„Tolle Begegnung“ mit türkischen Rechtsextremisten

Rechtsextreme sollen nicht aufgewertet werden, darauf hatten sich die Landtagsfraktionen in Nordrhein-Westfalen schon vor Jahren verständigt, trotzdem hatten mehrere Politiker der im Landtag vertretenen Parteien keine Scheu, jüngst in einer Moschee der sogenannten Grauen Wölfe aufzutreten, meldet welt.de. Als Graue Wölfe bezeichnen sich bekanntlich die Anhänger der „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine“ (ADÜTDF), die vom Verfassungsschutz beobachtet und als rassistisch, extrem nationalistisch und antisemitisch eingestuft werden. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz attestiere den Grauen Wölfen eine Ideologie, die vom Glauben an „die Überlegenheit der türkischen Rasse“ und von „Führerkult“ geprägt sei. Manche Anhänger schreckten auch nicht vor Gewalt gegen Andersdenkende und Angehörige von Minderheiten zurück.

Dennoch hätten Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und Sven Wolf, der SPD-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, am vergangenen Donnerstag der Remscheider Ülkü-Ocagi-Moschee der ADÜTDF ihre Aufwartung gemacht. Auch das CDU-Stadtratsmitglied Ottmar Gebhardt sei dort erschienen. Dorthin hätte die ADÜTDF zum Tag der offenen Moschee geladen – gemeinsam mit Vertretern der ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachteten Milli-Görüs-Bewegung und des staatstürkischen Ditib-Verbands. Fraktionsvize Wolf habe anschließend bei Facebook von einer „tollen Begegnung“ gesprochen.

Warum geben sich deutsche Politiker eigentlich immer wieder mit fragwürdigen Vereinen ab, wenn sie den Kontakt mit „dem Islam“ suchen? Welt.de hat dafür eine bemerkenswerte Erklärung:

„Uneingeschränkt verfassungstreue und moderate muslimische Gemeinschaften gibt es zwar auch, etwa den Liberal-islamischen Bund oder die Muslimische Gemeinschaft NRW; diese zählen aber nur wenige Hundert Mitglieder bundesweit. Bund und Länder arbeiten daher seit Jahrzehnten mit islamistisch oder nationalistisch beeinflussten Verbänden wie dem Islamrat und Ditib zusammen.“

Immerhin gehören Extremisten, wie die Grauen Wölfe, sonst nicht zu den üblichen Gesprächspartnern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.