Explosionen und Ermittlungen

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Beirut hat eine schwere Explosion große Teile des Hafens zerstört und auch Schäden in der Stadt angerichtet. Es gab viele Tote und Verletzte, die genaue Ursache war noch unklar. Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für die Türkei teilweise auf, der Ford-Chef tritt überraschend zurück, Kinderärzte warnen vor Maskenpflicht im Unterricht, der Goldpreis erreichte ein neues Rekordhoch und China geht gegen christliche Inhalte im Netz vor.

Viele Tote und schwere Zerstörungen nach Explosion in Beirut

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es am Dienstag zu einer schweren Explosion gekommen, meldet orf.at. Die Detonation habe sich am Hafen der Küstenstadt ereignet, wo auch Lagerhäuser für Sprengstoff standen. Die genaue Explosionsursache war zunächst unbekannt, die Sicherheitsbehörden sollen explosives Material in den Speichern als Auslöser vermuten. Nach Angaben von Präsident Michel Aoun handele es sich um 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat. Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund habe es zunächst nicht gegeben.

Mindestens 100 Menschen seien infolge der Explosion ums Leben gekommen. Weitere Tote würden angesichts der hohen Verletztenzahl – die Rede sei inzwischen von fast 4.000 Verletzten – befürchtet. Viele Menschen steckten laut Angaben des libanesischen Roten Kreuzes in dem betroffenen Stadtteil fest. In der Stadt herrsche Chaos. Auf den Straßen in Hafennähe lägen Trümmer und überall sei Blut zu sehen.

Auch in kilometerweiter Entfernung seien Glasfenster zersprungen und hätten Menschen verletzt. Reuters habe berichtet, dass die Explosion sogar in Zypern, in 180 Kilometern Entfernung, spürbar gewesen sei. Präsident Aoun habe für Dienstagabend eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrats einberufen. Dieser habe umgehend den Ausnahmezustand für zwei Wochen ausgerufen.

Der Hafen liege nur wenige Kilometer von der Innenstadt Beiruts entfernt. Große Teile des Areals seien vollständig zerstört worden – laut Medienberichten auch für die Versorgung der Bevölkerung wichtige Getreidespeicher. Auch ein Boot der Uno-Friedenstruppen im Libanon (Unifil) sei bei der Explosion beschädigt worden.

Neue Ermittlungsergebnisse gegen Wirecard

Die Anti-Geldwäsche-Einheit Financial Intelligence Unit (FIU) findet immer mehr Verdachtsmeldungen gegen Wirecard, meldet dernewsticker.de. Die Zahl der entsprechenden Hinweise habe sich laut Bericht des „Handelsblatts“ (Mittwochausgabe) von zunächst 72 auf fast 100 Hinweise erhöht. Bis zum 28. Juli 2020 hätte man „insgesamt 97 Verdachtsmeldungen identifiziert, die in möglichem Zusammenhang mit den derzeit erhobenen Vorwürfen stehen könnten“, habe ein Sprecher der FIU gesagt. Seit Bekanntwerden des Skandals untersuche die beim Zoll angesiedelte Spezialeinheit die bei ihr aufgelaufenen Verdachtsmeldungen aus den Jahren 2017 bis 2020 noch einmal. Der zu prüfende Katalog sei auf „Straftaten wie Bilanzfälschung, Betrug, Untreue, Marktmanipulation sowie Insiderhandel“ erweitert worden, heiße es bei der FIU. Die Behörde habe mitgeteilt, sie hätte die Meldungen, „soweit Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten im Zusammenhang mit Geldwäsche beziehungsweise Terrorismusfinanzierung erkennbar waren, jeweils zeitnah an die Strafverfolgungsbehörden abgegeben“. Mehr als 50 Hinweise solle die FIU weitergereicht haben.

„In den bisherigen Sitzungen des Finanzausschusses sei das Thema Geldwäsche zu kurz gekommen“, sagte der Grünen-Finanzexperte Danyal Bayaz. „Das Finanzministerium und Olaf Scholz müssen zeitnah aufklären, ob die vielen und permanenten Geldwäsche-Vorwürfe im Hinblick auf die Wirecard AG auch wirklich schnell und umfassend bearbeitet wurden – oder ob sie möglicherweise in den Behörden versickert sind.“

Bundesregierung hebt Reisewarnung für Teile der Türkei auf

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben, meldet zeit.de. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes heiße es jetzt, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydın und Muğla entfalle. Für diese Regionen gelte die Warnung wegen eines „niedrigen Infektionsgeschehens“ nicht mehr, habe die Bundesregierung mitgeteilt. Bei einer Verschlechterung der Lage könne die Reisewarnung wieder eingeführt werden.

Bei allen vier Provinzen handele es sich um Urlaubsregionen an der Westküste. Bisher hätte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums gehört, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt habe die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme gemacht.

Nach Angaben von Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer sei die Grundlage für die Entscheidung eine Vereinbarung mit der türkischen Regierung über sicheren Reiseverkehr in der Corona-Pandemie. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes heiße es dazu, dass das Tourismus- und Hygienekonzept der türkischen Regierung eingehalten werden müsse. Dieses beinhalte unter anderem einen verpflichtenden Corona-Test (PCR-Test) vor der Rückreise nach Deutschland. Dieser Test müsse binnen 48 Stunden vor der Rückreise erfolgen. Positiv Getestete müssten sich in der Türkei in Quarantäne beziehungsweise in ärztliche Behandlung begeben. Die Kosten für einen Test von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor beziehungsweise 30 Euro am Flughafen müssten die Reisenden selbst tragen.

Ford-Chef Hackett tritt überraschend zurück

Der kriselnde US-Autoriese Ford stellt seine Konzernspitze bereits zum zweiten Mal in gut drei Jahren neu auf, meldet faz.net. Das Unternehmen habe mitgeteilt, dass der erst seit Mai 2017 amtierende Vorstandschef Jim Hackett (65) zurücktrete. Zum Nachfolger sei mit Wirkung zum 1. Oktober Top-Manager Jim Farley (58) befördert worden, der sich derzeit im Vorstand um das Tagesgeschäft kümmere.

Der Personalwechsel zeige, wie schwer Ford sich weiter mit dem Wandel der Autoindustrie vom klassischen Blechbiegen zu Zukunftstechnologien wie autonomem Fahren und Elektromobilität tue. Der Konzern stecke in einem tiefgreifenden Umbau, Hackett sei eigentlich als großer Modernisierer angetreten. Auch sein Vorgänger Mark Fields habe den Spitzenposten nach nur rund drei Jahren schon wieder geräumt.

Für die deutschen Ford-Standorte in Köln und Saarlouis könne der überraschende Wechsel an der Konzernspitze nach Ansicht des Automobil-Experten Stefan Bratzel von Vorteil sein. «Der neue Ford-Chef Jim Farley war jahrelang für Europa zuständig und hat daher mehr Verständnis für den deutschen Automarkt», habe der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Mittwochausgabe) gesagt.

Kinderärzte kritisieren Maskenpflicht im Unterricht 

Die deutschen Kinder- und Jugendärzte haben sich gegen eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen, meldet dernewsticker.de. „Das Tragen einer Mund-Nase-Maske im Unterricht ist nicht sinnvoll. Ein längeres Maskentragen beeinträchtigt bei Schülern die Leistungsfähigkeit“, habe der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) gesagt. Hinzu komme: „Zwischen Schülern und Lehrern gibt es keinen richtigen Blickkontakt und die Kommunikation ist gestört“, habe der Kinderarzt gewarnt.

Vor schlechteren Leistungsbedingungen würden auch Schülervertreter warnen: „Wer stundenlang mit Mund-Nase-Schutz in einem aufgeheizten Raum sitzt, kann sich meist schlechter konzentrieren und sich schlechter am Unterricht beteiligen“, habe der Sprecher der Bundesschülerkonferenz, Torben Krauß, den Funke-Zeitungen gesagt. Schüler, die bereits im letzten Schuljahr länger mit Maske im Unterricht sitzen mussten, hätten von Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen berichtet. „Jedem muss klar sein, dass Masken die Aufmerksamkeit reduzieren“, so Krauß.

Goldpreis steigt erstmals über 2000 Dollar

Am Dienstag war es soweit: Eine Feinunze Gold kostete erstmals mehr als 2000 Dollar, meldet faz.net. Der Preis habe sich aber zunächst nicht ganz auf diesem Niveau halten können und habe am frühen Abend bei 1994 Dollar gelegen. „Nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs hat Gold wie von uns erwartet nun auch die Marke von 2000 Dollar überschritten“, habe Hans-Günter Ritter, Leiter Edelmetallhandel bei Heraeus dies kommentiert. „Die Motivation, Liquidität in Gold zu schieben, bleibt für Anleger hoch. Unterstützung hierfür kommt weiter aus dem Umfeld mit niedrigen oder negativen Zinsen.“ Er habe zudem auf die Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise verwiesen.

Urteilsverkündung im Mordfall Kuciak verschoben

Das Spezialisierte Strafgericht in Pezinok in der Slowakei hat die für heute angekündigte Urteilsverkündung im Mordfall des Investigativjournalisten Jan Kuciak verschoben, meldet orf.at. Die Urteilsverkündung sei im ganzen Land mit viel Spannung erwartet worden. Akkreditiert hätten sich im Vorfeld auch rund 100 in- und ausländische Journalisten. Gestern Nachmittag sei der Termin aber völlig unerwartet abgesagt worden, wie Gerichtssprecherin Katarina Kudjakova bekannt gegeben habe. Die Senatsvorsitzende Ruzena Sabova habe diesen Schritt beschlossen, da eine Fortsetzung der Beratung des dreiköpfigen Senats notwendig sei, so Kudjakova. Als neuer Termin für die Urteilsverkündung sei der 3. September bestimmt worden.

Laut slowakischen Medien habe der zuständige Strafsenat heute bei einer geplanten Beratung über das definitive Strafmaß abstimmen sollen. Warum nach sieben Monaten und 21 Verhandlungstagen eine eintägige Beratung den Richtern nicht ausgereicht habe, sei nicht bekannt. Medien in der Slowakei spekulierten, dass eines der Mitglieder des Senats Bedenken bezüglich der Schuld eines der Angeklagten haben könnte.

Vor Gericht stünden der Geschäftsmann Marian K., als mutmaßlicher Auftraggeber des Journalistenmordes, die Italienischdolmetscherin Alena Zs., die den Mord organisiert haben soll, und Tomas Sz., der den Todesschützen zum Tatort gefahren haben soll. Für alle drei habe der zuständige Staatsanwalt 25 Jahre Haft beantragt. Alle drei Angeklagten würden ihre Schuld bestreiten. Zwei weitere Mittäter seien im Fall bereits in gesonderten Verfahren verurteilt worden. Der Tod von Jan Kuciak und seiner Verlobten am 21. Februar 2018 hatte in der Slowakei Massenproteste ausgelöst, ein politisches Erdbeben war die Folge.

Proteste nach tödlichem Angriff auf Christen in Pakistan

Ein tödlicher Angriff auf einen Christen aus Peschawar im Nordwesten Pakistans hat zu Protesten der christlichen Minderheit geführt, meldet kathpress.at. Der getötete Nadeem Joseph hätte mit seiner Familie in einem muslimischen Stadtviertel gewohnt, in dem es vermehrt zu Auseinandersetzungen und Anfeindungen gekommen sei, habe das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ am Dienstag in München mitgeteilt. Im Verdacht stünde ein Nachbar, der die Familie mehrfach bedroht habe.

Die Familie habe bereits 2013 einen Anschlag auf eine Kirche überlebt, weitere Angehörige seien dabei umgekommen. Der Vorsitzende der pakistanischen Bischofskonferenz und Bischof von Islamabad-Rawalpindi, Joseph Arshad, habe den Fall eine klare Verletzung der Menschenrechte und der Gesetze genannt. Ordnungskräfte und Regierung müssten den Beschuldigten vor Gericht bringen und die Familie schützen, da sie noch immer in Lebensgefahr sei. Rund zwei Prozent der pakistanischen Bevölkerung seien laut Mitteilung Christen. Diese seien seit Jahren Angriffen ausgesetzt.

China geht gegen christliche Inhalte in Sozialen Netzwerken vor

Kirchlich verwaltete Websites und Social-Media-Konten stehen in China unter dem Verdacht „illegaler Aktivitäten“, meldet orf.at. Wie Kathpress unter Berufung auf den asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews berichtet habe, gehe das offizielle Büro der Zentralen Cyberspace Kommission der Volksrepublik China gezielt gegen Websites und Soziale Netzwerke vor, deren Inhalte die „Einheit Chinas gefährden“.

Die Kampagne ziele zwar hauptsächlich auf kommerzielle Webplattformen ab, betroffen seien aber auch Livestreams von Gottesdiensten sowie christliche Chatgruppen. Letztere würden von Beamten Chinas aufgefordert, bestimmte Inhalte zu löschen oder keine religiösen Inhalte mehr zu veröffentlichen.

Mittlerweile umfasse die Überwachung nicht nur Priester, sondern auch Gläubige, schreibe Ucanews. So soll eine katholische Frau in einer WeChat-Gruppe blockiert worden sein, nachdem sie einen Bibelvers mit anderen Christen geteilt hätte. Die Betroffene zeigte sich verwundert, da die Regierung wiederholt bestritten habe, den Internetzugang der Menschen überwacht zu haben.

Andreas Kalbitz lässt Fraktionsvorsitz in Brandenburg ruhen

Der ehemalige Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz lässt sein Amt als Fraktionschef im Landtag einstweilen ruhen, meldet zeit.de. Zunächst solle eine erste juristische Klärung seines Parteiausschlusses durch das Landgericht Berlin abgewartet werden, habe Kalbitz nach einer fast vierstündigen Sondersitzung im Landtag gesagt. Die Fraktion hätte sein entsprechendes Angebot einstimmig angenommen.

AfD-Chef Jörg Meuthen habe sich zufrieden gezeigt. „Die heutige Entscheidung in der Brandenburger Landtagsfraktion ist richtig und macht deutlich, dass Andreas Kalbitz unter den gegebenen Umständen nicht Vorsitzender der Fraktion sein kann“, habe Meuthen gesagt.

Senat lockert Verbot der Prostitution in Berlin

Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt, meldet tagesspiegel.de. Der Senat habe in seiner Sitzung am Dienstag entschieden, dass sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab 8. August wieder angeboten werden dürfen. Zunächst würden demnach wieder Sado-Maso-Praktiken und erotische Massagen erlaubt sein, ab September wieder Geschlechtsverkehr, wie die Gesundheitsverwaltung mitgeteilt habe.

In der neuen Änderung der Infektionsschutzverordnung werde die „entgeltliche Erbringung sexueller Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr, insbesondere erotische Massagen, Fesselspiele und verwandte Sexualpraktiken“ als zulässig gesehen, einschränkend heiße es aber: „Gesichtsnahe Praktiken sind nicht erlaubt.“

Insoweit dürften auch die Bordelle und Prostitutionsvermittlungen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Dabei müssten die Anbieter von sexuellen Dienstleistungen individuelle Hygienekonzepte erarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorlegen, außerdem dürfe immer nur ein Kunde oder eine Kundin mit Termin bedient werden.

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