„Widersinnige Schlussfolgerungen“

Der Historiker Georges Bensoussan stammt aus einer marokkanisch-jüdischen Familie, die nach Frankreich ausgewandert ist. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit dem Antisemitismus unter muslimischen Einwandererkindern. In der Jüdischen Allgemeinen findet man ein lesenswertes Interview, in dem er sich u.a. damit auseinandersetzt, dass niemand über die Täter sprechen will, wenn es um muslimischen Antisemitismus und islamistische Gewalt geht. Auch im Französischen werden zu diesem Zwecke offenbar politisch-korrekt wolkige neue Begriffe und Formulierungen eingeführt, um manche lästige Informationen zu verschleiern. Bensoussan wörtlich:

„Ja, ein Teil der Medien und der Politiker will nicht zugeben, dass die Lage explosiv ist. Aufseiten der Politik wissen das viele zwar, doch fürchten sie, Öl ins Feuer zu gießen, wenn sie das offen aussprechen, und damit die Banlieues, die Vorstädte, zur Explosion zu bringen. Die französische politische Klasse, Linke wie Rechte, fürchtet eine Neuauflage der Ausschreitungen des Jahres 2005, die drei Wochen andauerten und sich 2007 – weniger lang, weniger gewalttätig – wiederholten.“

Was Frankreich drohen könnte, beschreibt Bensoussan sehr deutlich und lässt den deutschen Leser höchstens hoffen, dass es hierzulande vielleicht noch nicht ganz so weit gekommen ist:

„Den Politikern ist bewusst, dass die nächste Revolte in einen Aufstand ausarten könnte. Man hätte es dann nicht mehr nur mit Molotowcocktails zu tun, sondern mit Kriegswaffen. Der verbreitete Schwarzhandel mit ihnen ist bekannt, er spielt sich parallel zum Drogengeschäft ab. Die politische Klasse und die Sicherheitsdienste sind darüber im Bild, und die daraus resultierende Verunsicherung animiert gerade nicht zur Offenheit, sondern fördert die Verleugnung.“

Aber es geht nicht nur um die Vorstädte, es geht auch um den islamistischen Terror. Konkret wird Bensoussan danach gefragt, was er davon halte, dass die »UN-Sonderberichterstatterin für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten bei der Bekämpfung des Terrorismus« ein französisches Gesetz zur Terrorbekämpfung anprangerte, weil es vor allem auf Muslime abzielen würde. Seine Antwort:

„Die Sonderberichterstatterin übersieht, dass es Muslime sind, die diese Terrorakte verüben. Und vor allem übersieht sie, dass sie nicht als Muslime, sondern als Terroristen verfolgt werden. Die widersinnige Schlussfolgerung der Sonderberichterstatterin macht nicht nur die Welt undurchsichtiger und unbegreiflicher, sondern sie stiftet Verwirrung in den Köpfen und stachelt zur Gewalt an. Denn, ich wiederhole es, das Gesetz diskriminiert nicht Muslime, es richtet sich gegen Terroristen. Es ist nicht die Schuld des Gesetzgebers, dass diese Terroristen Muslime sind.“

Mehr hier: https://www.juedische-allgemeine.de/juedische-welt/die-taeter-sind-tabu/

1 Kommentar

  1. Fugg Censors

    Immer das gleiche Argument, hat nichts mit dem Islam zu tun. Biedermann und die Brandstifter kommt einem in den Sinn. Leugnung der Realität bis hin zur Apokalypse.

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