Jean-Claude zieht Bilanz

Das österreichische Bundesland Tirol verlieh dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker den Großen Tiroler Adler Orden. Ein Anlass für ein Bilanz-Interview in der Tiroler Tageszeitung. Gefragt nach seinem größten Erfolg im Brüsseler Spitzenamt: „Dass ich den Laden zusammengehalten habe.“

Auf die Frage, woran er gescheitert sei, antwortete Juncker: „An einigem. Es ist uns nicht gelungen, den Rahmenvertag mit der Schweiz zu verabschieden. Trotz größter Bemühungen haben wir es auch nicht geschafft, die zypriotische Frage zu klären. Die größten Fehlschläge sind aber nie nur Fehlleistungen der Kommission allein. Man braucht ja auch andere, die nicht richtig funktionieren.“

Den Brexit hat der Kommissionspräsident bewusst ausgelassen in dieser Aufzählung. Auf Nachfrage des Interviewers der Tiroler Tageszeitung begründet er das so: „Weil wir da ja noch am Arbeiten sind. Außerdem ist der Brexit keine Fehlleistung der Europäischen Union! Das ist eine Entscheidung des britischen Volkes gewesen, nach einer auf Fehlinformationen basierenden Volksbefragungskampagne.“

Da hat das britische Volk also einen Fehler gemacht, was hätte die Brüsseler Spitzenmannschaft denn dagegen tun können? Nein, diese Frage wird nicht vertieft, dafür gibt Juncker eine bemerkenswerte Antwort auf die Frage, ob er „ein wohlbestalltes Haus“ übergebe:

„Das Haus ist nicht einsturzgefährdet, aber es reicht oft nicht, nur das Dach zu reparieren. Manchmal muss man es von Grund auf ausbessern.“

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