Todesschuss an armenisch-aserbaidschanischer Grenze

An der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan ist ein armenischer Soldat durch Schüsse eines Scharfschützen von aserbaidschanischer Seite aus getötet worden, meldet kleinezeitung.at unter Berufung auf das armenische Verteidigungsministerium. Aserbaidschan wiederum habe Armenien vorgeworfen, „großkalibrige Maschinengewehre und Scharfschützen-Gewehre“ eingesetzt und die Waffenruhe an der Grenze in den vergangenen 24 Stunden mehrfach gebrochen zu haben.
In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Grenzgefechte zwischen der aserbaidschanischen und der armenischen Armee gegeben. Es seien die schwersten Gefechte zwischen den beiden verfeindeten Nachbarländern seit 2016 gewesen. Insgesamt sollen dabei laut offiziellen Angaben mindestens 19 Menschen auf beiden Seiten getötet worden sein.
Die beiden Kaukasus-Länder Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit fast 30 Jahren in einem kriegerischen Konflikt um die Kontrolle über die Region Berg-Karabach. Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Berg-Karabach war zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagen worden. Pro-armenische Rebellen brachten das Gebiet nach einem Pogrom an Armeniern Ende der 80er Jahre unter ihre Kontrolle.
Aus Russland und westlichen Staaten seien die beiden Länder in den vergangenen Wochen zur Deeskalation aufgerufen worden. Allgemein wird befürchtet, dass sich die Türkei, die Aserbaidschan unterstützt, in dem Konflikt engagiert und damit auch Russland, das sich als Schutzmacht Armeniens versteht, hineingezogen werden könnte.

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