Einschulung in Emmertsgrund

Dieser Satz, mit dem die grüne Bundestags-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt bekanntlich vor vier Jahren die zuwanderungsfreundliche Stimmung befeuern wollte, wird immer noch gern und oft zitiert: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich drauf!“

Darüber, ob sich ihre freudigen Erwartungen erfüllt haben oder doch eher einer gewissen Enttäuschung gewichen sind, ist die Politikerin nicht so mitteilsam. Aber das Thema Zuwanderung ist bei ihr vielleicht auch gerade etwas in den Hintergrund getreten, schließlich muss derzeit die Welt vor der Klimakatastrophe und ihr grünes Fraktionsvorsitzendinnenamt vor der Übernahme durch Cem Özdemirs Kandidaten-Partnerin Kirsten Kappert-Gonther gerettet werden.

Vielleicht würde auch niemand mehr an den von ihr seinerzeit geäußerten Vorfreude-Satz denken, wenn nicht immer wieder jemand an ihn erinnern würde. Unangenehmerweise wird er meist von Menschen zitiert, die sich über die eingetretenen Änderungen im Lande eher nicht freuen. Viele dieser Menschen werfen der politischen Klasse zudem auch gern vor, dass sie die Lebenswirklichkeit der Unerfreuten kaum kennen.

Das Missvergnügen kommt ja in der Regel nicht durch solch überregional schlagzeilenträchtigen Ereignisse, wie einige Anschlagsversuche und der vollendete blutige islamistische Anschlag in Berlin, die vielen neuen Sicherungsmaßnahmen oder die medial allgemein bekannten Übergriffe. Es sind die vielen neuen Sitten, die im alltäglichen bis in die einst eher provinzielleren Teile Deutschlands hinein Einzug halten, die keine Freude an den Änderungen im Land aufkommen lassen. Im Ergebnis spielt es auch nur eine Nebenrolle, ob diese Änderungen nun im Einzelnen schon der konzeptionslosen Zuwanderungspolitik in der „Flüchtlingskrise“ ab 2015 zuzurechnen sind oder mehr mit der konzeptionslosen Zuwanderungs- und Integrationspolitik vor 2015 zu tun haben.

Für die Betroffenen zählt der kulturelle Wandel, insbesondere in der Austragung von alltäglichen Konflikten. Zum Beispiel bei einer Einschulungsfeier in Heidelberg-Emmertsgrund. Es gilt dort bestimmt noch als ungewöhnlich, dass der Schulbeginn für Erstklässler einen Polizeieinsatz von 18 Funkwagenbesatzungen nötig macht. Doch um dieses Schlaglicht auf die deutschen Veränderungen nicht mit falschem Zungenschlag zu erzählen, sei hier die nüchterne Polizeimeldungs-Prosa über besagte Einschulungsfeier vom letzten Samstag zitiert:

„Im Rahmen der Feierlichkeiten befanden sich gegen 11.40 Uhr zahlreiche Elternteile auf dem Vorplatz der Schule, während sich die Erstklässler sowie weitere Schulklassen in ihren Klassenzimmern befanden.

Als ein 35-jähriger deutsch-irakischer Kindsvater sich den Feierlichkeiten hinzugesellte, kam es zwischen ihm und der von ihm getrennt lebenden 26-jährigen deutsch-irakischen Kindsmutter zunächst zu verbalen Auseinandersetzung. Als sich eine 33-jährige Verwandte der Kindsmutter in den Streit einmischte, soll der 35-Jährige diese körperlich angegangen haben.

Hierauf wurde die Polizei verständigt, eine Streifenwagenbesatzung traf kurze Zeit später ein. Während die Beamten den Sachverhalt abklärten, kam plötzlich weitere Familienangehörige beider Parteien hinzu. Fünf männliche Personen griffen den 35-Jährige trotz Präsenz der Polizei an und traktierten diesen mit Schlägen und Tritten. Nachdem der 35-Jährige zu Boden gegangen war, trat insbesondere ein 37-jähriger Mann gegen den Kopf des am Boden liegenden Mannes.

Eine Polizeibeamtin eilte hinzu und wollte den 35-Jährigen von seinen Angreifern wegziehen. Hierbei stach der 35-Jährige mit einem kleinen Messer, die von hinten an ihm ziehende Polizeibeamtin in den Oberschenkel. Offenbar konnte der 35-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht erkennen, dass eine Polizeibeamtin hinter ihm stand und ihm helfen wollte. Die Polizeibeamtin zog sich eine oberflächige Stichwunde zu. Die Beamtin musste in der Folge mit einem Rettungswagen in einen Krankenhaus gefahren werden. Sie wurde leicht verletzt, konnte ihren Dienst jedoch nicht fortsetzen.

Angehörige des Kindsvaters und der Kindsmutter gerieten im weiteren Verlauf aneinander, so dass insgesamt 18 Funkwagenbesatzungen aus dem Präsidialbereich zusammengezogen wurden. Die eingesetzten Einsatzkräfte setzten zur Lagebereinigung Pfefferspray ein und mussten bei den vorläufigen Festnahmen körperliche Gewalt gegen die Personen anwenden. Gegen Einzelne, nicht unmittelbar handgreiflich Beteiligte wurden Platzverweise erteilt.“

Alles Weitere lief offenbar routiniert ab. So liest es sich zumindest in dem Bericht der Polizei. Man könnte bei der Lektüre glauben, die hatte es hier nicht mit einer außergewöhnlichen, sondern eher mit einer alltäglichen Situation zu tun. Aber das ist wahrscheinlich einfach nur dem Bemühen der Beamten um nüchterne Sachlichkeit geschuldet:

„Insgesamt wurden drei Männer vorläufig festgenommen und nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Schulleitung wurden für die Folgewoche entsprechende Betreuungsangebote für ihre Schulkinder durch speziell geschulte Beamte des Polizeirevier Heidelberg-Süd angeboten.

Der Polizeiposten Emmertsgrund ermittelt nun u.a. wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriff gegen Polizeibeamte.“

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