Notstand und Nachsicht

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

US-Präsident Trump ruft den nationalen Notstand aus, um mit Bundesmitteln helfen zu können, wenn es um den Corona-Virus geht, Polen und Dänemark schließen die Grenzen, Spahn ruft Kliniken zum Einsatz von Studenten und Ruheständlern auf, Griechenland will Migranten in die Türkei abschieben, die Türkei und Russland einigen sich auf Details zur Waffenruhe in Syrien, Ursula von der Leyen bricht ein Versprechen gegenüber dem EU-Parlament und in weiten Teilen Deutschlands gibt es vorerst keine Gottesdienste mehr.

Donald Trump ruft nationalen Notstand in den USA aus

US-Präsident Donald Trump ruft wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den USA einen nationalen Notstand aus, meldet ksta.de. Mit der Maßnahme würden weitere Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des Coronavirus Sars-CoV-2 freigesetzt, sagte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses.

Polen und Dänemark schließen Grenzen

Polen schließt in der Corona-Krise seine Grenzen für Deutsche und alle anderen Ausländer, meldet ksta.de. Dies habe der Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Warschau mitgeteilt. Auch Dänemark schließe in der Corona-Krise bis auf Weiteres seine Grenzen. Die Maßnahme gelte ab dem morgigen Samstag um 12.00 Uhr, habe die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen mitgeteilt. Damit solle einer weiteren Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 entgegengewirkt werden. In Dänemark seien bislang 801 Infektionen mit dem Erreger nachgewiesen worden.

Es werde weiter möglich sein, Lebensmittel, Medikamente und andere notwendige Waren nach Dänemark zu bringen, habe Frederiksen versichert. Dänen könnten jederzeit in ihr Heimatland zurückkehren. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Grund für eine Einreise kämen aber nicht ins Land. Die Grenzkontrollen sollten bis einschließlich Ostern, also bis zum 13. April, gelten.

Türkei stellt Flüge nach Deutschland ein

Die Türkei stellt als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus Flüge nach Deutschland und in acht weitere europäische Länder vorübergehend ein, meldet ksta.de. Ab Samstagmorgen 8.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) werde es keine Flugverbindungen nach Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Spanien und Schweden mehr geben, habe der türkische Transportminister Mehmet Cahit Turhan am Freitag in Ankara mitgeteilt. Die Maßnahme gelte vorerst bis 17. April. Bereits zuvor hatte die Türkei Flüge nach China, Iran, Irak, Italien und Südkorea eingestellt.

Spahn ruft Kliniken zum Einsatz von Studenten und Ruheständlern auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat an die Krankenhäuser appelliert, angesichts der Coronakrise zusätzliches Personal zu rekrutieren, meldet dtoday.de. „Bitte planen Sie jetzt, wenn möglich, den Rückgriff auf Studenten und bereits im Ruhestand befindliches Personal“, heiße es in einem Schreiben Spahns an die deutschen Krankenhäuser, das der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorgelegen habe. Dieses zusätzliche Personal solle auch „möglichst jetzt schon“ ausgebildet werden.

Spahn habe in dem Schreiben auch auf den Beschluss der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten vom Donnerstagabend verwiesen, grundsätzlich alle planbaren Operationen und Eingriffe ab Montag auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Spahn möchte dadurch erreichen, dass in den Kliniken möglichst viel Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten bereitstehen.

Kursverfall an Europas Börsen gestoppt

Europas Börsen haben sich heute nach den jüngsten Kurseinbrüchen vorerst stabilisiert, meldet orf.at. Der Euro-Stoxx-50 sei um 1,58 Prozent auf 283,95 Punkte gestiegen. Auf Wochensicht lägen die Börsen nach den zuletzt historischen Kurseinbrüchen aber weiter tief im Minus. So habe der Euro-Stoxx-50 vor dem Hintergrund der Coronavirus-Ängste seit der Vorwoche rund 20 Prozent an Wert eingebüßt. Der ATX steige leicht um 0,48 Prozent, der deutsche Leitindex DAX habe 0,77 Prozent höher geschlossen.

Händler hätten die leichten Gewinne heute teilweise mit technischen Faktoren wie den Eindeckungen von Leerverkäufen erklärt. Die Ankündigung umfangreicher Staatshilfen hätte zudem der deutschen Börse zeitweise ein starkes Plus beschert. Unterm Strich blieben die Märkte aber von Nervosität geprägt.

Lufthansa Cargo profitiert von Corona-Krise

Bei der vom neuartigen Coronavirus wirtschaftlich schwer getroffenen Lufthansa stellt sich die Frachtsparte als möglicher Krisenprofiteur heraus, meldet dernewsticker.de. Weil auf Flügen etwa nach China oder in die USA größere Kapazitäten der Frachträume von Passagiermaschinen auf dem Markt fehlten, stütze dies das Geschäft von Lufthansa Cargo, habe der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe berichtet. Weil Güter durch die Unterbrechung der Lieferketten nun schnell transportiert werden müssten, werde öfter Luftfracht anstelle von Seecontainern eingesetzt. Lufthansa erwäge nach Informationen des Nachrichtenmagazins daher, sechs ältere Maschinen vom Typ MD-11 nun doch nicht vorzeitig außer Dienst zu stellen, um die steigende Nachfrage bedienen zu können.

EU zeigt wegen Coronavirus Flexibilität bei Staatsdefiziten

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise will die EU-Kommission betroffenen Mitgliedstaaten weit entgegenkommen, meldet kleinezeitung.at. Ihre Behörde werde „maximale Flexibilität“ zeigen, damit Regierungen ihre Ausgaben erhöhen und Staatsbeihilfen zur Verfügung stellen könnten, habe EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel gesagt. Von der Leyen habe bekräftigt, die Kommission wolle eine milliardenschwere Coronavirus-Investitionsinitiative auflegen. Nachdem sie am Dienstag noch von einem Volumen von 25 Milliarden Euro gesprochen hätte, habe sie nun 37 Milliarden Euro genannt.

Erste Tafeln stellen Lebensmittelausgabe ein

Aus Sorge vor dem Coronavirus schließen auch die ersten Tafeln in Deutschland, meldet dtoday.de. Rund 30 Anlaufstellen hätten bundesweit inzwischen ihre Lebensmittelausgabe für Bedürftige eingestellt, habe der Verband der Tafeln am Freitag in Berlin mitgeteilt. Insgesamt gebe es knapp 950. Kunden wie ehrenamtliche Helfer gehörten häufig zu den Älteren und damit zu der von Corona besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe, habe es zur Begründung geheißen.

Zusätzliche Risiken hätten aufgrund der teils engen Räume der Ausgabestellen bestanden, hätte der Verband erklärt. Allerdings wäre die Abwägung für die Organisatoren schwierig, weil ihre Kunden dringend auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln angewiesen seien. „Tafeln sind keine Vergnügungsangebote wie Fußballspiele – die Menschen, die zu uns kommen, brauchen die Unterstützung“, habe Vorstand Jochen Brühl erklärt.

Griechenland kündigt Abschiebungen in die Türkei an

Die griechischen Behörden haben angekündigt, auf Lesbos festgehaltene Migranten zurück in die Türkei abzuschieben, meldet dernewsticker.de. Dies gehe aus einem Dokument hervor, das den Menschen im Hafen von Mytilini ausgehändigt worden sei und über das die „Welt am Sonntag“ berichte. Darin werde ihnen von der Polizeidirektion Lesbos mitgeteilt, dass sie auf einer Liste von „unerwünschten Migranten“ stünden und daher abgeschoben werden würden. Dem Schreiben zufolge hätten die Personen sechs Monate Zeit, bei der Identitätsfeststellung mitzuwirken, solange sollen sie inhaftiert bleiben.

Sofern sie nicht kooperierten, würden sie ein weiteres halbes Jahr in Haft bleiben. Auf Anfrage der „Welt am Sonntag“ Manos Logothetis, Sekretär für die Ernstaufnahme von Migranten im griechischen Innenministerium, die Echtheit des Schreibens bestätigt. Die Frage der Zeitung, ob die Türkei die Menschen wieder zurücknehme, habe er nicht beantwortet.

Seinen Angaben zufolge würden zunächst die etwa 500 im Hafen von Mytilini festgehaltenen Migranten in ein geschlossenes Lager auf dem Festland gebracht, auch die etwa 1.000 Menschen, die auf anderen Inseln in der Ostägäis festsäßen, sollen dorthin verlegt werden.

Türkei und Russland einigten sich auf Details der Waffenruhe

Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe in Syriens letztem großem Rebellengebiet Idlib haben sich die Türkei und Russland auf weitere Details geeinigt, meldet kleinezeitung.at. Die beiden Länder würden bereits am Sonntag gemeinsame Patrouillen entlang einer strategisch wichtigen Schnellstraße starten, habe der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag in Ankara gesagt.

Zudem würden die beiden Staaten „gemeinsame Koordinierungszentren“ schaffen, um die Waffenruhe in der Provinz zu beobachten, habe Akar demnach weiter gesagt. Eine russische Militärdelegation sei derzeit zu Gesprächen in Ankara, um die geplanten Maßnahmen zu koordinieren.

Von der Leyen bricht Versprechen gegenüber EU-Parlament

Die EU-Kommission hat ihr Versprechen, Gesetzeswünsche aus dem Europaparlament umzusetzen, kassiert, meldet dernewsticker.de. Das habe der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe berichtet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hatte vor ihrer Wahl zugesagt, das bisherige alleinige Vorschlagsrecht der Kommission für Gesetze zu erweitern. Wenn eine Mehrheit der Abgeordneten einen Gesetzesvorschlag wünsche, würde sie „in Form eines Rechtsakts reagieren“, habe von der Leyen im Juli 2019 dem Parlament versprochen. Die EU-Kommission hätte dieses Versprechen gestrichen und dann versucht, dies zu verschleiern, heiße es in der Antwort auf eine Anfrage des FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner, über die das Nachrichtenmagazin berichte. Als die Behörde im Dezember ihre Arbeitsmethoden publiziert hätte, habe sie dazu in einer Pressemitteilung erklärt, sie werde Gesetzeswünsche aus dem Parlament „erörtern und annehmen“. Von der Leyens slowakischer Stellvertreter Maros Sefcovic verweise in seiner Antwort nun auf den genauen Wortlaut des 52-Seiten-Methodenpapiers. Dort heiße es nur, die Kommission werde Gesetzeswünsche der Abgeordneten „erörtern“ und diese binnen drei Monaten über ihre Entscheidung unterrichten. Von „annehmen“ stehe dort nichts.

Deutschland vorerst ohne evangelische und katholische Gottesdienste?

In vielen Kirchengemeinden in Deutschland bleiben am Sonntag die Kirchen leer, meldet evangelisch.de. Mehrere evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer hätten am Freitag angekündigt, wegen der Corona-Pandemie ihre Gottesdienste abzusagen. Das betreffe vor allem Gläubige im Norden und der Mitte Deutschlands. So hätten sich nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) die evangelische Nordkirche und das Erzbistum Hamburg darauf geeinigt, alle ihre Gottesdienste und Messen für dieses Wochenende abzusagen. Das betreffe die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kirchen in Niedersachsen und Bremen hätten sogar dazu geraten, ab sofort alle Gottesdienste, Konzerte und größeren Veranstaltungen bis Mitte April abzusagen – darunter Deutschlands größte Landeskirche Hannover. Auch die Landeskirchen in Oldenburg und Braunschweig hätten dazu geraten, Gottesdienste abzusagen. Im Bistum Hildesheim würden alle öffentlichen Veranstaltungen bis zum 15. Mai abgesagt, habe ein Sprecher am Freitag mitgeteilt. Davon wäre dann auch Ostern betroffen.

Am Donnerstag hätten mehrere Kirchenleitungen ihren Gemeinden bereits geraten, die Konfirmationen auf den Sommer zu verschieben. Mehrere katholische Bistümer, darunter Münster, Hildesheim und Passau, wollten die Feiern zur Erstkommunion nun ebenfalls verschieben.

Auch in der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, deren Gebiet sich überwiegend auf Nord- und Osthessen erstreckt, würden bis zum Wochenende nach Ostern alle Veranstaltungen und Gottesdienste abgesagt, hätte die Landeskirche am Freitag in Kassel mitgeteilt.

In den katholischen Bistümern Limburg und Fulda fänden Gottesdienste erst mal statt. Die Bistümer Mainz und Speyer hätten ihre Gottesdienste abgesagt. Das Erzbistum München und Freising habe am Freitag sämtliche Gottesdienste bis zum 3. April abgesagt.

Auch einige Moscheegemeinden, wie beispielsweise in Hamm, hatten die gestrigen Freitagsgebete abgesagt. Der türkisch-islamische Moscheeverband Ditib habe mitgeteilt, er hätte seinen fast 900 Gemeinden bundesweit empfohlen, auf Großveranstaltungen bis auf Weiteres zu verzichten und ausreichend Desinfektionsmittel bereitzuhalten. Auch der Ditib-Bundesverband hätte bereits mehrere Veranstaltungen abgesagt, meldet qantara.de. Zudem sollte sich die Freitagspredigt dieser Woche der Corona-Gefahr widmen, habe der Ditib-Beauftragte für Außenbeziehungen, Zekeriya Altug, erklärt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.