Tränengas und Telefon

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN. Der Islamische Staat bekennt sich zu tödlichem Anschlag im Irak, in Hongkong gab es wieder Demonstrationen und Zusammenstöße mit der Polizei, Demonstrationen gab es auch wieder in Ägypten und aus Paris werden Ausschreitungen bei einer Klimaschutz-Demonstration gemeldet. Derweil droht der türkische Präsident Erdogan wieder einmal mit einem weiteren Einmarsch in Syrien, die Grünen drohen mit der Senkung des Wahlalters und Thomas-Cook-Urlauber könnten wegen eines drohenden Bankrotts stranden.

Islamischer Staat bekennt sich zu tödlichem Anschlag im Irak

Der Islamische Staat (IS) hat sich nach Angaben ihres Sprachrohrs Amak zu einem tödlichen Bombenanschlag im Irak bekannt, meldet mz-web.de. Dabei seien 17 Schiiten getötet worden, habe Amak behauptet. Nach Angaben des irakischen Innenministeriums seien bei der Explosion eines in einem Bus versteckten Sprengsatzes elf Menschen getötet worden. Zwei weitere wären bei dem Anschlag in der zentralen, überwiegend von Schiiten bewohnten Provinz Kerbela verletzt worden. Der sunnitische IS sehe Schiiten als Häretiker an, die vom rechten islamischen Glauben abgefallen seien.

Wieder Demonstrationen und Zusammenstöße in Hongkong

In Hongkong hat es am Samstag erneut Proteste der Demokratiebewegung mit Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben, meldet kleinezeitung.at. Die Polizei sei mit Tränengas und Gummigeschossen gegen kleine Gruppen gewaltbereiter Demonstranten vorgegangen, die in der Stadt Tuen Mun im Nordwesten Hongkongs Barrikaden errichtet hätten. Zahlreiche Demonstranten seien nach Angaben von Augenzeugen festgenommen worden.

Die Demonstration in Tuen Mun nahe der Grenze zu Festlandchina hätte zunächst friedlich begonnen. Vor einem Regierungsgebäude habe eine kleine Gruppe von Demonstranten dann eine chinesische Fahne heruntergerissen und verbrannt. Die Spannungen hätten schnell zugenommen, nachdem ein Einsatzkommando der Polizei einen Park stürmte, in dem sich viele Demonstranten versammelt hatten. Es gab eine Reihe von Festnahmen.

Daraufhin hätten Hunderte Aktivisten Barrikaden errichtetet und Zäune niedergerissen, um sich mit selbstgemachten Schlagstöcken auszurüsten. Gegenstände seien auf nahegelegene Bahnschienen geworfen worden. Als die Polizei Tränengas eingesetzt und Gummigeschosse abgefeuert habe, hätten sich die Demonstranten schnell zurückgezogen. Am Abend lieferten sich kleine Gruppen von Demonstranten und Polizisten ein Katz-und-Maus-Spiel.

Ausschreitungen und Festnahmen bei Klimaschutz-Demo in Paris

Am Rande einer Demonstration für mehr Klimaschutz mit Tausenden Teilnehmern kam es zu Ausschreitungen, meldet welt.de. Auf TV-Bildern seien brennende E-Tretroller und Mülltonnen zu sehen gewesen. Nach Medienberichten seien auch Schaufensterscheiben zu Bruch gegangen. Sicherheitskräfte hätten in der südlichen Innenstadt Tränengas eingesetzt.

Die Polizei habe friedliche Demonstranten aufgefordert, sich beim „Marsch für das Klima“ von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren. Die Umweltorganisation Greenpeace soll ihre Anhänger zum Verlassen der Demonstration aufgefordert haben. Unter den Gewalttätern, die sich unter die friedlichen Demonstranten gemischt hätten, seien laut Medien auch Vermummte gewesen. Es habe zahlreiche Festnahmen gegeben.

Bei einem Protest Hunderter Anhänger der Gelbwesten-Bewegung habe die Polizei in der Nähe der Prachtstraße Champs-Élysées im Westen der Innenstadt ebenfalls Tränengas eingesetzt, wie französische Medien berichteten. Auf dem kilometerlangen Boulevard galt ein Demonstrationsverbot.

Erdogan erklärt Bereitschaft zu Militäroffensive in Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bereitschaft Ankaras zu einem Militäreinsatz in Nordsyrien erneut bekräftigt, sollte dort nicht bis Ende September eine Sicherheitszone eingerichtet sein, meldet kleinezeitung.at. „Wir haben alle Vorbereitungen entlang der Grenze (zu Syrien) abgeschlossen, habe er gestern in Istanbul vor seiner Abreise zur UN-Vollversammlung in New York gesagt.

Die Türkei und die USA haben sich Anfang August eigentlich geeinigt, eine sogenannte Sicherheitszone im Norden Syriens zu schaffen. Sie solle nach dem Willen Erdogans bis Ende September eingerichtet werden. Andernfalls sei sein Land zu der Militäroffensive bereit. Die beiden Länder hätten bereits mit gemeinsamen Patrouillen zur Einrichtung der Zone in Nordsyrien begonnen.

Erdogan wünsche sich entlang der Grenze zu Syrien aber ein Gebiet unter alleiniger türkischer Kontrolle, aus dem sich kurdische Truppen zurückziehen sollten. Die Gegend werde bisher von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert, die für die USA ein wichtiger Partner im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ist.

Neue Proteste in Ägypten

Im ägyptischen Suez ist die Polizei offenbar erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen, meldet deutschlandfunk.de. Am Abend seien laut der Nachrichtenagentur AFP den zweiten Tag in Folge Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung zu protestieren. Die Rede sei von rund 200 Teilnehmern. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition eingesetzt, es soll Verletzte gegeben haben.

In Kairo seien gestern rund um den zentralen Tahrir-Platz verstärkt Polizeikräfte im Einsatz gewesen. Dort, in Suez und anderen Städten hatte es am Freitag, wie berichtet, erstmals seit Jahren wieder regierungskritische Proteste gegeben. Die Teilnehmer hätten den Rücktritt von Staatschef al-Sisi gefordert. Laut AFP habe es mehr als 70 Festnahmen gegeben. Der Initiator der Proteste, der in Spanien lebende Unternehmer Mohamed Ali, habe für Freitag zu Massenkundgebungen aufgerufen.

Brandenburgs Grüne stimmen für Koalitionsgespräche mit SPD und CDU

Ein Kleiner Parteitag der Brandenburger Grünen habe am Samstagnachmittag in Kleinmachnow mit 46 von 54 Stimmen dafür gestimmt, Koalitionsverhandlungen für ein rot-schwarz-grünes Bündnis aufzunehmen, meldet dernewsticker.de. Dies ergebe 85,2 Prozent. Dabei habe es sieben Nein-Stimmen und eine Enthaltung gegeben. SPD und CDU hatten der Aufnahme der Gespräche bereits zugestimmt. Am Montag sollten die Koalitionsverhandlungen beginnen.

SPD: Kandidatin Geywitz aus eigenem Landesvorstand angegriffen

Der SPD-Politiker Harald Sempf hat seine Parteikollegin Klara Geywitz für ungeeignet als Kandidatin für den Bundesvorsitz erklärt, meldet zeit.de. „Für die erste Reihe der Partei, und dann noch im Duo mit Olaf Scholz, ist sie nicht die Richtige“, habe der Schatzmeister des brandenburgischen Landesvorstands dem Spiegel gesagt. Wenn er Minister wäre, würde er sie aber zur Staatssekretärin machen und könnte sich keine bessere vorstellen.

Die bisherige Landtagsabgeordnete Geywitz bewirbt sich im Team mit Bundesfinanzminister Scholz um den SPD-Parteivorsitz. Bei der Landtagswahl in Brandenburg habe sie zuletzt ihr Mandat verloren. Geywitz sei zwar ein politisches Talent und eine klar denkende Analytikerin, wird Sempf zitiert. Aber: „Diese Herzenswärme, die ihr zugeschrieben wird, woher die kommen soll, ist mir ein Rätsel.“ Die SPD brauche Politiker mit Wärme. Klara Geywitz könne aber „von der zwischenmenschlichen Wärme her auch eine 10.000er-Geflügelfarm leiten“.

Grüne wollen Wahlrecht ab 16 Jahren

Die Grünen wollen das Wahlalter im Bund und für die Europawahl auf 16 Jahre senken, meldet dernewsticker.de. „Kinder und Jugendliche wissen sehr genau, was sie wollen“, heiße es in einem Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion, über den das „Handelsblatt“ berichtet habe. Zudem hätten sie „ein Recht darauf, dass ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen bei Entscheidungen berücksichtigt werden“, heiße es in dem Antrag weiter. In Hamburg, Bremen, Brandenburg und Schleswig-Holstein dürften 16-Jährige schon heute den Landtag beziehungsweise die Bürgerschaft mitwählen. In zahlreichen Bundesländern gelte das auch für die Kommunalwahlen.

Kiew beschwichtigt nach Trump-Telefonat mit Selenski

Nach dem Vorwurf gegen US-Präsident Donald Trump, dieser habe vom ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenski kompromittierende Informationen über den Sohn des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden verlangt, hat Kiew versucht zu beruhigen, meldet orf.at. Der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko habe in einem am Freitagabend aufgezeichneten Fernsehinterview versichert, bei dem fraglichen Telefonat zwischen den beiden Staatschefs hätte es sich um ein „langes und freundschaftliches Gespräch“ gehandelt.

„Ich weiß, worüber sie gesprochen haben, und ich denke, dass es keinen Druck gab“, habe Pristaiko dem ukrainischen Sender Hromadske erklärt. Es sei um „viele Fragen“ gegangen, „auf die in bestimmten Fällen sehr ernste Antworten gegeben werden mussten“. Die Forderung nach der Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls habe der ukrainische Chefdiplomat zurückgewiesen. Die Ukraine hätte als unabhängiges Land das Recht, Staatsgeheimnisse zu bewahren, hob er hervor.

US-Medien hätten berichtet, dass Trump am 25. Juli mit dem ukrainischen Präsidenten telefoniert und diesen aufgefordert haben soll, kompromittierende Informationen über Bidens Sohn Hunter zusammenzutragen. Joe Biden, der im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten als Favorit gilt, habe daraufhin gefordert, den Wortlaut des brisanten Gesprächs umgehend zu veröffentlichen.

Flugzeugentführer nach 34 Jahren verhaftet

Bei einer hochdramatischen Flugzeugentführung 1985 wurde US-Marinetaucher Robert Stethem (23) verprügelt, in den Kopf geschossen und aus der Maschine aufs Rollfeld geworfen. Jetzt, 34 Jahre nach der Kaperung der US-Passagiermaschine und der anschließenden Entführung, hat die griechische Polizei einen mutmaßlichen Beteiligten festgenommen, meldet bild.de. Dies sei auf Antrag deutscher Behörden erfolgt, habe die Polizei am Samstag mitgeteilt. Zwei europäische Haftbefehle lägen vor.

Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts in Karlsruhe habe auf Nachfrage keine Stellungnahme abgegeben.

Am 14. Juni 1985 hatte die terroristische „Organisation für die Unterdrückten der Welt“, die Verbindungen zur Hisbollah gehabt haben soll, die Maschine 847 der Trans-World-Airline auf ihrem Flug von Athen nach Rom entführt, heißt es weiter. Für Crew und Passagiere habe ein mehrtägiger Irrflug durch die Mittelmeerregion begonnen, bei dem Stethem ermordet worden war. Einige Dutzend Passagiere seien bis zu ihrer Freilassung zwei Wochen festgehalten worden.

Es bestehe nun der Verdacht, dass der jetzt auf Mykonos Festgenommene auch der Mann sei, der 1987 im Austausch für zwei deutsche Geiseln aus der Haft entlassen worden ist, habe die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die deutschen Geiseln sollen demnach im Libanon von Komplizen des heute 65-Jährigen entführt worden sein, die ihn dann freigepresst haben sollen.

Thomas Cook vor Bankrott: 600.000 Urlauber drohen zu stranden

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook ist mit der Beschaffung von dringend benötigtem Kapital gescheitert und hofft auf Hilfen der britischen Regierung, um einen Bankrott abwenden zu können, meldet mz-web.de. Das Unternehmen hätte die benötigten Gelder in Höhe von 200 Millionen Pfund (rund 227 Millionen Euro) nicht von privaten Investoren bekommen können, habe es am Samstag aus Verhandlungskreisen geheißen.

Rund 600.000 Urlauber drohten weltweit zu stranden. Die „Financial Times“ habe berichtet, es sei relativ unwahrscheinlich, dass die britische Regierung dem finanziell angeschlagenen Unternehmen helfe, da sie dessen langfristige Rentabilität anzweifle. Hingegen wolle die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen erfahren haben, dass die Gespräche zwischen dem Unternehmen und der Regierung andauerten. Am Sonntag soll der Verwaltungsrat zusammentreten.

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