Angriffe und Absagen

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Italien meldet mehr Covid-19-Tote als China, aber fast alle italienischen Todesopfer hatten Vorerkrankungen, China meldet wieder keine inländischen Neuinfektionen und auch Südkorea berichtet wieder von geringeren Fallzahlen. In Mali und Niger gab es zahlreiche Todesopfer bei mutmaßlich islamistischen Angriffen auf Militärposten, US-Präsident sagt den G7-Gipfel ab, Kalifornien und Freiburg erlassen Ausgangssperren und in Deutschland soll es zehn Millionen neue Schutzmasken geben.

Italien meldet mehr Covid-19-Tote als China

Italien ist das Land mit den derzeit meisten offiziell gemeldeten Covid-19-Toten, meldet spiegel.de. Bisher seien dort mit 3405 Fällen mehr Menschen durch die Lungenkrankheit gestorben als in China. Das habe der Zivilschutz mitgeteilt. In China liege die offizielle Gesamtzahl der Opfer bisher bei 3245 Fällen.

Inwieweit die offizielle Statistik in China die wahre Lage widerspiegele und wie hoch die Dunkelziffer dort sei, bleibe allerdings unklar. So habe China mehrfach mit Änderungen bei der Zählweise der Coronavirus-Infektionen für Verwirrung bei internationalen Beobachtern gesorgt. Jedoch werde auch in Italien mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Die Zahl der Toten sei in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch. Dafür könne es mehrere Gründe geben: Italien habe eine der ältesten Bevölkerungen weltweit. Zudem wohnten viele Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder seien mehr als beispielsweise in Deutschland in das tägliche Leben eingebunden. Daher seien Ansteckungen einfacher. Auch gingen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Infizierten wesentlich höher sei als angegeben und viele mild oder symptomlos verlaufende Fälle nicht erfasst würden.

Fast alle italienischen Covid-19-Tote hatten Vorerkrankungen

Fast alle Italiener, die an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, litten offenbar an Vorerkrankungen. Darauf weise eine neue Studie hin. Untersucht worden seien die Daten von mehr als 2000 der insgesamt knapp 3000 Toten.

Mehr als 99 Prozent der Menschen, die in Italien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, könnten unter Vorerkrankungen gelitten haben, meldet welt.de. Darauf weise eine Studie des italienischen Instituts für Gesundheit (ISS) hin.

Die Autoren hätten die Daten von mehr als 2000 Covid-19-Todesopfern analysiert. Bei rund 18 Prozent davon seien zudem die Krankenakten mit Blick auf mögliche Vorerkrankungen untersucht worden. Das Ergebnis: Nur drei Personen – das entspricht 0,8 Prozent der Untersuchten – hätten vor der Infektion keine Vorerkrankungen gehabt.

48,5 Prozent der Todesopfer sollen unter mindestens drei Vorerkrankungen gelitten haben. Bei 25,6 Prozent seien zwei und bei 25,1 Prozent eine Vorerkrankung festgestellt worden. Mehr als drei Viertel der Untersuchten habe unter hohem Blutdruck gelitten, mehr als ein Drittel an Diabetes. Bei jedem dritten Verstorbenen sei eine Herzkrankheit festgestellt worden.

Das Durchschnittsalter der infolge einer Coronavirus-Infektion gestorbenen Menschen liege in Italien bei 79,5 Jahren. Bis zum 17. März seien 17 Personen unter 50 Jahren an der Krankheit gestorben. Bei den Todesopfern unter 40 Jahren habe es sich der Studie zufolge ausschließlich um Männer mit schwerwiegenden Vorerkrankungen – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenleiden oder Diabetes – gehandelt.

China meldet erneut keine neuen Corona-Infektionen im Inland

Zum zweiten Mal hintereinander seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus Anfang Januar hat China landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet, berichtet focus.de. Allerdings sei die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland zurück in die Volksrepublik kamen, erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitgeteilt habe, seien 39 neue „importiere Fälle“ registriert worden, also Erkrankungen, die bei Menschen auf der Einreise nach China nachgewiesen wurden.

Südkorea meldet wieder geringere Coronavirus-Fallzahlen

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist nach der Zunahme in den vergangenen Tagen nun wieder gesunken, meldet faz.net. Am Donnerstag seien 87 zusätzliche Fälle festgestellt worden, hätten die Gesundheitsbehörden am Freitag mitgeteilt. Insgesamt seien bisher 8652 Infektionsfälle im Land bestätigt worden. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Sars-CoV-2-Erreger in Verbindung gebracht würden, seien um drei auf 94 gestiegen.

Sorge habe den Behörden zuletzt unter anderem eine Zunahme von kleineren Häufungen von Infektionen in Kirchengemeinden und Pflegeheimen sowie von infizierten Personen, die aus dem Ausland eintreffen, bereitet. Die Regierung versuche, den „weiteren Zustrom importierter Fälle“ zu hemmen, habe Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management gesagt. Zuletzt sei offiziellen Angaben zufolge bei 17 Einreisenden das Virus nachgewiesen worden.

Südkorea wolle insbesondere die Einreisekontrollen für Reisende aus Europa verstärken. Von Sonntag an sollten laut Yoo sämtliche Personen, die von einem Aufenthalt in Europa nach Südkorea zurückkehren, auf das Virus getestet werden. Wer sich länger in Südkorea aufhalten wolle, müsse sich in häusliche Quarantäne begeben.

Die Aktienkurse an der Börse in Seoul hätten nach der Talfahrt in den vergangenen Tagen im frühen Handel am Freitag wieder deutlich zugelegt. Der Leitindex Kospi sei bis 11.15 Uhr (Ortszeit) um 4,5 Prozent auf 1,523,05 gestiegen.

Zahlreiche Tote bei Angriff auf Armeeposten in Mali

Bei einem Angriff auf einen Armeeposten in Mali hat es zahlreiche Opfer gegeben, meldetdeutschlandfunk.de. Ein Militärsprecher habe gesagt, dass bei der Attacke in der nördlichen Region Gao etwa 30 Soldaten getötet und fünf weitere verletzt worden seien. Wer für den Angriff verantwortlich sei, wisse man nicht genau. In der Region seien Gruppierungen aktiv, die mit der islamistischen Terrororganisation al-Kaida Verbindungen haben.

Neun Soldaten bei Anschlag in Niger getötet

Bei einem Angriff auf einen Armeeposten in Niger sind neun Soldaten getötet worden, meldet nau.ch. Die Attacke hätte sich in der Region Tillaberi nahe der Grenze zu Mali ereignet. Laut Behörden seien die Angreifer «neutralisiert» worden.

Das Land wird wie die Nachbarländer Mali und Burkina Faso seit 2015 immer wieder von islamistischen Anschlägen erschüttert. In Niger seien die Regionen Tillaberi und Tahoua besonders betroffen. Dort wären bisher insgesamt rund 78.000 Menschen vertrieben worden.

Trump sagt G7-Gipfeltreffen im Juni ab

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist das für den Juni geplante Gipfeltreffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen in Camp David abgesagt worden, meldet welt.de. Anstatt eines G7-Treffens solle es eine Videokonferenz geben, habe das Weiße Haus mitgeteilt. Präsident Donald Trump werde darüber hinaus auch im April und Mai mit seinen Kollegen der G7-Staaten per Videokonferenz das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie besprechen, habe es weiter geheißen.

Freiburg erlässt Ausgangssperre

Freiburg erlässt wegen der Corona-Pandemie eine eingeschränkte Ausgangssperre, meldet faz.net. Die Stadt selbst habe von einem Betretungsverbot für öffentliche Orte gesprochen, das vom 21. März bis 3. April gelten würde. Das Haus oder die Wohnung solle nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Wer sich im Freien aufhalten möchte, dürfe das nur allein, zu zweit oder mit Personen, die im eigenen Haushalt lebten. Von allen anderen Personen wäre ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Man dürfe aber weiterhin zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen.

Mit dieser einschneidenden Maßnahme solle die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden, habe die Stadt am Donnerstagabend mitgeteilt. Anlass wäre die dramatische Lage der angrenzenden französischen Region Grand-Est, zu der auch das Elsass gehöre.

Wird Sonntag über deutsche Ausgangssperre entschieden?

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer werden nach Angaben des baden-württembergischen Regierungschefs Winfried Kretschmann am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber beraten, ob sie die Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Coronavirus nochmals verschärfen müssen – bis hin zu einer allgemeinen Ausgangssperre, meldet n-tv.de. Bei der Telefonkonferenz „werden wir besprechen, ob die Maßnahmen greifen, das heißt, ob sich die Menschen daran halten, und davon wird das weitere Vorgehen von uns allen ganz entscheidend abhängen“, habe Kretschmann dem SWR gesagt. Eine Bestätigung aus dem Kanzleramt oder den Staatskanzleien der anderen Bundesländer zu dem Treffen lägen bisher nicht vor.

Kalifornischer Gouverneur verhängt Ausgangssperre

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat die gesamte Bevölkerung des Westküstenstaates aufgerufen, zu Hause zu bleiben, meldet rundschau-online.de. Die Ausgangssperre für knapp 40 Millionen Menschen sei in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten.

Kalifornien wäre damit der erste Staat in den USA, der eine derart weitreichende Auflage im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlässt. Zuvor hätten diese Einschränkungen schon für mehrere Bezirke im Raum San Francisco gegolten.

Notwendige Regierungsstellen, Einrichtungen wie Banken und wesentliche Geschäfte, darunter Lebensmittelläden und Apotheken, sollten aber geöffnet bleiben, wie Newsom betont habe. Restaurants könnten weiterhin Essen ausliefern, sie dürften nur nicht mehr in Räumen servieren. Bars, Fitnesscenter und Versammlungsstätten müssten ganz schließen. Kalifornier könnten aber noch Spazieren gehen, Joggen oder Radfahren, allerdings müssten sie dabei voneinander Abstand halten. Die Auflagen seien zunächst unbefristet.

Tesla stellt widerwillig Produktion ein

Nach einer Machtprobe mit den Behörden hat der US-Elektroautobauer Tesla einem Produktionsstopp in seinem Hauptwerk im kalifornischen Fremont aufgrund der Coronavirus-Krise zugestimmt, meldet orf.at. „Wir halten uns an die gesetzlichen Vorschriften“, habe das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk gestern mitgeteilt. Vorangegangen seien tagelange Diskussionen mit Gesetzesvertretern.

Eigentlich hätte das Büro des örtlichen Sheriffs bereits am Dienstagabend klargestellt, dass Teslas Betrieb kein unbedingt notwendiges Geschäft darstelle, das von einer wegen des Virus verhängten Ausgangssperre in der Region ausgenommen wäre. Tesla hätte die Bänder in der Fabrik mit rund 10.000 Mitarbeitern trotzdem zunächst weiterlaufen lassen, bis sich die Polizeichefin eingeschaltet habe. Firmenchef Musk teile die Bedenken wegen des Coronavirus offenbar nicht. „Meine Vermutung ist, dass die Panik mehr Schaden anrichtet als das Virus, wenn das nicht schon geschehen ist“, habe er getwittert.

Endlich zehn Millionen neue Schutzmasken

Das Bundesgesundheitsministerium gab am Donnerstag zehn Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken zur weiteren Verteilung an die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Bundesländer, wie ein Sprecher in Berlin sagte, meldet rp-online.de. Die Lieferungen sollten unter anderem an Praxen, Bereitschaftsdienste und Stellen für Testabstriche verteilt werden, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erläutert habe. Noch sei die Lage bei der Ausrüstung teils kritisch, habe KBV-Chef Andreas Gassen gesagt: „So langsam laufen die Praxen leer.“ Allerdings wäre das Schlimmste mit der aktuellen Lieferung wohl vorbei.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe mitgeteilt, dass Atemschutzmasken nun auch wieder in Bayern produziert würden: „Wir haben jetzt die Eigenproduktion mit mittelständischen Unternehmen auf den Weg gebracht.“ Spätestens ab nächster Woche sollte die Fertigung starten.

Der Kosmetikkonzern Beiersdorf habe derweil die Herstellung von medizinischen Desinfektionsmitteln begonnen. Im ersten Schritt würden mindestens 500 Tonnen in den Produktionswerken in Hamburg, Waldheim (Sachsen) und Tres Cantos bei Madrid hergestellt, habe Beiersdorf mitgeteilt. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sollten die Mittel Institutionen und Berufsgruppen zur Verfügung gestellt werden, die gegen das Coronavirus im Einsatz seien. Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza sich bei seinem deutschen Amtskollegen Jens Spahn für eine Lieferung medizinischen Materials bedankt. Schon am Mittwoch seien sieben Tonnen Hilfsgüter von der italienischen Luftwaffe ausgeflogen worden.

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