Das Koordinatensystem des ZDF-Chefredakteurs

„Ich kann das heutige Gerede, der deutsche Journalistenstand hätte einen rot-grünen Einschlag, nicht nachvollziehen. Ich sehe das beim ZDF nicht“, sagte der ZDF-Chefredakteur Peter Frey in einem von der Zeit moderierten Streitgespräch mit drei Fernsehzuschauern. So berichtet es dernewsticker.de. „Es stimmt einfach nicht, dass konservative Positionen auf unserem Sender keinen Platz haben“, so Frey weiter.

Offenbar ist das ZDF im politischen Koordinatensystem des Herrn Chefredakteurs repräsentativ für den deutschen Journalistenstand. Denn, weil er das in seinem Sender nicht sehen kann und es stattdessen irgendwo auch ein Plätzchen für konservative Positionen geben soll, hält er gleich den ganzen deutschen Journalismus für ausgewogen.

Es mag sein, dass das politische Klima beim ZDF tatsächlich repräsentativ für alle weiteren bekannten deutschen Redaktionen ist – nur ist das eben nicht so austariert, wie Frey seiner kleinen Zuschauerauswahl weismachen will. Nach einer statistischen Erhebung der Parteipräferenz deutscher Politikjournalisten kamen die CDU auf magere neun und die FDP auf 7,4 Prozent.  Dagegen hätten 26,9 Prozent der Befragten angegeben, dass sie den Grünen am nächsten stünden, immerhin noch 15,5 Prozent der Befragten bekannten sich zur SPD und 4,2 Prozent zur Linkspartei.

Das sind klare Zahlen und diese Statistik war auch Gegenstand der Berichterstattung. Es ist kaum zu glauben, dass sie dem ZDF-Chefredakteur entgangen sein sollte. Vielmehr wird er sein eigenes Koordinatensystem einfach für allein maßgeblich halten und wer hält sich selbst schon für zu rechts oder zu links.

Mit diesem Koordinatensystem wird er wahrscheinlich auch die im Gespräch angekündigten Marksteine setzen: „Wir Medien haben niemanden zu erziehen“, wird Frey von dwdl.de zitiert, „aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen.“

Hätte er gesagt, dass er sich nur in den Grenzen demokratischer Gesinnung bewegen will, dann wäre das in Ordnung, aber wenn er diese Grenzen auch für andere markieren und aufzeigen will, dann ist das ein Versuch der Erziehung. Aber das ist vielleicht Krümelkackerei, denn der deutsche Journalistenstand hat für solche sprachlichen Feinheiten im Ringen um ein diskriminierungsfreies Deutsch kaum Zeit.

Aber wir wollen jetzt nicht so tun, als hätte der ZDF-Chefredakteur nicht auch Selbstkritik an sich und seinem Sender geübt: „Wir sind zu alt geworden, nicht nur was unsere Zuschauer angeht, sondern auch beim Personal. Und wir sind nicht divers genug. Darunter leiden wir.“, hat Frey gesagt. Ein „wunder Punkt“ sei zudem, dass das ZDF zu wenige Führungskräfte mit ostdeutschem Hintergrund habe. Und sein Werben für den Osten kann er auch in so schöne Sätze kleiden wie: „Ich sage meinen jungen Kollegen immer: Leute, wir leben in einer Zeit, in der es spannender ist, Korrespondent in Magdeburg zu sein als in Washington.“

1 Kommentar

  1. Fugg Censors

    Sollten die Spesenritter der ORF Anstalten in die freie Marktwirtschaft entlassen werden, erst dann Herr Frey, wird sich der sozialistische Grauschleier ganz schnell von selbst auflösen. Wenn der Kunde wieder Leistung bezahlt oder nicht, wird der auch der letzte Redakteur merken, dass man von Ideologie predigen nicht satt wird.

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