Mit Gurminder das Zusammenleben aushandeln

Es ist ein Einzelfall von leider vielen. Er ereignete sich in jenem unschönen Bereich der Zuwanderung, in dem die Menschen ganz allein vor der Frage stehen, ob sie Respekt einfordern oder Zumutungen still erdulden sollen, damit es nicht noch schlimmer kommt.

Es ist inzwischen ein paar Jahre her, da erklärte die damalige Integrationsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), bekanntlich, dass die Deutschen die Regeln des Zusammenlebens mit Zuwanderern nun täglich neu aushandeln müssten. Als die subventionierte Massenzuwanderung gerade ihre Höchststände erreichte, schien ihr eine solche Ansage sicherlich zeitgemäß. Ebenso die, dass es außer der Sprache keine deutsche Kultur gäbe, an die sich anzupassen den Zuwanderern aus anderen Kulturen zumutbar wäre. Wenn das seinerzeit eine Bundesbeauftragte im Range einer Staatsministerin sagte, ohne dass ein weiteres Kabinettsmitglied widersprach, konnte man solche Äußerungen durchaus als Botschaften der Bundesregierung verstehen.

Nun ist das alles lange her. Die seinerzeit willkommen geheißene Asylbewerber-Million ist samt neu geborenem Nachwuchs und teils nachgeholter Familie immer noch aktiv beim Aushandeln der Regeln des Zusammenlebens, während sich die jährliche Zahl der Neuankömmlinge auf die Bevölkerung einer Großstadt im Jahr reduziert hat. Genossin Özoguz ist auch längst nicht mehr im Amt, warum also immer an diesen alten Aussagen rühren? Vielleicht, weil die Bundesregierung sich bis heute kaum von solch skandalösen Statements aus den eigenen Reihen vernehmlich distanziert hat? Oder habe ich das nur verschlafen und überhört? Gab es vielleicht eine Klarstellung, dass dies nur eine verbale Entgleisung der Staatsministerin gewesen sei und das Zusammenleben mit Migranten selbstverständlich doch den Regeln folgen müsse, die für alle gelten? Hat es vielleicht eine Entschuldigung gegeben, bei denen, die Opfer der ihnen neuen Spielarten des Zusammenleben-Aushandelns wurden? So wie beispielsweise bei einem 52-jährigen Döbelner, der bei dem Versuch, die Regeln des Zusammenlebens mit dem indischen Asylbewerber Gurminder J. auszuhandeln, einen Nasenflügel einbüßte?

Gurminders Integrationsbemühungen waren zuvor offenbar darauf konzentriert, sich das Prädikat „polizeibekannt“ zu erarbeiten und damit auch die deutsche Strafjustiz öfter zu beschäftigen. Nun stand er in Chemnitz vor Gericht, wegen schwerer Körperverletzung. Auf der Straße hatte Gurminder den schon erwähnten Mann aus dem sächsischen Döbeln im September 2018 angegriffen und dabei so sehr verletzt, dass dieser auf Dauer entstellt sein wird.

Verlust des linken Nasenflügels

Gurminder gehört nicht zu jenen, die erst kürzlich zu uns gekommen sind, sondern erfreut sich schon seit mindestens 2004 der hiesigen Gastfreundschaft. Seit diesem Jahr nämlich, so berichtet die LVZ, beschäftige der mittlerweile 40-jährige Mann die Justiz: Gefährliche Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Erschleichen von Leistungen – das alles findet sich in seinem Vorstrafenregister. Zu der aktuellen Verhandlung wurde er aus der Haft vorgeführt, weil er derzeit bis 2020 eine Haftstrafe wegen einer anderen gefährlichen Körperverletzung zu verbüßen habe. Im Januar 2017 soll er im Asylbewerberheim Döbeln einem Landsmann eine Flasche über den Kopf gezogen haben. Im aktuellen Fall hatte er zu einer abgebrochenen Flasche als Waffe gegriffen.

Wie das Opfer die Auseinandersetzungen mit Gurminder erlebt hat, schildert der Gerichtsreporter der LVZ so:

„Bereits im April/Mai 2018 habe Gurminder J. ihn auf dem Busbahnhof gefragt, ob dessen Freundin Zeit habe. „Er sagte: 50 Euro ficki ficki.“ Am Tag der Bluttat habe er bereits nachmittags wieder Stress mit Gurminder J. gehabt, es habe eine Rangelei gegeben, die andere Ausländer geschlichtet hätten. Abends sei der Angeklagte dann mit dem Rucksack voller Einkäufe am Haus an der Bahnhofstraße vorbei gegangen, wo der Geschädigte mit anderen Leuten vor der Tür stand. „Er sagte ,Scheiß-Deutscher’ zu mir und ich sagte ihm, dass er weiter gehen soll. Dann beleidigte er meine Freundin als deutsche Hure. Da bin ich hinterher und habe ihn festgehalten, damit er sich entschuldigt. Er griff in den Rucksack und schlug mich mit der Scherbe ins Gesicht“, so der Geschädigte. Als die Polizei Gurminder J. später festnahm, saß er auf einer Treppe und der abgebrochene Flaschenhals lag neben ihm. Die Beamtinnen kannten den Inder bereits aus anderen Einsätzen.“

Bei dem Angriff mit einer abgebrochenen Bierflasche soll Gurminder seinem Opfer den linken Nasenflügel abgeschnitten haben. Wenn ein Asylbewerber in dieser Weise seit 15 Jahren auffällig ist, warum ist er dann eigentlich noch hier? Seine Identität scheint ja geklärt zu sein und in Indien herrschen weder Krieg noch Diktatur. Aber leider wird – statt bei solchen Zuwanderern, die nun eindeutig weder eine Bereicherung für das Land darstellen, noch einen weiteren bezahlten Aufenthalt beanspruchen dürften, Recht und Regeln durchzusetzen – lieber an solch beschönigenden Formeln, wie der vom Aushandeln des Zusammenlebens festgehalten. Akzeptanz für Zuwanderung schafft man so nicht. Dabei würde die ebenso gebraucht, wie endlich eine offene Debatte über Migration. Deutschland wird nicht ohne Zuwanderung auskommen, nur muss es im völligen Gegensatz zur derzeitigen Praxis eine gesteuerte und geregelte sein, die die Gesellschaft weder zerstört, noch künftig in ethnische und religiöse bzw. ideologische Fragmente zerfallen lässt.

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