Niedersachsen den Niedersachsen

Früher war der bei Neonazis beliebte Ausruf „Deutschland den Deutschen“ verpönt. Heutzutage ist es im Zeichen des Corona-Virus opportun, sogar noch kleinteiliger als nur national auszugrenzen, wenn es um zahlende Urlauber geht. Nach der sogenannten Landeskinderregelung, dürfen in Niedersachsen die Hotels wieder öffnen, aber sie dürfen nur Niedersachsen beherbergen. Für Nicht-Niedersachsen darf es noch keinen Urlaub in Niedersachsen geben, die Landeskinder sollen nach dem Willen der rotschwarzen Landesregierung vorerst unter sich bleiben. Das weltoffene Deutschland endet heutzutage an innerdeutschen Grenzen.
Weil diese Regel, die  vor einigen Tagen beschlossen wurde auf Kritik gestoßen ist, sah
sich Ministerpräsident Stephan Weil jetzt genötigt, seine innerdeutschen Grenzen zu verteidigen, berichtet sueddeutsche.de. Die deutschen Länder, aus denen typischerweise viele Gäste nach Niedersachsen kämen, würden etwa 30 Prozent über den unterdurchschnittlichen niedersächsischen Infektionswerten liegen. „In dieser allerersten Phase wollen wir deswegen das Risiko von Einträgen von außen noch beschränken.“
Der Schutz der Niedersachsen vor dem Risiko fremdländischer Einträge soll allerdings nicht allzu lange anhalten. Der Landesherr hat die Öffnung der Beherbergungsstätten für Landesfremde für Anfang Juni angekündigt.
Niedersachsen steht mit dem Aussperren von Bürgern aus anderen deutschen Ländern bekanntlich nicht allein. Das rot-schwarz regierte Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern war schon im ersten Lockdown ein Vorreiter bei der Schließung innerdeutscher Grenzen. Wer bietet eigentlich aktuelle Übersichtskarten an, für wen welche Teile des eigenen Landes wann Sperrgebiete sind?

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