Deutschland bleibt Hauptziel von Asylantragstellern

708.000 Anträge wurden in der EU gestellt, zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die EU-Kommission in einem Dossier schreibt, meldet welt.de. Deutschland habe auch 2019 wieder mit 152.000 die meisten Anträge vor Frankreich mit 126.000 verzeichnet. Die genannten Zahlen bezögen sich auf die addierten Monatswerte, wie in dem EU-Papier erläutert werde. Die endgültigen Zahlen inklusive der Nacherfassungen lägen für alle EU-Staaten erst in einigen Wochen vor und werden wohl leicht über den hier aufgelisteten liegen.

Für Deutschland habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aber bereits diese endgültigen Zahlen mitgeteilt: demnach habe es 2019 insgesamt 166.000 Asylanträge gegeben. Darunter seien 143.000 Erstanträge gewesen, die übrigen waren sogenannte Folgeanträge. Diese würden überwiegend von abgelehnten Asylbewerbern gestellt, die direkt im Anschluss noch einmal versuchten, mit einer neuen Fluchtgeschichte anerkannt zu werden. Doch auch nach einer Abschiebung oder freiwilligen Ausreise erneut einreisende Antragsteller sollen diese Folgeanträge nutzen. Bemerkenswert sei allerdings: Seit dem Herbst liege Frankreich in vielen Wochen über dem deutschen Antragsniveau. Setze sich dieser Trend fort, könnte die Bundesrepublik im angelaufenen Jahr zum ersten Mal seit 2011 nicht mehr europäisches Hauptziel von Asylbewerbern sein.

In Griechenland seien 2019 mit 77.000 so viele Asylanträge gestellt wie noch nie, allerdings blieben die dort ankommenden Bewerber mehrheitlich nicht bis zum Ende ihres Verfahrens im Land, sondern wanderten früher oder später weiter nach Norden.

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