Eine letzte Chance mit der Fischbachtaler Volksfront

Unberührt von der Umweltbelastung der Städte liegt in einer besonders schönen und lieblichen Landschaft des vorderen Odenwalds die Gemeinde Fischbachtal“, heißt es in der lokalen Eigenwerbung. So unberührt – vielleicht nicht nur von der Umweltbelastung, sondern auch von Euro-Krise, Migrationsproblemen oder den teuren Folgen der verstolperten Energiewende – scheint man sich auch in den Reihen der FDP zu fühlen. Die Partei – einst galten sie als Liberale – sieht jedenfalls keinen Grund, sich von irgendeiner Regierungspartei, einer Möchtegern-Regierungspartei und einer in Thüringen und Berlin Mitregierungspartei abzugrenzen. Nicht einmal im Europawahlkampf. Im Gegenteil: Die eigene Wahlwerbung schließt alle Bündnispartner mit ein. In einem dramatischen Appell auf einem FDP-Flyer und im Netz heißt es:

„Wählen Sie: CDU/CSU; die SPD oder die Grünen; die FDP oder die Linken (?) Die dümmste Alternative wäre zu Hause zu bleiben oder die AFD zu wählen.“

Wie soll man das verstehen? Die einst liberale FDP kennt keine Parteien mehr, sondern steht fest an der Seite der Fischbachtaler Volksfront? Da kuscheln die früheren Bürgerlichen selbst mit den Linkspopulisten und SED-Nachfolgern von der Linken? Ja, offenbar bleibt das Fischbachtal doch nicht so ganz unberührt von den Gefahren der Welt. Deshalb heißt es in dem Appell auch:

„Von diesem Ergebnis der Wahl hängt ab, ob Europa und die Demokratie nochmals eine Chance bekommen oder ob es mit Beiden zu Ende geht.“

Die Demokratie muss in Europa „nochmals eine Chance bekommen“? Das heißt, sie hatte zwar schon Chancen, die die EU aber irgendwie immer versemmelt hat? Ging es nicht eben noch darum, die Demokratie zu verteidigen? Jetzt muss sie erst mal eine letzte Chance bekommen? Da sollte die Fischbachtaler Volksfront vielleicht noch ein wenig Aufklärung betreiben.

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