Treffen und Tresor

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Libyen bröckelte die Waffenruhe, die Separatisten in Aden übernehmen Einrichtungen der Regierungs-Armee, in Hongkong gab es wieder Demonstrationen, die Kurden warnen vor der Rückkehr des Islamischen Staats, der Angriff auf eine Osloer Moschee gilt als versuchter Terroranschlag, Russlands Medienaufseher wollen YouTube-Beiträge löschen lassen, die Zahl der Asylbewerber in der EU steigt und Versicherungen denken darüber nach, Geld in Tresoren zu bunkern, statt Banken zu bemühen.

Waffenruhe in Libyen gebrochen

Die vereinbarte befristete Waffenruhe rund um die libysche Hauptstadt Tripolis ist gebrochen worden, meldet kleinezeitung.at. Der Mitiga-Flughafen sei am Sonntag von Raketen getroffen worden, wie die Verwaltung des Airports mitgeteilt habe. Der Flugbetrieb werde „bis auf Weiteres“ eingestellt, hätte das Airport-Management weiter erklärt. Wer die Raketen abgefeuert habe, sei zunächst unklar geblieben. Der Flughafen befindet sich unter der Kontrolle der Streitkräfte der international anerkannten libyschen Regierung, welche den Truppen des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar die Schuld an den Angriffen geben würden.

Die Haftar-Milizen hätten die Waffenruhe nun schon zwei Mal gebrochen, habe Regierungssprecher Mustafa al-Meji der Nachrichtenagentur AFP erklärt. Vor den Attacken auf den Flughafen sei bereits ein Haus in Sug al-Shomaa, einem Stadtteil von Tripolis, angegriffen worden.

Separatisten besetzten mehrere Lager im jemenitischen Aden

Der Kampf um die strategisch wichtige Hafenstadt Aden im Süden des Jemen spitzt sich zu, meldet kleinezeitung.at. Separatisten vom südlichen Übergangsrat (STC), die sich vom Norden abspalten und einen eigenen Staat gründen wollen, hätten am Sonntag mehrere Lager von Truppen der international anerkannten Regierung besetzt.

In der strategisch wichtigen Stadt sei es nach UN-Angaben seit Mittwoch zu Kämpfen mit mindestens 40 Toten und 260 Verletzten gekommen. Rebellen, die mit dem STC verbunden seien, hätten Aden am Samstagabend überrannt und dabei auch den Präsidentenpalast eingenommen. Dort seien mehrere Büros der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi untergebracht gewesen. Die Präsidialgarde hätte den Komplex kampflos geräumt, sei von einheimischen Quellen berichtet worden. Einige wären sogar zu den Separatisten übergelaufen.

Zwischen Regierungstruppen und Separatisten komme es seit Mittwoch zu verstärkten Kämpfen. Beide Seiten kämpften eigentlich gemeinsam gegen die schiitischen Houthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Vor allem für Saudi-Arabien, das ein Militärbündnis im Krieg gegen die Houthis anführe, bedeuteten die Kämpfe um Aden und dieser offene Bruch der zwei Seiten einen Rückschlag. Auch die Spannungen der Saudis mit dem eigentlichen Bündnispartner der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die die Separatisten im Jemen unterstützen, nähmen zu.

Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei in Hongkong

In Hongkong haben Tausende Menschen das zehnte Wochenende in Folge gegen die Peking-treue Regierung von Carrie Lam protestiert, meldet kleinezeitung.at. Am Sonntag seien die meist friedlichen Kundgebungen zum Teil in Gewalt umgeschlagen. Im Stadtteil Sham Shui Po hätten sich überwiegend junge Leute vor einer Polizeiwache versammelt. Die Polizei habe Tränengas gegen sie eingesetzt und vergeblich versucht, die Menge zu zerstreuen.

Mehr als tausend schwarz gekleidete Demonstranten hätten den dritten Tag in Folge die Ankunftshallen des internationalen Flughafens in der chinesischen Sonderwirtschaftszone besetzt und in Sprechchören: „Befreit Hongkong!“ gefordert. Im Victoria Park im Stadtzentrum hätten sich bei brütender Hitze junge und ältere Menschen versammelt, darunter auch Familien mit Kindern. Sie hätten der Polizei Brutalität gegenüber den Demonstranten vorgeworfen und eine unabhängige Untersuchung des Vorgehens der Behörden gefordert.

Weiteres Treffen zwischen Trump und Kim nach Raketentests?

Nach einer neuen Serie nordkoreanischer Raketentests hat US-Präsident Donald Trump überraschend ein weiteres Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un in Aussicht gestellt, meldet kleinezeitung.at. Dabei habe er die von Nordkorea kritisierten laufenden amerikanisch-südkoreanischen Militärmanöver am Samstag „lächerlich und teuer“ genannt. Ein nordkoreanischer Diplomat hätte indes laut einem Bericht der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag erklärt, es werde keine innerkoreanischen Verhandlungen geben, solange die Manöver Südkoreas mit den USA andauern würden.

Kurden warnen vor Rückkehr des Islamischen Staats

Syriens Kurden warnen vor einem Wiedererstarken des Islamischen Staates (IS) und einer drohenden Massenflucht gefangener Dschihadisten, meldet tagesspiegel.de. Nach Tagesspiegel-Informationen würden sich IS-Anhänger in den Auffanglagern in Nordsyriens kurdischer Autonomiezone und in Verstecken im Ostirak reorganisieren. Am Wochenende seien US-Soldaten im irakischen Ninawa mutmaßlich von IS-Männern angegriffen worden, ein Amerikaner soll dabei getötet worden sein.

Die Regionalregierung der kurdischen Autonomiezone im benachbarten Nordsyrien bereite sich zugleich auf einen türkischen Angriff vor. Dann würden die kurdisch-assyrisch-arabischen SDF-Truppen an die fast 600 Kilometer lange Grenze zur Türkei verlegt – und so aus dem Landesinneren abgezogen, wo IS-Zellen aktiv seien. Syriens Kurden halten zudem geschätzt 12.000 IS-Kämpfer und 75.000 Angehörige gefangen, die im Kriegsfall mit der Türkei wohl freikämen.

Angriff auf norwegische Moschee gilt als „versuchter Terroranschlag“

Bei dem bewaffneten Angriff auf eine Moschee in Norwegen handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen „versuchten Terroranschlag“, meldet diepresse.com. Der mutmaßliche Täter soll rechtsextreme und ausländerfeindliche Ansichten vertreten, habe der leitende Ermittler Rune Skjold am Sonntag vor Journalisten in Oslo erklärt. Der Mann hätte Sympathie für den norwegischen Nazi-Kollaborateur Vidkun Quisling (1887-1945) zum Ausdruck gebracht und sich feindselig gegen Einwanderer geäußert. Der schwer bewaffnete Attentäter hatte am Samstag eine Moschee in Bärum, einem Vorort der Hauptstadt Oslo, angegriffen und einen Gläubigen verletzt.

Zum Zeitpunkt der Attacke hätten sich nur drei Menschen in der Al-Nur-Moschee befunden. Wenige Stunden nach der Tat sei in einem Haus in Bärum die Leiche einer Frau gefunden worden. Die Tote sei die Stiefschwester des mutmaßlichen Attentäters. Es handle sich um die 17 Jahre alte Tochter seiner Stiefmutter, habe die Polizei am Sonntag mitgeteilt. Die Frauenleiche sei wenige Stunden nach der Tat in der Wohnung des mutmaßlichen Täters gefunden worden.

Zusammenstöße in Jerusalem

Auf dem Tempelberg in Jerusalem sind am Sonntag bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei Dutzende Menschen verletzt worden, meldet welt.de. Laut palästinensischem Roten Halbmond habe es 61 verletzten Palästinenser gegeben, die israelische Polizei habe von vier Verletzte in ihren Reihen berichtet.

Die Polizei habe am Sonntag den Zugang zum Tempelberg für Juden versperrt, um Konflikte mit Muslimen zu vermeiden. Dennoch hätten etliche Palästinenser demonstriert und die Situation sei eskaliert, nachdem hunderte Juden in den Umkreis des Areals gekommen seien. Die protestierenden Palästinenser hätten Einsatzkräfte mit Steinen und anderen Wurfgeschossen angriffen, die israelische Polizei hätte mit Blendgranaten auf die Demonstranten geschossen. Dutzende Menschen wären dabei verwundet worden.

Am Sonntag hatte das muslimische Opferfest Eid al-Adha begonnen und mit dem jüdischen Trauertag „Tischa Beav“ zusammengefallen, an dem der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 gedacht wird, der an der Stelle der heutigen islamischen Heiligtümer im Osten Jerusalems gestanden habe.

Russische Medienaufseher fordern Löschung von YouTube-Videos über Demos

Nach den Protesten und Massenfestnahmen in Moskau haben die russischen Medienaufseher den Internetriesen Google aufgefordert, Videos von nicht genehmigten Protesten auf seiner Plattform YouTube zu löschen, meldet orf.at. In einem Schreiben sei das Unternehmen aufgefordert worden, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen verhindert werden sollte, dass für nicht zugelassene Proteste geworben werde, habe die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor heute mitgeteilt.

Auf YouTube seien viele Videos veröffentlicht worden, die das teils unverhältnismäßig harte Durchgreifen der Polizei bei Festnahmen zeigten. Allein an den vergangenen drei Wochenenden seien mehr als 2.000 Menschen in der russischen Hauptstadt festgenommen worden. Roskomnadsor habe Google gedroht, sollte eine Reaktion ausbleiben, werde Russland das als feindselige Einmischung in innere Angelegenheiten Russlands betrachten und behalte sich das Recht vor, „angemessen“ darauf zu reagieren.

Johnson stimmt offenbar Brexit-Gespräch mit Irland zu

Der britische Premierminister Boris Johnson hat einem Zeitungsbericht zufolge das Angebot seines irischen Kollegen Leo Varadkar zu einem Brexit-Gespräch angenommen, meldet kleinezeitung.at. Der „Sunday Telegraph“ habe unter Berufung auf eine Regierungsquelle berichtet, dass es dabei um den Backstop, die Regelung über die künftige Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland gehen solle.

Johnson habe gefordert, dass die zwischen London und der EU ausgehandelte Passage im Vertrag über den Austritt Großbritanniens aus der EU wieder gestrichen werden solle. Dies lehnten die EU und Irland ab, weil sie fürchten, dass eine „harte“ Grenze alte Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland wieder aufleben lassen könnte.

Zahl der Asylbewerber in der EU steigt wieder an

Die Zahl der Asylbewerber in der EU ist in diesem Jahr wieder angestiegen, meldet welt.de. Laut Zahlen der EU-Asylagentur EASO hätten demnach im ersten Halbjahr rund 305.000 Migranten einen Erstantrag auf Asyl gestellt, ein Zehntel mehr als von Januar bis Ende Juni 2018. Inklusive der Folgeanträge seien es rund 337.000 gewesen. Deutschland sei wieder mit großem Abstand das wichtigste Zielland für Asylbewerber.

Griechische Polizei zerschlägt erneut Schleuserring

Der griechischen Polizei ist ein Schlag gegen eine internationale Schleuserbande gelungen, meldet faz.net. Bei einer Razzia im vornehmen Athener Vorort Glyfada seien zwei mutmaßliche Schlepper festgenommen worden, habe die Behörde in Athen mitgeteilt. Nach weiteren Mitgliedern der Bande würde noch gefahndet. Die Schleuserbande solle seit Monaten gefälschte Reisedokumente angefertigt und sie an Migranten verkauft haben, die nach Deutschland und in andere EU-Staaten reisen wollten. Bei der Razzia seien auch acht Migranten – Kunden der Schleuser – festgenommen worden.

Versicherungen wollen Geld in Tresoren bunkern

Versicherungsgesellschaften in Deutschland erwägen, angesichts der niedrigen Zinsen das Geld der Kunden in ihren Tresoren zu bunkern, meldet faz.net. „Je niedriger die Zinsen sind, desto attraktiver wird es, Geld in Tresoren zu lagern“, habe der Chefvolkswirt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Klaus Wiener, dem Berliner „Tagesspiegel“ für die Montagsausgabe gesagt. „Einige Versicherer schauen sich das derzeit sehr genau an“, habe Wiener berichtet; „Wenn die Zinsen weiter sinken und man das Bargeld nicht verbietet, ist es für die Versicherer zunehmend attraktiv, Geld in den Tresor zu legen.“

Die Versicherer gehörten zu den größten Anlegern am Kapitalmarkt. Angesichts der niedrigen Zinsen werde die Kapitalanlage immer schwieriger. Für überschüssige Liquidität, die Banken bei der Europäischen Zentralbank parken, verlange die Notenbank Strafzinsen. Entsprechend müssten auch einige Einleger für besonders hohe Summen bei kürzeren Laufzeiten bei ihrer Bank draufzahlen. Bundesanleihen hätten als Folge der hohen Nachfrage nach diesen Wertpapieren ebenfalls negative Renditen.

Neu sei das Thema nicht. Bereits 2016 hätte der damalige Chef der Rückversicherung Munich Re auf einer Bilanzpressekonferenz berichtet, Bargeld und Gold testweise in Firmentresoren zu bunkern. Bei den so gelagerten Barreserven solle es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln. Das Beispiel scheint nun nach Darstellung des Verbandsökonomen auch bei anderen Versicherungsgesellschaften Schule zu machen.

Vergleich Chinas mit Nazi-Deutschland spaltet Australiens Regierung

Ein umstrittener Vergleich des Aufstiegs Chinas mit dem Nazi-Deutschlands spaltet die australische Regierung, meldet diepresse.com. Etliche Minister hätten sich hinter den einflussreichen konservativen Abgeordneten Andrew Hastie gestellt, der gewarnt habe, dass Chinas Aufstieg so gefährlich sei, wie der von Hitler-Deutschland. China habe den Vergleich sofort zurückgewiesen. Der australische Finanzminister Mathias Cormann habe ebenfalls Kritik geäußert, während Innenminister Peter Dutton Hastie unterstützt hätte, der auch Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des australischen Parlaments sei. Handelsminister Simon Birmingham hätte seine Kollegen am Wochenende in einem Interview mit ABC mit Hinweis auf die sensiblen Beziehungen zu China aufgefordert, ihre Wortwahl zu mäßigen.

Die australische Führung ringe seit Jahren damit, wie sie mit dem wachsenden Einfluss Chinas im eigenen Land und in der Pazifik-Region umgehen solle. China ist Australiens größter Wirtschaftspartner. Der chinesische Netzanbieter Huawei wäre aber von dem Ausbau des 5G-Telekommunikationsnetzes ausgeschlossen worden. China habe Vorwürfe über eine Einmischung in inneraustralische Politik stets zurückgewiesen. Erst vergangene Woche hätten sich die australische und US- Regierung nach Konsultationen besorgt über den wachsenden Einfluss Chinas geäußert. Gleichzeitig habe Australien aber die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen auf eigenem Territorium abgelehnt.

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