Alarm und Aufrufe

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Frankreich schließt fast alle öffentlichen Orte, in deutschen Supermärkten werden die Lücken größer, über Spanien wurde der „Alarmzustand“ verhängt, weitere Staaten schließen ihre Grenzen, die Lufthansa fragt nach Staatshilfe, in China und Südkorea sinkt die Zahl der Neuinfektionen, die Freilassung tausender Taliban-Kämpfer wurde verschoben und Rumänien hat überraschenderweise wieder eine Regierung.

Frankreich schließt fast alle öffentlichen Orte

Frankreich schließt im Zuge der Corona-Krise alle öffentlichen Orte, die nach Ansicht der Regierung nicht unverzichtbar sind, meldet dernewsticker.de. Das habe der französische Premierminister Édouard Philippe am Samstagabend mitgeteilt. Betroffen von der Schließung, die in der Nacht auf Sonntag um Mitternacht wirksam wird, seien beispielsweise alle Cafés, Bars oder Kinos. Apotheken und Lebensmittelgeschäfte könnten offen bleiben.

Auch der öffentliche Nahverkehr werde weiter aufrecht erhalten, allerdings solle er so wenig wie möglich genutzt werden, habe Philippe gesagt. In Frankreich habe es bis Samstagnachmittag rund 4.500 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gegeben, entsprechend 6,7 Personen je 100.000 Einwohner. In Deutschland liege der Wert mit 5,2 nur unwesentlich niedriger, zudem hätten am Samstag viele lokale Behörden in Deutschland keine neuen Zahlen gemeldet.

Lage in deutschen Supermärkten spitzt sich zu

Nachdem immer mehr Städte und Landkreise umfangreiche Versammlungsverbote erlassen und alle Bundesländer die Schulen schließen, haben viele Deutsche den Samstag für umfangreiche Hamsterkäufe genutzt, meldet dernewsticker.de. Während Nudeln, Klopapier und Desinfektionsmittel schon seit Wochen knapp wären, weite sich die Angebotsknappheit nun auch auf Toastbrot, Kartoffeln, Zwiebeln und H-Milch aus. Mehl werde ebenfalls schon seit einigen Tagen stark nachgefragt, Hefe sei am Samstag mancherorts nicht zu bekommen gewesen.

„Alarmzustand“ über ganz Spanien verhängt

Um die Coronavirus-Epidemie wirksamer bekämpfen zu können, hat Spanien einen zweiwöchigen „Alarmzustand“ verkündet, meldet dw.com. Damit verbunden sei eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit im ganzen Land.

Der Ministerrat in Madrid hätte dazu ein entsprechendes Dekret erlassen, wie Regierungschef Pedro Sánchez am Samstagabend nach einer mehr als siebenstündigen Krisensitzung bekannt gegeben habe. Das Dekret trete demnach am Montag um 8 Uhr morgens (Mitteleuropäische Zeit, MEZ) in Kraft.

Während des Alarmzustands wären die 47 Millionen Einwohner Spaniens angewiesen, zu Hause zu bleiben. Davon abweichen dürften sie nur in Notfällen, für Lebensmitteleinkäufe oder wenn sie zur Apotheke, ins Krankenhaus oder zur Arbeit fahren müssten, habe der Ministerpräsident in einer TV-Ansprache erläutert. Urlauber dürften zu ihrem Hauptwohnsitz zurückkehren. Betreiber von Fluggesellschaften, Zug-, Bus- und Schifffahrtsunternehmen seien aufgefordert worden, ihren Betrieb herunterzufahren und jeweils nur einen Teil der verbliebenen Plätze freizugeben.

Frau des spanischen Premiers mit Corona infiziert

Die Frau des spanischen Regierungschefs Pedro Sanchez hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, meldet kleinezeitung.at. Es gehe Begona Gomez und dem Premier selbst aber „gut“, habe die spanische Regierung am Samstagabend mitgeteilt. Beide hielten sich demnach im Moncloa-Palast, dem Sitz des spanischen Ministerpräsidenten in Madrid, auf und „befolgen die von den Gesundheitsbehörden festgelegten Präventionsmaßnahmen“.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Sanchez in Spanien den Notstand ausgerufen und das Land fast vollständig unter Quarantäne gestellt.

Kanada fordert Bürger zur Rückkehr in die Heimat auf

Die kanadische Regierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle Kanadier zu einer vorzeitigen Rückkehr in ihr Heimatland aufgefordert, meldet welt.de. Kanadische Reisende sollten nach Kanada zurückkehren, solange dies noch möglich sei, habe Außenminister François-Philippe Champagne am Samstag im Onlinedienst Twitter geschrieben. Sein Ministerium hätte auf gestrichene Flüge und kurzfristig verhängte Reisebeschränkungen vieler Länder verwiesen. Dies könne die Reisepläne kanadischer Reisender durcheinanderbringen und sie sonst zu einem längeren Aufenthalt im Ausland zwingen.

Der Premierminister der Provinz Québec, François Legault, habe zuvor bereits die mehr als 300.000 kanadischen Rentner, die den Winter im Süden der USA verbringen, zur Rückkehr nach Kanada aufgefordert. „An ihrer Stelle würde ich so schnell wie möglich nach Hause kommen“, habe Legault gesagt.

Die Lufthansa fragt mehrere Regierungen nach Staatshilfe

Die Lufthansa lotet wegen der immensen Folgen des Coronavirus die Chance auf staatliche Unterstützung aus, meldet dw.com. „Wir sprechen mit den Regierungen der Heimatmärkte über mögliche Staatshilfen“, habe ein Konzernsprecher am Freitag gesagt. Neben der deutschen Regierung wäre man mit den Regierungen von Österreich, Belgien und der Schweiz im Gespräch, in denen der Konzern mit seinen Tochtergesellschaften Austrian, Brussels und Swiss vertreten ist.

Darüber hinaus nehme Lufthansa-Chef Carsten Spohr offenbar an einer Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil, in der es um das neuartige Coronavirus und die Folgen etwa für die Wirtschaft gehen solle. Der Lufthansa-Konzern habe wegen des immensen Nachfrageeinbruchs und Einreiseverboten einen Großteil des Flugangebots für die kommenden Wochen gestrichen.

Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge würden im Lufthansa-Vorstand derzeit sogar Szenarien durchgespielt, den Flugbetrieb eine Zeit lang weitgehend einzustellen. Entschieden sei aber noch nichts.

Estland und Litauen schließen Grenzen für Ausländer

Estland wird von Dienstag an Ausländern die Einreise verweigern, meldet welt.de. Die Regierung plane, aus dem Ausland zurückkehrende Landsleute für zwei Wochen zu isolieren. Im Kampf gegen die Ausbreitung das Coronavirus werde Litauens Regierung das gesamte Land für zwei Wochen unter Quarantäne stellen. Dies habe das Kabinett in Vilnius am Samstagabend beschlossen. Die Maßnahme gelte ab Montag und umfasse die Schließung der Grenzen für Ausländer. Auch sämtliche Geschäfte mit Ausnahmen von Apotheken und Lebensmittelmärkten müssten schließen, öffentliche Veranstaltungen seien untersagt.

China und Südkorea melden nur noch wenige Neuinfektionen

In China ist die Zahl der Infektionen durch das neuartige Coronavirus laut offizieller Angaben erneut nur leicht gestiegen, meldet welt.de. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitgeteilt habe, seien landesweit nur 20 Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 hinzugekommen. 16 der Fälle seien demnach bei Menschen nachgewiesen worden, die aus dem Ausland nach China zurückgekehrt seien. Die Kommission führe diese Patienten als importierte Fälle in der Statistik. Zehn weitere Menschen seien durch das Coronavirus ums Leben gekommen, wie die Behörde ferner berichtet habe.

Seit Beginn der Epidemie im Dezember hätten sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80.844 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Mehr als 65.000 sollen die Krankenhäuser wieder verlassen haben. 3199 Tote seien bislang in der Volksrepublik zu beklagen gewesen.

Südkorea habe 76 neue Infektionen gemeldet. Am Freitag seien es noch 107 gewesen. Damit steige die Zahl der Erkrankungen auf 8162 Fälle. 75 Menschen wären bislang an dem Virus gestorben. Südkorea gilt außerhalb Chinas als das am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land.

Freilassung tausender Taliban in Afghanistan verschoben

Die afghanische Regierung hat ihre Pläne zur Freilassung von Taliban-Kämpfern verschoben, meldet dw.com. Die Regierung in Kabul müsse zunächst die Identität der Häftlinge überprüfen, habe der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Dschawid Faisal, gesagt. „Wir haben die Listen der freizulassenden Häftlinge bekommen und checken diese, das braucht Zeit.“ Die Listen zu prüfen, wäre Teil des Friedensprozesses, habe Faisal betont. Dieser wäre damit nicht ausgesetzt.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani habe am Mittwoch als „Geste des guten Willens“ einem Gefangenenaustausch mit der militant-islamistischen Gruppe zugestimmt. Demnach sollten insgesamt 5000 Taliban freikommen.

Rumäniens Parlament spricht Regierung unerwartet Vertrauen aus

In einem präzedenzlosen Schnellverfahren hat Rumäniens Parlament der alten und neuen liberalen Minderheitsregierung unter Premierminister Ludovic Orban am Samstag das Vertrauen ausgesprochen, meldet kleinezeitung.at. Der plötzliche Konsens unter den ansonsten völlig antagonistisch positionierten Fraktionen sei vor allem auf den Shutdown zurückzuführen, der der Legislative in Bukarest aufgrund der Coronakrise drohe.

Bisher seien nämlich zwei liberale Parlamentarier positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Angesichts des Horrorszenarios, dass das Land die Coronakrise womöglich ohne handlungsfähige Exekutive und Legislative bewältigen müsse, sei das Kabinett Orban II mit überwältigender Mehrheit – 286 Ja- zu 23 Nein-Stimmen – bestätigt worden. Die von den regierenden Liberalen und Staatschef Klaus Johannis angestrebten vorgezogenen Neuwahlen seien damit endgültig vom Tisch.

Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen in Hamburg verschoben

SPD und Grüne in Hamburg haben ihre für Montag geplanten Koalitionsgesprächen wegen der Coronavirus-Krise verschoben, meldet welt.de. Wie die Parteien mitgeteilt hätten, solle der Start der Verhandlungen um zwei Wochen verschoben werden. Alle Kraft solle derzeit auf die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus konzentriert werden, habe es zur Begründung geheißen.

Putin unterzeichnet Verfassungsreform

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Samstag die umstrittene Verfassungsreform unterzeichnet, die ihm zwei weitere Amtszeiten ermöglichen würde, meldet kleinezeitung.at. Die Verfassungsreform gehe nun an das Verfassungsgericht, das binnen einer Woche entscheiden müsse, ob es die Reform absegne. Am 22. April solle dann die Bevölkerung darüber abstimmen.

Parlamentspräsidentin Walentina Matwienko habe am Samstag erklärt, trotz „verschiedener Sorgen wegen des Coronavirus“ müsse die Abstimmung wie geplant zu diesem Termin stattfinden. Bei Protesten in Moskau seien indes Dutzende Menschen festgenommen worden.

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