Hamburger Klinikdirektor fordert ein Umsteuern

FUNDSTÜCK:

Die politische Führung gibt die Kontaktsperre als alternativloses Gebot der Stunde vor. Mit dem Argument, es gehe schließlich um Leben und Tod, wird jedes Hinterfragen der gegenwärtigen Politik als kaltherzig und zynisch diffamiert und unmöglich gemacht. Dabei gibt es auch namhafte Mediziner, die ein Umsteuern fordern – nicht nur wegen der wirtschaftlichen und damit auch gesellschaftlichen Verheerungen die wir riskieren, sondern weil es dabei auch medizinisch um Leben und Tod gehen kann. Einer dieser kritischen Mediziner ist Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Direktor des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf, der sich dazu im MDR äußerte:

„Wir alle betrachten die Gesundheitssituation fast ausschließlich aus dem Blickwinkel dieses Virus und vergessen auch, dass die Maßnahmen, die wir ergriffen haben auch zu sehr sehr viel Schaden, auch gesundheitlichem Schaden, auch tatsächlich zu Todesfällen in anderen Erkrankungen führen, weil wir nicht mehr eine ausreichende medizinische Versorgung gewährleisten können für die anderen Krankheitsbilder, weil die beengten Verhältnisse für viele zu traumatischen Erfahrungen führen können etc. Und die Politik sucht natürlich nach Auswegen und da müssen wir gemeinsam als Gesellschaft aber eben auch als Wissenschaftler über unterschiedliche Wege offen diskutieren. Für die Politik ist es keine einfache Situation und einfach nur zu fordern, man muss maximal dagegen handeln und alles andere vergessen wir, das wird von der Gesellschaft später bereut werden und dann wird der Politik wieder ein Vorwurf gemacht werden.“

Mehr hier: https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/interview/umsteuern-in-coronakrise100.html

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