Klärungen und Kliniken

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Mehr als eine Million Anträge auf Staatshilfen wegen der Corona-Krise sind bereits eingegangen, Deutschland schafft es endlich, Flüge aus dem Iran zu unterbinden, Hamburg fordert, dass die genaue Todesursache von Corona-Infizierten geklärt wird, bevor sie zu Corona-Toten gerechnet werden, in Pariser Krankenhäusern wird die Lage prekär, zwei deutsche Kliniken müssen schließen, Israel verhängt eine allgemeine Maskenpflicht und der AfD-Chef denkt über eine Teilung der Partei nach.

Mehr als eine Million Anträge auf Staatshilfen

Den deutschen Bundesländern liegen mehr als eine Million Anträge auf staatliche Soforthilfen von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmern vor, meldet dernewsticker.de. Das berichtete die „Welt“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage bei den zuständigen Ämtern. An der Spitze lägen demnach Nordrhein-Westfalen (310.000), Bayern (210.900) und Baden-Württemberg (190.000). Bewilligt oder sogar schon ausgezahlt worden seien bislang Zuschüsse des Bundes und der Länder in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.

Deutschland verbietet Flüge aus dem Iran

Deutschland verbietet ab sofort Fluge aus dem Iran, meldet dernewsticker.de. „Das neue Infektionsschutzgesetz macht es nun möglich“, habe Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch gesagt. Das Verbot gelte „mit sofortiger Wirkung“. „Wir legen uns in Deutschland in der Epidemie scharfe Beschränkungen auf – da können wir Flüge aus diesem Hochrisikogebiet nicht zulassen“, wird Spahn weiter zitiert. Allerdings wäre es der Bundesregierung auch schon vor dem neuen Infektionsschutzgesetz möglich gewesen, Flüge aus dem Iran zu verbieten – nur vielleicht nicht durch den Gesundheitsminister.

Italien verlängert Ausgangssperre bis zum 13. April

Die Ausgangssperre und der Produktionsstopp für nicht lebenswichtige Aktivitäten sollen von ursprünglich bis 3. April nunmehr bis zum 13. April verlängert werden, kündigte Italiens Premier Giuseppe Conte am Mittwoch in einer Ansprache an die Nation an, wie kleinezeitung.at meldet. „Wir sind noch nicht in der Lage, die Ausgangssperre aufzulockern und den Italienern die Opfer zu ersparen, die sie bisher gebracht haben. Man beginnt zwar die positiven Auswirkungen der Vorbeugungsmaßnahmen zu sehen, aber die Phase der Aufhebung des Lockdowns kann noch nicht beginnen“, habe der Premier gesagt. Er habe eindringlich für die Einhaltung der Vorsichtsregeln plädiert. Sollten sich die positiven Daten in Zusammenhang mit der Epidemie verfestigen, würde die Regierung eine Auflockerung des Lockdowns beschließen, habe Conte gesagt. Er könne aber noch nicht sagen wann.

Tschechien will Notstand bis Mai verlängern

Tschechien wird den am 12. März ausgerufenen nationalen Notstand wegen der Coronavirus-Krise höchstwahrscheinlich um einen Monat – bis zum 11. Mai – verlängern, meldet orf.at. Das habe die Regierung gestern beschlossen, allerdings sei noch die Zustimmung des Parlaments erforderlich. Diese dürfte kommende Woche erfolgen. In Tschechien könne die Regierung selbst den Notfallzustand nur für einen Monat ausrufen. Diese Frist laufe am 11. April ab. Mit jeglicher Verlängerung müsse das Unterhaus einverstanden sein. Der Notstand ermögliche der Regierung, die Grundrechte der Bürger einzuschränken.

„Wir sind immer noch nicht hinter dem Höhepunkt der Epidemie. Es ist nötig, dass der Notstand weiter dauert“, habe Gesundheitsminister Adam Vojtech den Vorschlag auf einer Pressekonferenz nach der Regierungssitzung am Mittwochabend begründet.

Wie in vielen anderen europäischen Ländern sei auch in Tschechien die Bewegungsfreiheit der Bürger derzeit stark eingeschränkt. Sie dürften ihre Häuser im Prinzip nur verlassen, wenn sie zur Arbeit gehen, Nahrungsmittel einkaufen oder einen Arzt aufsuchen. Außerdem gelte in der Öffentlichkeit eine absolute Maskenpflicht. Die Menschen sollten voneinander einen Abstand von mindestens zwei Meter einhalten.

Hamburg fordert genaue Klärung der Todesursache bei Corona-Infizierten

Hamburg setzt sich bundesweit für eine genauere medizinische Beurteilung der Todesumstände von Corona-Infizierten ein, meldet dtoday.de. Die Hansestadt befinde sich derzeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und den anderen Bundesländern „im Austausch“ über die Frage, „wie die Datenlage dazu verbessert werden kann“, habe die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitgeteilt. In Hamburg würden alle Corona-Verstorbenen rechtsmedizinisch dahingehend untersucht, ob die Infektion mit dem neuartigen Erreger letztlich auch todesursächlich war. Die offiziellen Meldezahlen des RKI erfassen alle Todesfälle, bei denen eine Corona-Infektion festgestellt wurde. Aussagen über einen kausalen Zusammenhang würden damit nicht getroffen. Für Hamburg liste die RKI-Statistik bislang zwölf Corona-Tote auf. Nach der von der Hamburger Gesundheitsbehörde angewandten Methode unter Einschluss rechtsmedizinischer Erkenntnisse seien es nur acht.

Bereits bei Meldungen über den vermeintlich ersten Corona-Toten in Hamburg vor zweieinhalb Wochen hätte das zu abweichenden Berichten geführt. Es habe sich um einen 76-jährigen Hospizbewohner mit schweren Vorerkrankungen gehandelt, bei dem durch einen Test mehrere Tage nach seinem Tod posthum eine Infektion festgestellt worden war. Die Gesundheitsbehörde habe nach Bekanntgabe des Falls am 16. März betont, die Todesursache müsse noch genauer ermittelt werden.

Durch die in Hamburg übliche Vorgehensweise werde bei sämtlichen Todesfällen im Zusammenhang mit der derzeitigen Corona-Pandemie „medizinisch differenziert nachgewiesen, welche nicht nur mit, sondern ursächlich durch eine Covid-19-Erkrankung gestorben sind“, habe die Gesundheitsbehörde der Hansestadt erklärt.

Prekäre Lage in Pariser Krankenhäusern

Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Corona-Krise in den Krankenhäusern zu, meldet kleinezeitung.at. „Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind“, habe Aurélien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France erklärt. „In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation“, habe Rousseau gesagt. Daher seien zwei Sonderzüge mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten aus der Hauptstadtregion in Krankenhäuser in die westfranzösische Region Bretagne gestartet. In den speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszügen seien 36 Patienten transportiert und in Krankenhäuser in Brest, Rennes und Saint-Brieuc gebracht worden. Nach den Worten von Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon seien bisher 344 schwer erkrankte Patienten in Regionen gebracht worden, die weniger von der Pandemie betroffen sind.

Kliniken schließen für Neuaufnahmen

Das Ernst von Bergmann-Klinikum, das größte Potsdamer Krankenhaus, wird wegen einer Häufung von Corona-Infizierten für neue Aufnahmen geschlossen, meldet welt.de. Das habe Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch mitgeteilt. Am Freitag solle das Robert Koch-Institut, das eingeschaltet worden sei, gemeinsam mit der Stadt die Lage neu bewerten. Wie lange die Maßnahmen gelten würden, das sei zunächst offen. Nur unabweisbare Notfälle und Frauen, die ein Kind bekämen, sollen noch in die Klinik dürfen. Das Klinikum gelte laut Stadt nicht als geschlossen.

Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt auch eine Münchner Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf, meldet welt.de. „Es geht darum, dass wir keine neuen Patienten aufnehmen, und die Patienten, die entlassen werden könnten, aktuell nicht entlassen“, habe der Sprecher des Helios Klinikum München West, Marten Deseyve, am Dienstagabend auf Anfrage erklärt.

Israel verhängt allgemeine Maskenpflicht

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt eine allgemeine Atemschutzmaskenpflicht in der Öffentlichkeit an, meldet welt.de. Wenn keine Maske verfügbar sei, könne improvisiert werden, habe er in einer Fernsehansprache gesagt. Zudem habe Netanjahu die Anhänger aller Religionen aufgefordert, die anstehenden Feiertage nur im engsten Familienkreis zu begehen. In Israel seien mehr als 6000 Erkrankungen und 25 Todesfälle gemeldet.

UN-Klimakonferenz in Glasgow wird verschoben

Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben, meldet welt.de. Das habe die britische Regierung am Mittwochabend mitgeteilt. Die Konferenz hätte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden sollen.

Taliban und afghanische Regierung verhandeln über Gefangene

Die afghanische Regierung und die radikalislamischen Taliban haben sich erstmals zu direkten Gesprächen über einen Gefangenenaustausch in Kabul getroffen, meldet kleinezeitung.at. Beide Seiten hätten am Dienstag über die Freilassung afghanischer Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie von Taliban-Mitgliedern verhandelt, habe der Nationale Sicherheitsrat am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt.

Die Taliban hätten die Gespräche bestätigt, darüber hinausgehende „politische Gespräche“ aber ausgeschlossen. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudjahid habe gesagt, es handle sich lediglich um „technische“ Gespräche über den Gefangenenaustausch.

Venezuelas Machthaber weisen US-Vorschlag für Übergangsregierung zurück

Venezuelas Regierung hat einen Vorschlag aus Washington zurückgewiesen, wonach in dem südamerikanischen Krisenstaat eine Übergangsregierung gebildet und Neuwahlen vorbereitet werden sollen, meldet dtoday.de. Venezuela sei ein souveränes Land, das keine „Bevormundung“ durch andere Staaten akzeptiere, habe Außenminister Jorge Arreaza am Dienstag in Caracas erklärt.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte – wie auch hier gemeldet – vorgeschlagen, der linksnationalistische Machthaber Nicolás Maduro und dessen Rivale Juan Guaidó sollten Platz für eine Übergangsregierung machen, die Neuwahlen in sechs bis zwölf Monaten organisiere. Guaidó und Maduro sollten das Übergangsgremium als einzige Regierungsgewalt während dieser Zeit anerkennen.

Türkische Luftwaffe verfolgt dänisches Frontex-Flugzeug

Die türkische Luftwaffe hat nach Angaben der deutschen Regierung im März über der griechischen Ägäis ein Flugzeug verfolgt, das für die EU-Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz war, meldet orf.at. Wie aus einer Antwort Berlins auf eine Frage des Linke-Abgeordneten Andrej Hunko hervorgehe, seien zwei türkische Flugzeuge „über mehrere Minuten“ dem Aufklärungsflugzeug der dänischen Luftwaffe gefolgt.

Die Aufklärungsflüge über dem Seegebiet seien Teil des Frontex-Soforteinsatzes „Aegean 2020“, an dem die Grenzschutzagentur trotz der Corona-Pandemie festhalte.

AfD: Meuthen erwägt Trennung vom Flügel

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat erstmals eine mögliche Abspaltung des rechtsnationalen Parteiflügels um den Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke ins Spiel gebracht, meldet faz.net. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit „Tichys Einblick“ habe Meuthen gesagt: „Jeder weiß, dass der Flügel und dessen maßgebliche Exponenten uns ganz massiv Wählerstimmen im bürgerlichen Lager kosten, und ich denke auch, dass die ordoliberalen Ansichten des bürgerlich-konservativen Teils der AfD noch bessere Ergebnisse im staatspaternalistischen Wählermilieu des Flügels verhindern.“ Insgesamt ließen sich bei einer Teilung
in zwei Parteien wohl mehr und nicht etwa weniger Wähler erreichen als in der „derzeitigen, wenn man einmal ehrlich ist, permanent konfliktträchtigen Konstellation“, habe Meuthen weiter erklärt, der die Partei gemeinsam mit dem sächsischen Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla leitet. Meuthen habe hervorgehoben, es gehe keineswegs um eine Spaltung in eine Ost- und eine West-AfD. Denn beide Lager hätten in allen Bundesländern Anhänger.

Seine Idee einer Teilung sei als „Beitrag zu einer Strategie-Debatte, die wir ergebnisoffen führen sollten“, gedacht, habe Meuthen der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Dabei dürfe es „keine Denkverbote geben“. Viele Parteifreunde hätten nach seiner Auskunft sehr emotional auf seinen Denkanstoß reagiert – „das reicht von begeistertem Zuspruch bis hin zu fundamentaler Ablehnung“.

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Georg Pazderski, sagte: „Das ist ein sehr interessanter Ansatz, den man durchaus diskutieren sollte.“ Bundesvorstandsmitglied Beatrix von Storch habe mitgeteilt: „Die AfD vereinigt das demokratische Spektrum rechts von der Mitte.“ Sie müsse „rote Linien zu extremistischen und nicht politikfähigen Personen ziehen“.

Bertelsmann jetzt Alleineigentümer von Penguin Random House

Das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen Bertelsmann mit Sitz in Gütersloh ist ab sofort Alleineigentümer von Penguin Random House aus New York, meldet orf.at. Bertelsmann hätte im Dezember bereits angekündigt, auch die restlichen 25 Prozent am größten Publikumsverlag der Welt übernehmen zu wollen. Jetzt lägen alle erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen vor. Zu der Buchverlagsgruppe würden dann weltweit mehr als 300 Einzelverlage mit mehr als 15.000 Neuerscheinungen im Jahr gehören.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.