Vom Durchbruch zur neuen Bruchlandung

Gerade hatte der BER-Chef Engelbert Lütke-Daldrup (SPD) auf seiner Pannenbaustelle stolz ein Richtfest gefeiert: Das neue Terminal 2, mit dem der ewig unvollendete Flughafen erweitert werden soll, gab den Anlass. Hier hatte man den Bau von Fachleuten organisieren lassen. Die Hochstimmung ist heute wieder zu Ende: Auf der Kernbaustelle sind die Praxistests der Sicherheitssysteme geplatzt. Die Flughafengesellschaft konnte dem TÜV Rheinland nicht einmal alle nötigen Dokumente vorlegen, berichtet der Tagesspiegel.

„Mit dem Start der WPP [Wirk- und Prinzip-Prüfungen] im Juli ist die Eröffnung im Oktober 2020 noch sicherer geworden“, hatte Lütke-Daldrup vor wenigen Tagen noch vollmundig in einem Interview erklärt. Heute nun fügt sich eine weitere peinliche Episode an die Kette der durch Inkompetenz und Misswirtschaft verursachten Pleiten und Pannen an.

Welche Dokumente fehlten, sei nicht bekannt, heißt es in den ersten Meldungen, doch wie man zu einem solchen Termin ohne alle nötigen Papiere erscheinen kann, wäre unter normalen Umständen erklärungsbedürftig. In der Hauptstadt ist das allerdings längst nicht mehr so. Landesbedienstete antworten mittlerweile auf die Frage, warum dieser oder jener Missstand in ihrer Verwaltung herrscht, gern ganz lapidar: „Na weil wa Land Berlin sind“. Von den Fragestellern kommt dann meist ein kurzes bitteres Auflachen, denn jeder hat verstanden, dass damit eigentlich alles gesagt ist. Wozu noch weitere Worte verschwenden?

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