Mädchen entführt hatte. Der Fall sorgte seinerzeit für weltweites Entsetzen. Seitdem hätten 164 der Mädchen fliehen können oder seien freigelassen worden. 112 der Schülerinnen befänden sich bis heute in der Hand der Islamisten. Ayuba Alamson, Stammes-Chef im Bezirk Chibok, habe berichtet, die Bewohner des Dorfes seien vorgewarnt gewesen und hätten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Nur wenige Stunden zuvor hätten sich rund hundert Einwohner von Chibok in der Schule versammelt und der entführten Schülerinnen gedacht. Präsident Muhammadu Buhari habe via Twitter versprochen, die Regierung werde nicht ruhen, bis alle Mädchen zu ihren Familien zurückgekehrt seien.

Inzwischen fast 150 Tote bei Kämpfen um Tripolis

Bei den Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang mindestens 147 Menschen getötet worden, meldet tah.de. Nach Angaben des UN-Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten seien inzwischen 18.000 Menschen vor den Kämpfen südlich von Tripolis geflohen.

Wegen der vielen Verletzten habe die WHO Chirurgen nach Tripolis entsandt, um die dortigen Ärzte zu unterstützen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) habe medizinisches Material zur Versorgung der Verwundeten in den Kampfgebieten bereit gestellt. Die Krankenhäuser vor Ort seien wegen der Zerstörungen dringend auf Unterstützung angewiesen, habe es vom UNHCR geheißen.

USA gehen nicht auf Bedingungen Nordkoreas ein

Im Streit über nordkoreanische Atomwaffen gehen die USA nicht auf Bedingungen des Machthabers Kim Jong Un ein, meldet orf.at. US-Außenminister Mike Pompeo habe gestern auf Fragen der Presse zu Kims Forderung, die USA müssten ihre Einstellung ändern, nur erklärt, US-Präsident Donald Trump wolle diplomatisch vorankommen. Er hätte jedoch betont, Kim habe sich zum Abbau der Atomwaffen verpflichtet. Kim soll den USA eine Frist bis Jahresende für einen Kurswechsel in den Verhandlungen über die Denuklearisierung gesetzt haben.

Atomkraftwerksmanager in der Slowakei festgenommen

Wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs um den Ausbau des Atomkraftwerks Mochovce hat eine Spezialeinheit der slowakischen Polizei gestern einen italienischen Spitzenmanager festgenommen, meldet orf.at. Auf ihrer Facebook-Seite habe die Polizei ein Video der Festnahme des Managers unmittelbar nach dessen Ankunft mit einer Passagiermaschine aus Mailand veröffentlicht.

Zwar hätte die Polizei in ihrer offiziellen Mitteilung nur die Initialen des Festgenommenen genannt, laut Medienberichten soll es sich aber um den ehemaligen Chef der mehrheitlich zum italienischen Energiekonzern Enel gehörenden AKW-Betreibergesellschaft Slovenske elektrarne (Slowakische Elektrizitätswerke – SE) handeln.

Die Finanzpolizei werfe dem Festgenommenen und einem ebenfalls aus Italien stammenden Komplizen vor, als führende Manager der SE ihrem Unternehmen einen Schaden von 25 Millionen Euro zugefügt zu haben. Gegen beide habe die Finanzpolizei eine „Anschuldigung“ erhoben, das sei im slowakischen Strafrecht die Vorstufe zu einer Anklage vor Gericht.

Im Atomkraftwerk Mochovce sollten schon 2012 und 2013 ein dritter und vierter Reaktorblock in Betrieb gehen, doch der Bau habe sich immer wieder verzögert, wobei sich zugleich die Fertigstellungskosten in intransparenter Weise vervielfacht hätten. Schon seit mehreren Jahren gehe die Polizei dem Verdacht nach, dass massive Korruption daran schuld sei.

US-Iran-Sanktionen: UniCredit zahlt 1,3 Mrd. Dollar

Die italienische Großbank UniCredit zahlt nach Vorwürfen wegen Verstößen gegen US-Sanktionsrecht 1,3 Milliarden US-Dollar, meldet orf.at. Durch den Vergleich mit mehreren US-Behörden würden Ermittlungen wegen verbotener Geschäfte mit dem Iran und anderen Ländern eingestellt, habe das US-Finanzministerium gestern in Washington mitgeteilt. Das Geldhaus werde zudem ein Schuldbekenntnis abgeben, illegale Transaktionen im Wert von Hunderten Millionen Dollar ausgeführt und damit mehrere US-Sanktionsprogramme unter anderem gegen Terrorfinanzierung und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verletzt zu haben, heißt es weiter. Das Institut hätte sich auf den Vergleich unter anderem mit den US-Justiz- und Finanzministerien sowie mit der Federal Reserve verständigt.

Deutsche Behörden halten ICE-Attentäter für IS-Schläfer

Die deutschen Sicherheitsbehörden halten es nach einem Medienbericht für wahrscheinlich, dass die einige Monate zurückliegenden Anschläge mit Stahlseilen auf Bahnstrecken von einem Schläfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt wurden, meldet orf.at. Als Tatverdächtiger war Ende März in Wien ein 42-jähriger Iraker festgenommen worden.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gingen davon aus, dass er von der Terrormiliz gezielt für Anschläge nach Deutschland geschickt worden sei, habe die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet. Dazu passe ein Bericht der britischen „Sunday Times“ vom vergangenen Wochenende. Das britische Blatt habe berichtet, dass es eine nach Kämpfen in Syrien entdeckte Festplatte von IS-Mitgliedern habe einsehen können, die unter anderem einen Brief an den IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi vom vergangenen Dezember enthalten hätte. Darin solle ein IS-Kommandant namens Abu Taher al-Tajiki von einer Operation gegen einen Hochgeschwindigkeitszug in Deutschland geschrieben haben. Allerdings seien die Anschläge teilweise bereits vorher ausgeführt worden und auch nicht mit Sprengstoff.

Nachholbedarf bei Katastrophenschutz-Ausstattung der Länder

Bei der vereinbarten Ausstattung der Länder mit Feuerwehr-Fahrzeugen durch den Bund besteht Nachholbedarf, meldet die Welt. Bundesweit fehlten derzeit 528 Fahrzeuge für den Brand- und Katastrophenschutz, heiße es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Von den vorgesehenen 1421 Lösch- und Schlauchwagen stünden den Ländern demnach aktuell lediglich 893 zur Verfügung. Besonders groß sei die Versorgungslücke dabei in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

SPD will Verfassungsschutz Zugriff auf WhatsApp erlauben

Die SPD will dem Inlandsnachrichtendienst per Gesetz erlauben, in bestimmten Fällen auch auf verschlüsselte Kommunikation zuzugreifen, meldet dernewsticker. „Um die Verfassung vor den Feinden unserer demokratischen Grundordnung zu verteidigen, muss der Verfassungsschutz selbstverständlich auch Zugriff auf moderne Kommunikationsmöglichkeiten haben“, habe der SPD-Vize Ralf Stegner dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) gesagt. „Außer Frage bleibt, dass die Überwachung unter parlamentarischer Kontrolle erfolgt und im Rahmen unserer Gesetze.“ Hintergrund sei die Forderung des Verfassungsschutzes, künftig auch auf verschlüsselte Chats zuzugreifen.

Der Präsident der Behörde, Thomas Haldenwang, hätte dies zuvor in der „Welt am Sonntag“ damit begründet, dass der Inlandsgeheimdienst „zunehmend Probleme“ habe, die Kommunikation von Extremisten und Terroristen zu verfolgen.

Bundesverfassungsgericht verhandelt über Sterbehilfe-Verbot

Seit gut drei Jahren steht Sterbehilfe als Dienstleistung unter Strafe – von Dienstag an verhandelt das Bundesverfassungsgericht zwei volle Tage über etliche Klagen gegen das Verbot, meldet die FAZ.

Mit dem Paragrafen 217 des Strafgesetzbuchs habe der Gesetzgeber verhindern wollen, dass Suizidhilfe-Vereine wie Sterbehilfe Deutschland oder Dignitas aus der Schweiz ihre Angebote für zahlende Mitglieder ausweiten. Außer solchen Vereinen klagten in Karlsruhe aber auch Palliativmediziner und andere Ärzte. (Az. 2 BvR 2347/15 u.a.)

Sie befürchteten, sich mit ihrer Arbeit strafbar zu machen, oder hielten Sterbehilfe bei ausweglosem Leiden für vertretbar. Von den schwerkranken Menschen, die geklagt hätten, weil sie sich selbst mithilfe eines Sterbehilfe-Vereins das Leben nehmen wollten, seien während des langen Verfahrens schon einige gestorben.

Mikroplastik liegt in der Luft

Mikroplastik kann in der Atmosphäre offenbar zu weit entfernten Regionen transportiert werden. Das haben Forscher mit Analysen in den französischen Pyrenäen nachgewiesen, meldet shz.de. Im Schnitt hätten sich dort 365 Mikropartikel pro Quadratmeter täglich abgelagert, haben die Forscher im Fachmagazin «Nature Geoscience» berichtet. Bisher sei angenommen worden, dass Mikroplastik weit entfernte Regionen vor allem über Flüsse erreiche. Diese Analyse zeige nun, dass auch die Atmosphäre ein wichtiger Weg sein könnte.

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