„Berliner Zeitung“-Verleger war Stasi-IM

Während seines dreijährigen Wehrdienstes bei der Nationalen Volksarmee (NVA) habe der neue Verleger der Berliner Zeitung, Holger Friedrich, als Unteroffizier der Stasi über Kameraden berichtet und diese teilweise schwer belastet. Das berichtet Welt am Sonntag als Teil einer großen Recherche über den Verleger und die aktuellen Geschehnisse im Berliner Verlag und auszugsweise welt.de.

Welt am Sonntag lägen entsprechende Dokumente aus der Stasi-Unterlagenbehörde vor. Auf Antrag habe die Behörde aus Friedrichs IM-Akte, die im Original rund 125 Seiten umfasse, 80 Seiten zur Verfügung gestellt. Aus dem Konvolut ergebe sich, dass der Ost-Berliner, Jahrgang 1966, von Dezember 1987 bis Februar 1989 mit Stasi-Offizieren zu konspirativen Treffen zusammengekommen sei.

Einen Tag nach der Konfrontation mit den Recherchen der Welt am Sonntag habe Friedrich am Freitag die Vorwürfe in einem Beitrag der Berliner Zeitung bestätigt. Darin behaupte Friedrich, er sei „nicht aktiv für das MfS tätig“ gewesen. Dem widerspreche der Akteninhalt, heißt es bei welt.de.

Überliefert seien zwölf größtenteils handschriftliche Spitzelberichte. In den Berichten würden mehr als 20 Personen in identifizierbarer Weise genannt. Die Erwähnung habe laut den Unterlagen dazu geführt, dass das Ministerium für Staatssicherheit gegen einige der Betroffenen „Maßnahmen“ verfügt habe. In einem Fall hätten die Informationen von „Bernstein“ zum Beispiel dazu geführt, dass ein Soldat gemaßregelt und strafrechtlich belehrt werden sollte. „Er belastet in den Gesprächen Personen aus seinem Umgangskreis“, zitiere Welt am Sonntag eine schriftliche Beurteilung Friedrichs durch seinen Führungsoffizier.

1 Kommentar

  1. Fugg Censors

    Am deutschen rot-grünen Wesen wird das Denunziantentum prächtig genesen! Ist halt Tradition mit Farbwechsel. Der Enkel ist halt wie Opa, mit dem niederträchtigen Hobby unterwegs. Natürlich ganz neu mit anderer Farbe.

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