Virus und Verbote

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Griechenland will den Grenzzaun zur Türkei ausbauen, Erdogan empfiehlt derweil das Durchwinken der Migranten in andere EU-Staaten, die Bundesregierung will minderjährige Migranten aufnehmen, Hilfsorganisationen sorgen sich wegen des Corona-Virus in Syrien, in Italien starben drei Menschen bei einer Gefängnis-Revolte, in Frankreich und Deutschland wird es vorerst keine Großveranstaltungen mehr geben und Bulgarien schließt alle Schulen. Letzteres nicht wegen des Corona-Virus, sondern wegen der Grippe.

Griechenland will Grenzzaun zur Türkei ausbauen

Griechenland will wegen des organisierten Migrantenandrangs an der Grenze zur Türkei seinen Grenzzaun ausbauen, meldet noz.de. Wie am Sonntag aus Regierungskreisen in Athen bekannt geworden sei, solle der Zaun an drei Grenzabschnitten um 36 Kilometer verlängert werden. Auch der bereits bestehende Zaun solle verstärkt werden, habe ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP gesagt.

Am Wochenende hatten sich die Spannungen an der Grenze nochmals verschärft. Die griechische Polizei habe mehrfach Tränengas gegen Migranten einsetzen müssen, die versucht hätten, in der Grenzprovinz Edirne Zäune zu durchbrechen. Die Migranten hätten mit Steinen geworfen. Wie am Sonntag aus griechischen Polizeikreisen verlautet sei, habe die Polizei an der Grenze in den vergangenen Tagen Verstärkung erhalten.

Die türkischen Sicherheitskräfte hätten wiederholt Tränengas gegen die griechische Grenzpolizei eingesetzt. Athen habe der türkischen Polizei zudem vorgeworfen, die Migranten mit Seitenschneidern zum Durchschneiden des Grenzzauns auszustatten. Die griechische Regierung habe am Wochenende Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen ein türkisches Panzerfahrzeug zu sehen sein soll, das dabei helfe den Grenzzaun zu durchbrechen.

Erdogan an Griechenland: Schickt Migranten weiter in andere EU-Länder

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Griechenland dazu ermuntert, Migranten an der gemeinsamen Grenze in Richtung anderer EU-Länder durchzulassen, meldet rundschau-online.de. „Hey Griechenland, diese Menschen kommen nicht zu dir und bleiben, sie kommen zu dir und gehen in andere Länder Europas. Warum störst du dich daran?“, habe Erdogan am Sonntag auf einer Veranstaltung anlässlich des Weltfrauentags in Istanbul erklärt. „Mach du doch auch die Tore auf“, habe Erdogan, weiter an Griechenland gerichtet, gesagt.
Zugleich hätte Erdogan das Nachbarland scharf kritisiert und Griechenland vorgeworfen, Migranten, die es in die EU geschafft haben, unrechtmäßig in die Türkei zurückzuschicken, zu „schlagen“, zu „töten“ und zu „foltern“.

Bundesregierung will minderjährige Migranten aufnehmen

Bei dem Treffen des Koalitionsausschusses im Kanzleramt haben sich die Koalitionäre in der Nacht zum Montag auf die Aufnahme von minderjährigen Migranten aus den überfüllten Asylbewerber-Lagern in Griechenland geeinigt, meldet faz.net. Auf europäischer Ebene werde derzeit verhandelt, um in eine „Koalition der Willigen“ die Übernahme dieser Zuwanderer zu organisieren. „In diesem Rahmen steht Deutschland bereit, einen angemessenen Anteil zu übernehmen“, habe die Koalition mitgeteilt. Man wolle Griechenland bei der schwierigen humanitären Lage mit der Aufnahme von etwa 1000 bis 1500 Kindern unterstützen, heiße es in dem erarbeiteten Papier. Es solle sich dabei um Kinder handeln, die entweder wegen einer schweren Erkrankung dringend behandlungsbedürftig oder aber unbegleitet und jünger als 14 Jahre alt seien.

Hilfsorganisationen warnen vor Ausbreitung von Coronavirus in Syrien

Hilfsorganisation warnen vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Syrien – vor allen in den umkämpften Gebieten im Norden des Landes, meldet dtoday.de. Das syrische Gesundheitssystem sei womöglich nicht darauf vorbereitet, „eine Epidemie festzustellen und zu bekämpfen“, habe ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag erklärt.

Vor allem in der Provinz Idlib, wo die medizinische Infrastruktur weitgehend zerstört sei und rund drei Millionen Flüchtlinge in immer kleinere Gebiete gedrängt würden, sei das Risiko demnach groß.

Drei Tote bei Gefängnisrevolte wegen Corona-Virus in Italien

Drei Gefängnisinsassen sind bei einer Revolte ums Leben gekommen, die am Sonntagnachmittag in einer Strafanstalt in der norditalienischen Stadt Modena wegen Restriktionen aufgrund des Coronavirus ausgebrochen ist, meldet kleinezeitung.at. Zwei weitere Gefängnisinsassen lägen in kritischem Zustand im Krankenhaus, habe die römische Tageszeitung „La Repubblica“ in ihrer Onlineausgabe berichtet.

Demnach sollen die Insassen gegen Einschränkungen für den Besuch von Angehörigen protestiert haben. Zu Revolten sei es auch in Haftanstalten in Alessandria, Pavia, Frosinone und Neapel gekommen. In dem Gefängnis in Pavia südlich von Mailand hätten Häftlinge laut italienischen Medien zeitweise zwei Wärter als Geiseln genommen.

Gesundheitssystem in der Lombardei kämpft gegen den Zusammenbruch

Das lombardische Gesundheitssystem kämpft gegen den Zusammenbruch unter der zunehmenden Zahl von Coronavirus-Infektionsfällen, meldet orf.at. „Wir sind gezwungen, sogar in den Gängen der Spitäler Betten aufzustellen. Wir haben ganze Teile der Krankenhäuser umgebaut, um Platz für Patienten auf den Intensivstationen zu schaffen“, habe Antonio Pesenti, Leiter der lombardischen Kriseneinheit für Intensivtherapien, gesagt.

In der norditalienischen Region seien mit Stand Sonntag insgesamt 257 Menschen am Coronavirus gestorben. Binnen 24 Stunden sei die Zahl um mehr als 100 Personen gestiegen (von Samstag auf Sonntag).

Veranstaltungen mit mehr als tausend Menschen in Frankreich verboten

Die französische Regierung hat wegen der Coronavirus-Epidemie Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern untersagt, meldet stern.de. Das Verbot gelte ab sofort und landesweit, habe Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntagabend nach einem Krisentreffen im Pariser Elysée-Palast verkündet. Ausnahmen solle es für gesellschaftlich wichtige Veranstaltungen wie Demonstrationen und öffentliche Verkehrsmittel geben.

Gesundheitsminister Spahn drängt auf Absage von Großveranstaltungen

Wegen zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen, meldet welt.de. Zur Zeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. „Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden“, habe er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin gesagt. Von solchen Absagen betroffen seien unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte.

Spahn habe gesagt, oberstes Ziel wäre es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. „Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen.“

Bulgarien schließt alle Schulen – wegen der Grippe

Aus Gesundheitsgründen hat Bulgarien landesweit alle Schulen geschlossen – allerdings nicht wegen des Coronavirus, sondern wegen der Grippe, meldet tagesspiegel.de. Auch alle für Freitag geplanten Operationen seien gestrichen worden, wie das Gesundheitsministerium in Sofia mitgeteilt habe. Bulgarien, der ärmste Mitgliedsstaat der Europäischen Union, leide unter einer ungewohnt heftigen Grippewelle. Eine Corona-Infektion sei dagegen noch nicht registriert worden.

„Eine derart schnelle Ausbreitung von Influenza B hat es in Bulgarien in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben“, habe der Direktor des nationalen Zentrums für ansteckende Krankheiten, Todor Kantardschiew, erklärt. Allein in der letzten Februarwoche seien offiziellen Zahlen zufolge fast 5000 Menschen an der Grippe erkrankt, vor allem Babys und Kinder unter 14 Jahren.

Um die Ausbreitung der Grippe in dem Land mit seinen gut sieben Millionen Einwohnern einzudämmen, sollten die Schulen im Land nun bis mindestens 11. März geschlossen bleiben, habe die Regierung von Premierminister Bojko Borissow beschlossen. Auch Universitäten sollten ihre Vorlesungen absagen, habe das Gesundheitsministerium gefordert. In Krankenhäusern sollten geplante Operationen verschoben und Besuche bei Patienten verboten werden.

Ölpreis bricht um 30 Prozent ein

Die Ölpreise sind am Sonntagabend deutscher Zeit im frühen Handel an den internationalen Spezialhandelsplätzen um rund 30 Prozent eingebrochen, meldet dernewsticker.de. Der Grund: Saudi-Arabien flutet nach dem Scheitern der Verhandlungen in der Opec+ die Ölmärkte und senkt die Preise, meldet handelsblatt.com. Das Land habe die Preise für sein Rohöl so stark wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gesenkt. Der staatliche Energieriese Saudi Aramco biete beispiellose Rabatte in Asien, Europa und den USA an, um Raffinerien zur Verwendung von saudischem Rohöl zu bewegen. Zugleich habe das Königreich angekündigt, seinen Ölausstoß von April an massiv auszuweiten, sogar die bisherige Rekordmarke von zwölf Millionen Barrel am Tag könnte übertroffen werden.

Bewaffneter Angriff auf Shisha-Bar in Saarlouis

Nach einem Angriff auf eine Shisha-Bar in der Altstadt von Saarlouis hat die Polizei vier Männer im Alter von 23 bis 30 Jahren vorläufig festgenommen, meldet tagesspiegel.de. Nach bisherigen Ermittlungen hätten am späten Samstagabend etwa zehn, teilweise maskierte Menschen die Bar betreten und Mitarbeiter sowie Gäste attackiert, wie die Polizei am Sonntag mitgeteilt habe. Alle Angreifer seien bewaffnet gewesen, nach Zeugenangaben hätten sie Schlag-, Stich- und Schusswaffen verwendet. Das Motiv sei noch unklar. Auch zur mutmaßlichen Herkunft der Täter habe die Polizei keine Angaben gemacht. Es habe lediglich geheißen, dass es keinerlei Ansatzpunkte für eine rechtsextremistische oder rassistisch motivierte Tat gebe.

Tafeln fehlen Lebensmittel wegen Hamsterkäufen

Die Hamsterkäufe der vergangenen Tage haben Auswirkungen auf die Versorgung mit Lebensmitteln bei den Tafeln in Deutschland, meldet dernewsticker.de. „Mehrere Tafeln haben zum Teil deutlich weniger Lebensmittel erhalten“, habe Verbandschef Jochen Brühl der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt. Brühl habe das auf die Vorratskäufe zurückgeführt, die derzeit viele Menschen angesichts der Coronavirus-Epidemie tätigten. Entsprechend weniger Ware bleibe am Ende, die Supermärkte den Tafeln spenden könnten.

Laut Brühl müssten die sozialen Einrichtungen daher „stark improvisieren und konnten dem und der Einzelnen weniger geben“. Der Verbandschef habe darauf hingewiesen, dass gerade arme Menschen sich große Vorratskäufe gar nicht leisten könnten. Die Tafeln versorgen nach eigenen Angaben regelmäßig 1,6 Millionen Menschen mit Lebensmitteln.

 

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