Mörder und Milizen

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Sri Lanka sind mehr als 185 Menschen bei Anschlägen auf Kirchen und Hotels getötet worden. Am Morgen war die Nachrichtenlage dazu noch recht unklar. In Kabul sind elf Menschen bei einem mutmaßlich islamistischen Angriff getötet worden, IS-Kämpfer töteten 35 syrische Soldaten und in Mali fiel ein UNO-Blauhelmsoldat einem Anschlag zum Opfer. Um Tripolis wird weiter gekämpft und die Ukraine wählt einen neuen Präsidenten.

Mindestens 185 Tote bei Anschlägen auf Christen in Sri Lanka

Bei mehreren Explosionen in Kirchen und Hotels in Sri Lanka sind heute früh mindestens 185 Menschen getötet worden, meldet orf.at. Unter den Opfern seien auch mindestens neun Ausländer, wie die Polizei mitgeteilt habe.

Betroffen gewesen seien ersten Berichten zufolge drei Kirchen in verschiedenen Teilen des Landes, in denen Ostergottesdienste stattfanden, außerdem drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. Der Polizei zufolge hätten sich die Explosionen alle innerhalb einer halben Stunde ereignet.

Staatspräsident Maithripala Sirisena habe von „Angriffen“ gesprochen. Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte hielten mit mehreren Ministern eine Krisensitzung ab. Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe habe eine Krisensitzung des Kabinetts einberufen. Der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, habe getwittert, er hätte in einer Kirche in Colombo „schreckliche Szenen“ erlebt und dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen, Bombenräumkommandos seien im Einsatz.

Erst vor zehn Tagen habe Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen und des Indischen Hochkommissariats durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Er hätte sich dabei auf Informationen eines „ausländischen Geheimdiensts“ berufen.

Mehrere Tote bei mutmaßlich islamistischem Angriff in Kabul

Bei einem bewaffneten Angriff auf das Ministerium für Kommunikation in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind elf Menschen getötet worden, meldet die Zeit. Das Innenministerium habe mitgeteilt, vier Zivilisten sowie drei Sicherheitskräfte seien bei dem Terrorakt gestorben. Außerdem seien alle vier Angreifer ums Leben gekommen. Zu dem Angriff habe sich zunächst niemand bekannt.

Dem Innenministerium zufolge seien die Bewaffneten nach einer Explosion in die Behörde gestürmt. Das Gebäude gelte als das höchste in der afghanischen Hauptstadt. Da Samstag ein Arbeitstag ist, sei es voll besetzt gewesen. Sowohl die Taliban als auch der Islamischer Staat (IS) seien in Kabul mit tödlichen Anschlägen aktiv.

IS-Kämpfer töten 35 syrische Soldaten

Der Islamische Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten bei Angriffen an mehreren Orten in Syrien 35 Soldaten getötet, meldet die Deutsche Welle. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitgeteilt habe, hätte der IS die syrische Armee und mit ihr verbündete Milizen in den vergangenen zwei Tagen in der Wüste im Osten der Provinz Homs attackiert. Unter den Toten seien demnach auch vier hochrangige syrische Offiziere.

Ihren schwersten Angriff hätten die IS-Kämpfer der Beobachtungsstelle zufolge in der Region Al-Kum nördlich der antiken Wüstenstadt Palmyra verübt. Allein dort wären 15 Soldaten und Milizionäre getötet worden. Der IS habe sich über sein Propaganda-Sprachrohr Amaq zu den Angriffen bekannt. Nach Angaben der Beobachtungsstelle seien bei den Kämpfen auch sechs IS-Kämpfer getötet worden.

UNO-Blauhelmsoldat in Mali getötet

Ein UNO-Blauhelmsoldat ist im westafrikanischen Krisenland Mali bei einem Angriff auf einen Konvoi getötet worden, meldet orf.at. Er sei infolge der Explosion einer Mine oder eines Sprengsatzes zwischen Douentza und Boni im Zentrum des Landes gestorben, habe die UNO-Mission Minusma heute mitgeteilt. Nach einer vorläufigen Bilanz wären vier weitere Blauhelmsoldaten verletzt worden. Eine schnelle Reaktionstruppe sei sofort entsandt worden.

Der Tote und die Verletzten seien Ägypter, wie eine Quelle aus Sicherheitskreisen der Nachrichtenagentur AFP gesagt habe. Der wüstenhafte und weitläufige Norden des Landes diene Milizen und islamistischen Terroristen als Rückzugsgebiet. Sie griffen neben Zivilisten auch einheimische und internationale Streitkräfte an. Die UNO-Mission gelte daher als derzeit gefährlichster Blauhelmeinsatz weltweit.

Libysche Regierung meldet Offensive gegen General Haftar

In Libyen sollen regierungstreue Truppen eine Offensive gegen die Einheiten des Generals Khalifa Haftar begonnen haben, meldet die Kleine Zeitung. Nach Angaben eines Armeesprechers vom Samstag gehe es um ein Gebiet südlich der Hauptstadt Tripolis. „Am frühen Morgen wurde der Befehl gegeben, vorzurücken und Gelände zu erobern“, habe ein Sprecher der Truppen, welche die Einheitsregierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj unterstützen, erklärt. Ein anderer Militärvertreter habe von „weitreichenden Angriffen“ der Regierungstruppen vor allem in den Vororten Wadi Rabi, Sawani und Ain Sara gesprochen.

Haftars „Libysche Nationale Armee“ habe hingegen erklärt, ihre Truppem seien im Begriff, „zahlreiche neue Stellungen“ an der Front in Tripolis einzunehmen. Dabei würden die Regierungstruppen überall zurückgedrängt.

Neue Luftangriffe auf Tripolis

In der Nacht auf Sonntag kam es zu neuen Luftangriffen auf die libysche Hauptstadt. Einwohner und ein Reporter hätten von mehreren Explosionen und Luftabwehrfeuer der Armee berichtet, nachdem eine Drohne oder ein anderes Kampfflugzeug wiederholt minutenlang über der Stadt gekreist sei und dann angegriffen habe.

Die Explosionen seien schwerer gewesen als in den vergangenen Tagen. Den Einwohnern zufolge seien offenbar mehrere Raketen in einem Stützpunkt der Regierungstruppen in einem südlichen Außenbezirk eingeschlagen. Der einzig noch funktionierende Flughafen von Tripolis habe aus Sicherheitsgründen erneut den Betrieb einstellen müssen. Er sei bereits in den Tagen zuvor nach Beschuss durch die Truppen des Rebellen-Kommandeurs Khalifa Haftar vorübergehend geschlossen worden.

Sudan: Ranghohe Funktionäre der Ex-Regierungspartei festgenommen

Rund eine Woche nach dem Sturz des sudanesischen Präsidenten durch das Militär haben die Behörden Insidern zufolge auch mehrere ranghohe Mitglieder der bisherigen Regierungspartei NCP festgesetzt, meldet die Kleine Zeitung. Darunter seien der amtierende NCP-Chef Ahmed Haroun und der ehemalige erste Stellvertreter des abgesetzten Präsidenten Omar al-Bashir, habe ein ranghoher Parteivertreter am Samstag erklärt.

Die Demonstranten im Sudan hätten indes weitere Verhandlungen mit dem regierenden Militärrat über die Machtübergabe an eine Zivilregierung angekündigt. Es sei vereinbart worden, die Gespräche fortzusetzen, habe einer der Protestanführer, Siddiq Youssef, nach einem Treffen mit dem Militärrat am Samstagabend gesagt. Es solle eine Einigung gefunden werden, „die beide Seiten zufriedenstellt, so dass die Übergabe der Macht friedlich erfolgt“, wird Youssef zitiert.

Die Anführer der Proteste hätten am Freitag angekündigt, am Sonntagabend einen sogenannten Zivilrat zu bilden, der den Militärrat ersetzen solle. Ob dieses Vorhaben angesichts der laufenden Verhandlungen umgesetzt werde, sei zunächst offen geblieben. Ein Vertreter des Berufsverbands SPA, der sich an die Spitze der Protestbewegung gestellt hätte, habe vor den Gesprächen am Samstagabend angekündigt, die Einsetzung des Zivilrats zu verschieben, falls die Armee zu Verhandlungen bereit sei.

Sudans Justiz ermittelt gegen al-Bashir wegen Geldwäsche

Die sudanesische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den abgesetzten Präsidenten Omar al-Bashir wegen des Verdachts auf Geldwäsche und des Besitzes großer Geldbeträge ohne rechtliche Grundlage, meldet der Standard unter Berufung auf Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Die militärische Übergangsregierung habe die Notenbank des Landes nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Suna bereits am Mittwoch aufgefordert, die Finanztransaktionen zu überprüfen und verdächtige Gelder zu beschlagnahmen. Dem autokratischen Ex-Präsidenten werden Korruption und vom Internationalen Gerichtshof Menschenrechtsverletzungen bei einem Aufstand in der Region Darfur vorgeworfen.

Festnahmen nach Mord in Derry

Die nach dem Mord an einer Journalistin in Derry/ Londonderry als Tatverdächtige festgenommenen jungen Männer sind 18 und 19 Jahre alt, meldet die Deutsche Welle. Sie würden in Belfast verhört. Zuvor war von der Polizei ein Video von Freitagabend mit einem Verdächtigen veröffentlicht worden. Die Ermittler gingen von einem „terroristischen Vorfall“ aus und vermuten, dass der Angriff von irischen Nationalisten ausgegangen sei, wahrscheinlich von der militanten Organisation „New IRA“.

In der Stadt Derry/ Londonderry war es am Donnerstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Vermummte hatten im Wohnviertel Creggan Brandsätze auf Polizisten geworfen und Autos angesteckt. Die Journalistin Lyra McKee sei vor Ort gewesen und nach Polizeiangaben getroffen worden, als ein Mann auf Polizisten schoss. Die 29-Jährige war kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Auslöser der Auseinandersetzungen sei eine Hausdurchsuchung gewesen, mit der die Polizei nach eigenen Angaben für das Wochenende angeblich geplante gewaltsame Angriffe habe verhindern wollen.

Krawalle bei „Gelbwesten“-Protesten in Paris

Bei den ersten „Gelbwesten“-Protesten seit dem Großbrand in der Kathedrale Notre-Dame ist es in Paris erneut zu Ausschreitungen gekommen, meldet orf.at. Sicherheitskräfte hätten in der französischen Hauptstadt heute Tränengas gegen Aktivisten eingesetzt und mehr als 200 Menschen festgenommen. Während in Paris deutlich mehr Menschen als vor einer Woche auf die Straße gegangen seien, soll die Teilnehmerzahl landesweit nach Angaben des Innenministeriums auf weniger als 30.000 Menschen gesunken sein.

In Paris hätten sich nach Angaben des Innenministeriums rund 9.000 „Gelbwesten“ an den Demonstrationen beteiligt – etwa doppelt so viele wie vor einer Woche. Innenminister Christophe Castaner habe landesweit mehr als 60.000 Mitarbeiter von Polizei und Gendarmerie mobilisieren lassen. Die „Gelbwesten“ seien am Samstag auch in Montpellier, Marseille, Bordeaux, Toulouse und Lille zu Hunderten oder Tausenden auf die Straße gegangen.

Ukraine wählt Präsidenten: Sieg von Selenski erwartet

Knapp 30 Millionen Ukrainer sind heute aufgefordert, in einer Stichwahl einen neuen ukrainischen Präsidenten zu wählen, meldet orf.at. Ein Sieg des 41-jährigen Fernsehkabarettisten Wolodymyr Selenski, der bereits im ersten Wahlgang am 31. März geführt habe, gelte als wahrscheinlich. Alle Meinungsumfragen hätten den politisch unerfahrenen Selenski zuletzt nahezu uneinholbar in Führung gesehen. Laut den Quoten ukrainischer Wettbüros gelte ein Wahlsieg des Herausforderers zwischen sechs und 7,4 Mal wahrscheinlicher als ein Sieg des amtierenden Präsidenten.

Nordmazedonien wählt neuen Präsidenten

Rund 1,8 Millionen Bürger in Nordmazedonien wählen morgen einen neuen Präsidenten, meldet orf.at. Letzten Umfragen zufolge habe der Kandidat der regierenden Sozialdemokraten, Stevo Pendarovski, knapp vor der parteilosen, von der nationalistischen Opposition unterstützten Gordana Siljanovska-Davkova gelegen.

Einen dritten Kandidaten, Blerim Reka, würden demnach zwei Parteien der albanischen Minderheit unterstützen. Kommt keiner der Kandidaten auf mindestens 50 Prozent der Stimmen, werde es am 5. Mai eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten geben.

Umfrage: Union auf Jahrestief, AfD stärkste Kraft im Osten

Die Union ist im «Sonntagstrend» von «Bild am Sonntag» auf den tiefsten Wert in diesem Jahr gefallen, meldet die Welt. In der Emnid-Umfrage wären CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte auf 28 Prozent gefallen. Die Grünen hätten dagegen zwei Punkte zugelegt und seien mit 19 Prozent nun allein zweitstärkste Kraft. SPD und AfD hätten jeweils einen Punkt gewonnen und kämen auf 18 bzw. 13 Prozent. Die Linke verharre bei 9 Prozent, die FDP habe einen Punkt verloren und stehe bei 8 Prozent. Im Osten zeichne sich im «Sonntagstrend» ein anderes Bild ab: dort sei die AfD mit 23 Prozent stärkste Kraft. Dahinter folgten die CDU und die Linke.

Festnahme nach mysteriösem Botschaftsüberfall

Der Überfall am 22. Februar auf die diplomatische Vertretung Nordkoreas in Madrid habe von Anfang an Rätsel aufgegeben. Jetzt berichtet die „Washington Post“, ein Ex-Marine sei in den USA im Zusammenhang mit dem mysteriösen Einbruch festgenommen worden, meldet die Deutsche Welle. Der Verdächtige soll der Gruppe „Free Joseon“ angehören, die zum Sturz des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un aufrufe. Laut „Washington Post“ habe die US-Polizei auch die Wohnung eines Mexikaners durchsucht, den die spanischen Behörden als Anführer des Überfalls ausgemacht hatten.

Der Einbruch in der Botschaft Nordkoreas hatte sich nur wenige Tage vor einem Treffen von Kim mit US-Präsident Donald Trump in Vietnam ereignet. Dabei seien Computer und andere Dokumente gestohlen worden. Details dazu seien aber unklar. Im März hätte sich die Vereinigung „Free Joseon“, die sich auch „Cheollima Civil Defence“ (CCD) nennt, zu dem Einbruch bekannt. Die Gruppe habe mitgeteilt, sie hätte damit illegale Machenschaften in den nordkoreanischen Auslandsvertretungen aufdecken wollen und „gewisse Informationen von enormem möglichem Wert“ an die US-Bundespolizei FBI übermittelt. Mit ihrer Namensgebung beziehe sich die „Free Joseon“ auf die alte Bezeichnung Koreas.

In einer Erklärung auf ihrer Webseite habe es zudem geheißen, die Gruppe sei „bestürzt“, dass das US-Justizministerium Haftbefehle gegen US-Bürger erlasse, die auf Strafanzeigen seitens Nordkoreas beruhten.

USA und Vietnam befreien Ex-Militärbasis von Agent Orange

Mehr als 45 Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs wird eine frühere US-Militärbasis im Süden des Landes mit Millionenaufwand von dem damals zu Kriegszwecken eingesetzten giftigen Entlaubungsmittel Agent Orange befreit, meldet die Mitteldeutsche Zeitung. Regierungsvertreter der USA und Vietnams hätten mit einer Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt die Arbeiten zur Säuberung von fast 500 000 Kubikmeter verseuchten Bodens eingeleitet, habe das US-Konsulat mitgeteilt.

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