Krankenhäuser und Kredite

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Angela Merkel will dem türkischen Präsidenten Erdogan entgegenkommen, die EU schließt ihre Außengrenzen für 30 Tage, in Belgien und Israel gilt jetzt eine Ausgangssperre, Amazon ändert seine Lagerhaltung, im Elsass und in der Lombardei sind Krankenhäuser überlastet, diverse Regierungen versprechen üppige Hilfen und Kreditgarantien, Russland, Kanada und die USA schließen Grenzen, die Handballnationalmannschaft soll in Quarantäne gehen und auch Friedrich Merz ist mit dem Corona-Virus infiziert.

Merkel zu mehr Ausgaben für Türkei-„Flüchtlingspakt“ bereit

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei einem Video-Gipfel mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einer Aufstockung der EU-Mittel für die Versorgung von syrischen Flüchtlinge in der Türkei bereit erklärt, meldet kleinezeitung.at.

Bei dem Gespräch hätte man sich klar zu dem sogenannten Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei bekannt, habe Merkel am Dienstag nach den Beratungen in Berlin gesagt. Man dürfe auch die auf Eis gelegten Gespräche über eine Ausweitung der Zollunion zwischen der EU und der Türkei „nicht aus den Augen verlieren“, habe Merkel nach der Videokonferenz gesagt, an der auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson teilgenommen hätten. Damit scheint Merkel Erdogans Forderungen, die er mit den von türkischer Seite initiierten Angriffe Tausender Migranten auf die griechische Grenze durchzusetzen versucht, entgegen kommen zu wollen.

EU schließt Außengrenzen für 30 Tage

Die Europäische Union will mit sofortiger Wirkung für 30 Tage ein Einreiseverbot umsetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, meldet kleinezeitung.at. Darauf hätten sich die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel Dienstagabend geeinigt. Zudem sei es um die Lage an den Binnengrenzen gegangen. Mehrere Regierungen hatten in den vergangenen Tagen Grenzschließungen verhängt, was zum Teil kilometerlange Staus verursacht habe. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen habe mit dem Vorschlag gemeinsamer Leitlinien für Grenzkontrollen reagiert, um Schwierigkeiten für Pendler, aber auch für Lkw-Fahrer zu mindern. Diese Leitlinien wären von den Staats- und Regierungschefs angenommen worden, habe von der Leyen nach dem Videogipfel gesagt. „Jetzt müssen sie umgesetzt werden.“ Die EU müsse den Warenverkehr im Binnenmarkt unbedingt am Laufen halten.

Ausgangssperre in Belgien und Israel

In Belgien gilt ab heute Mittag eine fast dreiwöchige Ausgangssperre, meldet orf.at. Ausnahmen gebe es nur für unbedingt nötige Dinge, habe Regierungschefin Sophie Wilmes nach einer stundenlangen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates gestern Abend in der Hauptstadt Brüssel gesagt, wo auch zahlreiche EU-Institutionen ihren Sitz haben.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus habe auch die israelische Regierung eine Ausgangssperre verhängt. Die Bürger dürften nur noch das Haus verlassen, um „Lebensmittel und Medikamente zu kaufen, einen Arzt aufzusuchen oder zur Arbeit zu gehen“, wie das Gesundheitsministerium mitgeteilt habe. Zudem solle der öffentliche Nahverkehr eingestellt werden.

Die Menschen dürften ihre Häuser nicht verlassen, um Parks, Spielplätze, den Strand, das Schwimmbad oder Bibliotheken zu besuchen, habe es in der Erklärung des Ministeriums geheißen. Soziale Kontakte sollten online gepflegt werden. Treffen mit Angehörigen wären nur erlaubt, wenn diese im selben Gebäude wohnten.

Zuvor sei bekannt geworden, dass Israels geschäftsführender Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Inlandsgeheimdienst Schin Bet mit der Sammlung von Daten über Infizierte und deren Kontaktpersonen beauftragt hätte. Die Regierung habe den Geheimdienst „autorisiert, seine modernen Technologien in den Dienst der nationalen Bemühungen um eine Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu stellen“, hätte es geheißen. Die Maßnahme sei laut einem Sprecher „sofort“ in Kraft getreten.

Amazon füllt Lager mit gefragten Artikeln wie Lebensmitteln

Amazon ändert in der Coronavirus-Krise seine Lagerhaltung in den USA und Europa, meldet welt.de. Bis zum 5. April würden in den Lagern dort nur noch Waren bestimmter, derzeit besonders gefragter Produktgruppen angenommen, habe der Online-Händler mitgeteilt. Dazu gehörten unter anderem medizinische Produkte, Haushaltswaren, Lebensmittel, Drogerieartikel sowie auch Bücher. Amazon reagiere darauf, dass in dem während der Pandemie zunehmenden Online-Handel der Nachschub an Haushaltswaren und Medizinprodukten knapp werde, hieß es weiter. Für diese Waren sollten nun Lagerflächen freigemacht werden.

Intensivstationen im Elsass überlastet

Wegen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Frankreich sind die Intensivstationen im Elsass überlastet, meldet dtoday.de. Die Präfektur der an Deutschland grenzenden Region Grand-Est habe am Dienstag mitgeteilt, besonders im Gebiet um die Städte Mülhausen und Colmar wären die Krankenhäuser überfüllt. Weiter nördlich um Straßburg seien die Intensivstationen „weitgehend belegt“

Nach Angaben der Präfektin Josiane Chevalier fehle es im Elsass an Betten, Atemschutzmasken, Beatmungsgeräten und medizinischem Personal. Sie habe die Ankündigung von Präsident Emmanuel Macron begrüßt, Feldlazarette für den Osten Frankreichs zur Verfügung zu stellen. Die Armee habe nach eigenen Angaben derzeit eine Kapazität von 30 Betten zur Intensiv-Behandlung.

Fast keine Plätze mehr auf Intensivstationen in der Lombardei

Die Lombardei warnt vor dem Zusammenbruch seines Gesundheitssystems, meldet kleinezeitung.at. Auf den Intensivstationen der lombardischen Krankenhäuser wären fast keine Plätze mehr verfügbar, habe der Gesundheitsbeauftragte der Lombardei, Giulio Gallera, erklärt. Auf den lombardischen Intensivstationen lägen 823 Kranke. Unterdessen sei die Zahl der Todesopfer und der Infizierten weiter angestiegen.

Zahl der Todesopfer in Italien steigt weniger schnell

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und der Infizierten in Italien wächst weiter, allerdings weniger schnell als in den vergangenen Tagen, meldet orf.at. Bis heute seien 2.503 Todesfälle gemeldet worden, das seien 345 mehr als gestern. Die Zahl der Todesopfer sei noch um 349 Personen gegenüber dem Vortag gestiegen.

Die Zahl der Infizierten sei um 2.989 Personen auf 26.062 gestiegen, habe der italienische Zivilschutz bei einer Pressekonferenz in Rom mitgeteilt. Am Vortag sei die Zahl der neu Infizierten um 2.470 Personen angewachsen. 2.941 Personen wären inzwischen genesen.

EU für Staatshilfe bis 500.000 Euro pro Firma

Die EU-Kommission hat den Mitgliedsstaaten ein temporäres Rahmenwerk für Staatshilfen zur Unterstützung der Wirtschaft im Kontext der Coronavirus-Krise vorgelegt, meldet orf.at. Die EU-Länder sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, Direktzuschüsse oder Steuervorteile in Höhe von bis zu 500.000 Euro pro Unternehmen zu vergeben, wie die EU-Behörde in Brüssel mitgeteilt habe.

Des Weiteren sollen subventionierte Staatsgarantien für Bankkredite sowie private und öffentliche Darlehen mit bezuschussten Zinssätzen ermöglicht werden. Außerdem wolle die EU-Kommission festlegen, wie der Bankensektor den Bankkunden – insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen – die Hilfe direkt zukommen lassen soll.

Großbritannien plant 330 Milliarden-Pfund-Kreditgarantien

Die britische Regierung will die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus mit einem großangelegten Hilfsprogramm abfedern, meldet orf.at. Allein den heimischen Unternehmen würden Kreditgarantien im Volumen von 330 Mrd. Pfund zugesagt, habe Finanzminister Rishi Sunak heute vor Journalisten erklärt. Wenn die Nachfrage größer sei, würde so viel Kapazität zur Verfügung gestellt wie erforderlich.

Doch auch ein einzelnes Maßnahmenpaket oder isolierte Interventionen würden nicht ausreichen. „Diese nationale Anstrengung wird von Regierungsmaßnahmen in der Wirtschaft flankiert, die ein Ausmaß haben, das noch vor ein paar Wochen unvorstellbar war.“ Großbritannien werde alles tun, was nötig sei, um die Wirtschaft zu unterstützen. Nach offiziellen Schätzungen seien in dem Land rund 55.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Russland schließt seine Grenzen

Russland schließt am Mittwoch wegen der Coronavirus-Pandemie seine Grenzen, meldet kleinezeitung.at. Die Maßnahme gelte nach Angaben der Regierung bis zum 1. Mai für alle Ausländer mit Ausnahme derer, die einen ständigen Wohnsitz im Land haben. Eine für den 22. April geplante Volksabstimmung zur Verfassungsreform solle trotz der Corona-Krise abgehalten werden.

Kanada und USA wollen Grenze schließen

Kanada und die USA wollen nach Angaben aus kanadischen Regierungskreisen ihre gemeinsame Grenze weitgehend schließen, meldet welt.de. Beide nordamerikanischen Länder würden an den Details eines gemeinsamen Verbots für nicht notwendige grenzüberschreitende Reisen arbeiten, wie die Nachrichtenagentur AP am Dienstag erfahren habe. Hintergrund sei der Versuch, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen.

Las Vegas schließt alle Casinos

Der US-Staat Nevada mit dem Glücksspielparadies Las Vegas greift zur Eindämmung des Coronavirus zu drastischen Maßnahmen, meldet welt.de. Alle Casinos und andere Einrichtungen, die nicht lebensnotwendige Dinge anbieten, würden für 30 Tage geschlossen. Dies habe der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, am Dienstagabend bekannt gegeben. Neben den Spielhallen müssten unter anderem auch Restaurants, Bars, Kinos, Fitnesscenter, Kosmetikstudios und Einkaufszentren schließen.

Handball-Nationalteam soll in Quarantäne

Die gesamte Handball-Nationalmannschaft soll wegen eines mit dem Coronavirus infizierten Nationalspielers unter Quarantäne gestellt werden, meldet welt.de. Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen sei nach dpa-Informationen vom Dienstagabend positiv auf das Virus getestet worden. Da die DHB-Auswahl sich noch in der vergangenen Woche inklusive Kohlbacher zu einem Lehrgang in Aschersleben getroffen hatte, habe Mannschaftsarzt Kurt Steuer eine zweiwöchige häusliche Quarantäne für das komplette Team inklusive der Betreuer um den neuen Bundestrainer Alfred Gislason empfohlen.

Friedrich Merz mit Coronavirus infiziert

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz ist mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, meldet welt.de. „Ein am Sonntag bei mir durchgeführter Corona-Test ist positiv. Ich werde bis Ende nächster Woche zu Hause unter Quarantäne stehen“, sagte der Ex-Unionsfraktionschef am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Der 64-Jährige ergänzte: „Zum Glück habe ich nur leichte bis mittlere Symptome. Alle Termine sind abgesagt. Ich folge strikt den Anweisungen des Gesundheitsamtes.“

Merz gilt als einer von drei aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und damit auch als möglicher nächster Kanzlerkandidat der Union.

 

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