Anschlag und Abitur

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Nigeria sind mindestens 30 Menschen bei einem islamistischen Anschlag getötet worden, die USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten, die EU-Außenminister wollen nicht glauben, dass der Iran für den Angriff auf die Öltanker im Golf von Oman verantwortlich ist, im Mordfall Lübcke hat die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen und spricht von einem möglichen rechtsextremen Hintergrund, deutsche Abiturienten sind immer weniger studierfähig und im Sauerland wurde ein Baby aus einen Müllsack mit Hausmüll gerettet.

Mindestens 30 Tote bei vermutlich islamistischem Anschlag in Nigeria

Drei Selbstmordattentäter haben im Nordosten Nigerias mindestens 30 Menschen mit in den Tod gerissen, meldet die Deutsche Welle. Sie seien zusammengekommen, um sich die Übertragung eines Fußballspiels in Konduga, einem Ort im äußersten Nordosten Nigerias, anzuschauen, als sich drei Selbstmordattentäter in die Luft sprengten.

Laut der Tageszeitung „Daily Trust“ hätte der Besitzer der Halle, in der das Spiel übertragen wurde, einen der Attentäter am Betreten des Gebäudes gehindert. Daraufhin habe dieser seine Sprengstoffweste schon vor der Halle gezündet. Zwei weitere Angreifer, die sich in der Nähe aufhielten, sollen daraufhin ihre Sprengsätze ebenfalls gezündet haben.

Hinter dem Anschlag werde die radikalislamische Terrororganisation Boko Haram vermutet. Ein Bekenntnis dazu habe es zunächst noch nicht gegeben. Konduga liege im nigerianischen Bundesstaat Borno, knapp 40 Kilometer entfernt von der Provinzhauptstadt Maiduguri. Der Anschlag sei der blutigste seit Wochen in der immer wieder von Terrorattentaten erschütterten Region.

USA schicken 1000 weitere Soldaten in Nahen Osten 

Angesichts der zunehmenden Spannungen mit dem Iran wollen die USA 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten schicken, meldet die Welt. Grund sei das „feindselige Verhalten“ der iranischen Kräfte, habe das US-Verteidigungsministerium am Montag in Washington (Ortszeit) mitgeteilt. Sicherheitskräfte und Verbündete in der Region sollten nach Behördenangaben „angesichts der wachsenden Gefahr durch den Iran“ unterstützt werden.

Damit erreichten die Spannungen zwischen Teheran und Washington einen neuen Höhepunkt. Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman sehen es die USA als erwiesen an, dass Teheran verantwortlich sei. Der Iran habe jede Verwicklung in die Zwischenfälle zurückgewiesen und den USA vorgeworfen, die Lage im gesamten Nahen und Mittleren Osten zu verschärfen.

Die zusätzlichen Soldaten und Sicherheitskräfte sollten Überwachungs- und Geheimdienstaufgaben übernehmen. Die USA hätten bereits Raketengeschosse, Flugzeuge und Schiffe in der Region. Der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe erklärt, die Soldaten würden für Verteidigungszwecke geschickt, um Bedrohungen aus der Luft, auf dem Wasser und auf dem Boden zu bekämpfen.

EU-Außenminister wollen keine Schuldzuweisung an Teheran

Die Nachricht aus Teheran, dass der Iran in zehn Tagen das Atomabkommen verletzten wird, erreichte die Außenminister der EU bei ihrer Tagung in Luxemburg etwas unerwartet, meldet die Deutsche Welle. Der Sprecher der iranischen Atombehörde hätte angekündigt, dass die Anreicherung von Uran so weit voran geschritten sei, dass das internationale Abkommen zur Begrenzung der iranischen Atomrüstung, nicht mehr eingehalten werden könnte. Die Außenminister der EU würden das Abkommen, dass die USA einseitig verlassen hatten, zusammen mit Russland und China eigentlich doch noch irgendwie retten wollen. Doch die Spannungen in der Region nähmen nach den Angriffen auf zwei Öltanker in der Straße von Hormuz zu.

Wer für die Angriffe auf einen norwegischen und einen japanischen Öltanker vor der Küste Irans in der vergangenen Woche verantwortlich ist, könne aus Sicht der allermeisten EU-Außenminister noch nicht eindeutig beantwortetet werden. „Wir brauchen mehr Informationen. Man muss da sehr vorsichtig mit Schlussfolgerungen sein“, habe es vom deutschen Außenminister Heiko Maas geheißen. Andere Minister, wie die aus Luxemburg, aus Österreich oder den Niederlanden hätten sich dieser Haltung angeschlossen. Nur die britische Regierung hätte sich öffentlich auf die Seite der USA gestellt. Es gäbe keine andere „plausible“ Erklärung, als iranische Milizen für die Taten verantwortlich zu machen, habe die britische Staatssekretärin Harriett Baldwin in Luxemburg erneut erklärt.

Ermittler sollen im Fall Lübcke von rechtsextremem Hintergrund ausgehen

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke geht die Bundesanwaltschaft von einem Täter aus dem rechtsextremistischen Milieu aus, meldet die Welt. Die Karlsruher Behörde hätte die Ermittlungen deshalb übernommen, habe ein Sprecher am Montag mitgeteilt. Zuvor hatten andere Medien wie die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und WDR sowie der „Spiegel“ darüber berichtet, dass der Tatverdächtige im Umfeld der hessischen NPD aktiv gewesen sei.

Der Sprecher der Bundesanwaltschaft habe am Montagnachmittag auch gesagt, dass es bislang keine Hinweise darauf gebe, dass der dringend Tatverdächtige in ein rechtsterroristisches Netzwerk eingebunden gewesen sei. Es würde aber weiter ermittelt, welche Verbindungen der 45-jährige Stephan E. gehabt habe und ob es bislang unbekannte Hintermänner oder Tatbeteiligte gebe.

Chinas Staatschef Xi Jinping will Nordkorea besuchen

Nach fast 15 Jahren reist erstmals wieder ein chinesischer Präsident nach Nordkorea, meldet Deutsche Welle. Der Besuch falle in die Woche vor dem G20-Gipfel in Japan. Beobachter sähen darin auch eine indirekte Botschaft an US-Präsident Trump.

Präsident Xi Jinping werde auf Einladung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un Pjöngjang besuchen, habe der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV berichtet. Bereits am Donnerstag werde Xi in Nordkorea erwartet. Nordkoreas Machthaber Kim hatte Xi im vergangenen Jahr schon vier Mal besucht. Für Xi sei es der erste Staatsbesuch in dem Nachbarland überhaupt. Zuletzt sei der damalige chinesische Präsident Hu Jintao im Jahr 2005 in Pjöngjang gewesen.

Frankreich und Deutschland planen den Super-Kampfjet

Auf der Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget haben Deutschland und Frankreich erstmals gezeigt, wie der von Airbus und Dassault geplante künftige Super-Kampfjet aussehen könnte, meldet die Welt.

Unter dem Projektnamen FCAS (Future Combat Aircraft System) sei ein Nachfolgemodell für den Eurofighter und den Rafale-Kampfjet geplant, der etwa im Jahr 2040 einsatzbereit sein solle. Bereits 2026 sollten erste Demonstratoren, eine Art Vorläufer-Prototypen, fliegen, habe der Chef der Airbus-Rüstungssparte, Dirk Hoke, gesagt. Zusammen mit Dassault-Chef Eric Trappier habe er erklärt, dass der Fighter möglichst große Tarnkappeneigenschaften haben, also vom Radar schwer zu entdecken sein soll.

Die finanzielle Gesamtdimension des Projekts würde auf bis zu 100 Milliarden Euro über die nächsten Jahrzehnte veranschlagt, heißt es weiter.

Spanien blockiert EU-Mandate katalanischer Separatisten

Die spanischen Behörden halten die Europa-Mandate des katalanischen Separatisten-Führers Carles Puigdemont und eines weiteren Unabhängigkeitsaktivisten der Region im Nordosten Spaniens bis auf weiteres zurück, meldet die Deutsche Welle. Die nationale Wahlkommission in Madrid habe sich geweigert, einem Anwalt der beiden Politiker, die im Exil in Belgien leben, die Ernennungsurkunden auszuhändigen.

Nach spanischem Recht müssten Europaabgeordnete vor Mandatsantritt in Madrid auf die Verfassung schwören und ihre Ernennungsurkunde abholen. Anwalt Gonzalo Boyé hatte nach eigenen Angaben eine notariell beglaubigte Vollmacht der beiden Katalanen sowie auch eine Beurkundung des Eids auf die Verfassung vorgelegt, den beide vor einem Notar in Brüssel abgelegt hätten. Bei einer Einreise nach Spanien drohe dem Ex-Regionalpräsidenten Puigdemont und dem früheren katalanischen Gesundheitsminister Antoni Comin die sofortige Festnahme. Grund sei das Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens im Herbst 2017, das vom spanischen Verfassungsgericht für rechtswidrig erklärt worden war. Puigdemont solle unter anderem wegen Rebellion vor Gericht gestellt werden. In dem Fall würde ihm eine Haftstrafe von bis zu 30 Jahren drohen.

Vergangene Woche habe der Oberste Gerichtshof bereits dem früheren katalanischen Vizepremier Oriol Junqueras, der seit über 19 Monaten in U-Haft sitzt und ebenfalls ins EU-Parlament gewählt wurde, keinen Freigang zur Abholung der Ernennungsurkunde gewährt.

Russischer Chefredakteur Rudnikow überraschend aus der Haft entlassen

Der von einer langen Haftstrafe bedrohte Chefredakteur einer russischen Regionalzeitung aus Königsberg/ Kaliningrad, Igor Rudnikow, ist am Montag überraschend freigelassen worden, meldet die Presse. „Ich habe angenommen, dass die Gerechtigkeit siegen würde in zwei oder sechs Jahren“, habe Rudnikow in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts in St. Petersburg gesagt. „Ich habe nicht angenommen, dass das heute passiert.“

Rudnikow war im November 2017 unter dem Vorwurf festgenommen worden, er hätte von dem Leiter eines Ermittlungskomitees umgerechnet rund 43.000 Euro erpressen wollen. Die Staatsanwaltschaft habe für den Gründer und Chefredakteur der Zeitung „Novye Koljosa“ zehn Jahre Haft beantragt. Danach folgten mehr als eineinhalb Jahre in Untersuchungshaft. Sein Medium, das in der Stadt bekannt war, sei behördlich geschlossen worden.

Das Gericht in St. Petersburg habe den 53-Jährigen nun wegen „Machtmissbrauchs“ zu 550 Stunden Sozialarbeit verurteilt. Diese Strafe sei jedoch wegen der bereits in der Haft verbrachten Zeit als abgegolten gewertet.

Trump kündigt Ausweisung von illegalen Einwanderern an

US-Präsident Donald Trump hat die Ausweisung von Millionen Einwanderern angekündigt, die ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land leben, meldet die Welt. Die Zollbehörde ICE werde schon in der nächsten Woche damit beginnen, schrieb Trump auf Twitter. In den Vereinigten Staaten leben schätzungsweise elf Millionen Menschen ohne Aufenthaltspapiere, die meisten von ihnen kommen aus Lateinamerika. Unter Trump gehen die Behörden verstärkt gegen sie vor. Der Republikaner hat immer wieder Druck auf Mexiko gemacht, Flüchtlinge aus dessen mittelamerikanischen Nachbarstaaten zu stoppen, bevor sie die US-Grenze erreichen.

Mangelnde Studierfähigkeit bei deutschen Abiturienten

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-Andre Alt, kritisiert große Wissenslücken und fehlendes Können bei vielen deutschen Abiturienten, meldet die FAZ. „Es gibt gravierende Mängel, was die Studierfähigkeit zahlreicher Abiturienten angeht“, habe er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland gesagt. „Wir leben in der Fiktion, dass mit dem Abitur die Voraussetzungen für das Studium erfüllt sind. Die Realität zeigt: Viel zu oft stimmt das nicht.“ Das gelte „insbesondere für die Fächer, in denen Mathematik die Grundlage ist“, habe Alt weiter gesagt.

Die Rückmeldungen aus den Hochschulen wären zahlreich und eindeutig: „Die Studienanfänger erfüllten die Voraussetzungen deutlich schlechter als früher.“ Das betreffe die Ingenieurswissenschaften und die Naturwissenschaften, aber beispielsweise auch die Volks- und Betriebswirtschaftslehre, habe er weiter erläutert. Auch in Sachen Textverständnis und Schreibfähigkeiten gebe es „kritische Rückmeldungen aus den Hochschulen“.

Baby aus Hausmüll gerettet

Nachdem die Polizei im Sauerland gerade noch rechtzeitig ein Baby aus einem zugeknoteten Müllsack gerettet hat, sitzt die Mutter in Untersuchungshaft, meldet die FAZ. Das hätten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Das kleine Mädchen sei inzwischen nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Die 31 Jahre alte Mutter aus der Kleinstadt Kierspe soll die Tat mit Ängsten gerechtfertigt haben. Polizisten hätten das noch namenlose Baby in einem blauen Müllsack in einem Gebüsch entdeckt, aus dem sie ein Wimmern hörten. Das Baby sei demnach komplett in zwei Handtücher gewickelt gewesen und habe etwa drei Stunden zusammen mit Hausmüll in dem Müllsack gelegen. Die Tatverdächtige lebe mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen. Die Frau sei bisher laut Polizei nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es lägen auch keine Informationen vor, dass sie beim Jugendamt auffällig geworden wäre.

Tropische Zecke in Deutschland entdeckt

In zwei Bundesländern wurde die tropische Hyalomma-Zecke gesichtet, meldet die Deutsche Welle. Sie habe es offenbar geschafft, in Deutschland zu überwintern. Genau wie ihre Verwandten in Europa könne sie gefährliche Krankheiten übertragen. Nach Meinung von Experten seien es Vögel gewesen, die die ekligen Tiere nach Deutschland eingeschleppt hätten. Eigentlich seien Hyalomma-Zecken in Südeuropa, Asien und Afrika verbreitet.

Vieles deute darauf hin, dass sich die Zecken nicht erst vor kurzem auf den Weg Richtung Norden gemacht haben, sondern bereits früher. Offenbar hätten sie in Deutschland überwintert. Die Tiere seien mit etwa zwei Zentimetern wesentlich größer als die gewöhnlichen Zecken in unsren Gefilden.

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