Neugeborene am Rande der Legalität

FUNDSTÜCK:

Deutschland verändert sich und die Hauptstadt Berlin ist bekanntlich immer Vorreiter des gesellschaftlichen Fortschritts. Manche mögen es vielleicht Staatsversagen nennen, doch vielleicht dient es einem höheren Zweck, wenn es die Verwaltung selbst den Bürgern unmöglich macht, geltende Gesetze einzuhalten. Eigentlich muss jeder legale Bewohner dieses Landes, dem ein Kindlein geboren wird, muss diese Geburt innerhalb einer Woche vom Standesamt beurkunden lassen. Und zwar in dem Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich das Kind geboren wurde. Doch nicht in Berlin, denn dort bekommt der Bürger gar keinen Termin, um das zu erledigen. Für die Chance auf eine Geburtsurkunde muss man sich in manchen Stadtteilen mitten in der Nacht beim Amt anstellen. Doch warum sollte man die Registratur von Neugeborenen auch noch übermäßig ernst nehmen? Das passt doch gar nicht zu einem Land, in das auch jeder ohne Papiere kommen und Anspruch auf Sozialleistungen stellen kann. Deutschland verändert sich eben. Und auch kurzentschlossenes Heiraten ist in der Hauptstadt dank der Wartefristen auf einen Anmeldetermin nahezu unmöglich. Das kann man auch fürsorglich nennen, bewahrt diese Praxis doch vielleicht manch einen vor einem voreiligen Ja-Wort.

Mehr hier: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/behoerden-irrsinn-nachts-anstellen-fuer-eine-wartemarke-fuers-standesamt

1 Kommentar

  1. Rudolf Best

    „Wenn ich (Boris Palmer) dort ankomme denke ich immer: Vorsicht, sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands“ So wird er in der WELT vom 4.12.18 zitiert. Geändert hat sich daran nur, dass dieser Teil inzwischen stärker wächst als die schrumpfende Wirtschaft in Deutschland und mittlerweile weit über die geografischen Grenzen Berlins hinausgewachsen ist und sich wie ein Krebsgeschwür durch Deutschland frisst.

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