Bundesregierung will Geschlechterunterschiede stärker berücksichtigen

Mancher reibt sich bei dieser Überschrift vielleicht ein wenig die Augen, denn wer versucht, in Sachen sogenannter Geschlechtergerechtigkeit einigermaßen auf der Höhe der neuen Zeit zu bleiben, weiß doch, dass das Geschlecht eigentlich nur ein überwindbares soziales Konstrukt ist und man sich von biologistischen Auffassungen lösen müsse. Aber allen Gendersternchen und neuen Geschlechterlehren zum Trotz: Wenn es wegen eines eigenen Leidens zum Arzt geht, dann ist wahrscheinlich auch die konsequenteste Gender-Ideologin gern bereit, die der Medizin zu Grunde liegenden biologistischen Auffassungen zu tolerieren.

Oder vielleicht nicht nur zu tolerieren, denn auf diesem Gebiet will jetzt die Bundesregierung, die sonst ja gern alle Formen der Gendersternenkunde fördert, sogar eine stärkere Berücksichtigung der Geschlechtsunterschiede durchsetzen. In einer Bundestags-Mitteilung heißt es dazu:

„Die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Besonderheiten kann nach Ansicht der Bundesregierung in der Medizin einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung und Patientensicherheit leisten. Seit 2015 seien die gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet, diese Besonderheiten zu berücksichtigen, heißt es in der Antwort (19/16769) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/16409) der FDP-Fraktion.

Zudem gehe es darum, eine geschlechtssensible Gesundheitsversorgung zu stärken. Dazu bedürfe es neben der Erweiterung des Wissens über frauen- und männerspezifische Erkrankungen auch der Entwicklung geschlechtsspezifischer Versorgungskonzepte. Grundsätzlich sinnvoll sei beispielsweise die Erforschung genderspezifischer Arzneimittelwirkungen und Nebenwirkungen.“

Die Erforschung genderspezifischer Arzneimittelwirkungen ist ja auch wirklich sinnvoller als die Förderung jener „Gender-Studies“, die in schillernder Vielfalt biologische Unterschiede negieren wollen und vor allem um ideologische Deutungshoheit kämpfen.

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