Kopfgeld und Kurssprung

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Beirut wird weiter nach dem Auslöser der schweren Explosionen im Hafen gesucht, Bulgariens Ministerpräsident denkt wegen der Proteste über einen Rücktritt unter Bedingungen nach, die US-Regierung lobt ein Kopfgeld für Hinweise auf Versuche ausländischer Wahlmanipulationen aus, Twitter und Facebook haben die Trump-Kampagne gesperrt, ein Kurssprung der Kodak-Aktie wird untersucht, Sri Lanka wählt ein neues Parlament und für Antwerpen gibt es eine Reisewarnung.

Suche nach Explosions-Auslöser in Beirut geht weiter

Nach der verheerenden Explosion in Beirut mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten geht die Suche nach der Ursache der Detonation weiter, meldet kleinezeitung.at. Noch sei unklar, wie die großen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden sein sollen, explodiert sein können. Kritiker prangerten Fahrlässigkeit an und sehen auch ein Versagen der politischen Führung des Landes. Die Chemikalie werde vor allem als Düngemittel verwendet, wurde allerdings auch bei Anschlägen eingesetzt.

Die heftige Detonation am Dienstag hatte große Teile des Hafens zerstört, der für die Versorgung des Landes zentral sei. Beobachter warnten, dass sich die Versorgungskrise in weiter verschärfen könne. Die Detonation habe auch Getreidesilos im Hafen zerstört. Auch die umliegenden Wohngebiete seien stark beschädigt worden.

Der Libanon leide seit Monaten ohnehin schon an einer schweren Wirtschaftskrise, die große Teile der Bevölkerung in die Armut getrieben habe.

Bulgariens Ministerpräsident bietet nach Protesten Rücktritt an

Ministerpräsident Bojko Borissow hat nach den wochenlangen Protesten gegen die Regierung in Bulgarien seinen Rücktritt angeboten, meldet zeit.de. Bedingung hierfür sei allerdings, dass seine Koalitionsregierung erhalten bleibe, habe Borissow vor einem Gremium seiner konservativen Partei Gerb gesagt. Diese Option wolle er mit den Chefs der zwei nationalistischen Parteien erörtern, die als Juniorpartner dem Regierungsbündnis angehören. Die überwiegend jungen Demonstranten werfen der Regierung Borissows vor, Kontakte zur Mafia zu unterhalten, sich dem Kampf gegen Korruption sowie einer Justizreform zu verweigern und die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Zudem würden sie die Unterschlagung von Mitteln aus dem EU-Haushalt befürchten.

In der Hauptstadt Sofia hätten Aktivisten dauerhaft Kreuzungen blockiert, was zu erheblichen Staus geführt habe. Einer der Demonstranten sei vor fünf Tagen in einen Hungerstreik getreten und sei in kritischem Zustand in eine Klinik gebracht worden. Außerdem hätten die Demonstranten Zelte errichtet, in denen sie nach eigenen Angaben bleiben wollten, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Zu diesen gehöre auch der Rücktritt des Generalstaatsanwalts Iwan Geschew. Auch in den Städten Plowdiw, Warna, Burgas und Russe hätten wieder Tausende protestiert.

Millionenkopfgeld für Aufdeckung von Wahlmanipulation

Die US-Regierung hat ein Kopfgeld von bis zu zehn Millionen Dollar gegen Verantwortliche einer ausländischen Einmischung in US-Wahlen ausgerufen, meldet orf.at. Das habe US-Außenminister Mike Pompeo gestern erklärt. Pompeo habe dabei unter anderem Russland als möglichen Akteur genannt. Das Geld werde für Hinweise zur „Identifizierung und zum Aufenthaltsort jeder Person“ gezahlt, die im Auftrag oder unter Kontrolle einer ausländischen Regierung die US-Wahlen „durch kriminelle Cyberaktivitäten“ beeinflussen wolle. Vor der Präsidentschaftswahl im November würden die Sorgen vor einer ausländischen Einmischung wachsen.

Twitter und Facebook sperren Trump-Kampagne

Twitter hat das Konto der Wahlkampagne von US-Präsident Donald Trump vorübergehend komplett gesperrt, meldet orf.at. Das Unternehmen habe die Maßnahme damit begründet, dass eine dort platzierte Botschaft falsche Informationen über die Corona-Pandemie enthalte. Das Konto würde erst wieder entsperrt, wenn das Wahlkampfteam den Tweet lösche. In der Twitter-Botschaft von Trumps Kampagnenteam werde demnach behauptet, dass Kinder „fast immun“ gegen das Coronavirus seien. Der Tweet verstoße gegen die Regularien des Unternehmens, wonach auf der Plattform keine „Falschinformation“ über das Coronavirus verbreitet werden dürften, habe ein Firmensprecher erklärt. In der Meldung wird die Frage, wer bei Twitter darüber entscheidet, welche Information richtig oder falsch ist, nicht aufgeworfen.

Kurz zuvor hätte bereits Facebook eine Botschaft Trumps zur Corona-Pandemie gelöscht. Dabei habe es sich um einen Video-Ausschnitt aus einem Interview im Sender Fox News gehandelt. Darin habe Trump ebenfalls ins Feld geführt, Kinder seien „fast immun“ gegen das Coronavirus. Bei dieser Veröffentlichung habe es sich um eine „schädliche“ Falschinformation über das Virus und damit einen Verstoß gegen die Facebook-Regeln gehandelt, habe ein Konzernsprecher mitgeteilt.

Zahl der Abschiebungen auf Tiefstand

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist im Zuge der Corona-Krise im ersten Halbjahr auf einen Tiefstand gesunken, meldet zeit.de. 4.616 Menschen seien in den ersten sechs Monaten abgeschoben worden, habe die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf Angaben des Bundesinnenministeriums berichtet. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien es noch 11.496 Menschen und damit weit mehr als doppelt so viele gewesen.

Chefwechsel bei Siemens beschlossen

Mit Ablauf der Hauptversammlung im Februar wird Roland Busch den Vorstandsposten von Joe Kaeser übernehmen. Das hat der Siemens-Aufsichtsrat am Mittwoch entschieden, meldet faz.net. Der Zeitpunkt des Führungswechsels bei Siemens stehe damit nun fest. Allerdings werde Busch, wie schon bekannt, am 1. Oktober 2020 die Verantwortung für das Geschäftsjahr 2021 übernehmen, wie Siemens mitgeteilt habe. Joe Kaeser werde den Übergang „aktiv“ begleiten.

Zudem sei der Vorstand neu aufgestellt worden. Klaus Helmrich, im Vorstand verantwortlich für das Geschäft mit der digitalen Industrie, gehe Ende März 2021 in den Ruhestand. Sein Nachfolger werde zum 1. Oktober 2020 Cedrik Neike, derzeit Vorstandsmitglied für Smart Infrastructure. Neikes Posten übernehme den Angaben zufolge Matthias Rebellius.

Börsenaufsicht untersucht Kurssprung von 2000 Prozent bei Kodak

Die ehemalige Fotoausrüstungsikone Eastman Kodak soll auf Staatskosten zu einem Pharmazulieferer umgebaut werden. Die Aktie schoss dadurch um bis zu 2000 Prozent in die Höhe, meldet handelsblatt.com. Diese Kursexplosion beschäftige jetzt offensichtlich die US-Börsenaufsicht SEC, wie das „Wall Street Journal“ berichtet habe. Die Börsenaufsicht überprüfe demnach den Ablauf der Umbau-Ankündigung.

Im Zuge der Digitalisierung meldete der Konzern 2012 Insolvenz an und verkaufte seine Fotofilmproduktion. Seitdem gelte Kodak als Spezialist für digitalen Druck. Jetzt solle Kodak jedoch zu einem Pharmazulieferer umgebaut werden. Dafür leihe die US-Regierung dem Konzern 765 Millionen Dollar, wie Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche bekannt gegeben habe. Das solle den USA dabei helfen, bei der Arzneimittelproduktion unabhängiger zu werden.

Die Ankündigung habe für eine wahre Kursexplosion gesorgt. Allerdings seien die Kodak-Titel bereits am Tag vor Trumps Ankündigung um mehr als 20 Prozent gestiegen, was den Verdacht des Insiderhandels habe aufkommen lassen. Das habe die US-Börsenaufsicht auf den Plan gerufen. Die Untersuchung soll sich Insidern zufolge aber noch in einem Anfangsstadium befinden.

Sri Lanka wählt neues Parlament

Mehr als 16 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, das neue Parlament zu wählen. Präsident Gotabaya Rajapaksa und dessen Bruder, Ministerpräsident Mahinda Rajapaksa, hoffen darauf, ihre Macht auszubauen. Die Regierungspartei gilt als klarer Favorit, meldet dw.com. Erringe die SLPP eine Zweidrittelmehrheit, könnte sie die Verfassung ändern. Im Blick stehe dabei ein Artikel, der vorschreibe, dass unabhängige Kommissionen die Polizei und den öffentlichen Dienst überwachen. Dieser Passus begrenze auch die Amtszeit des Präsidenten. Insgesamt träten Kandidaten von 70 Parteien und mehr als 300 unabhängigen Gruppen an. Erste Ergebnisse werden für Donnerstag erwartet; bis Freitag soll die Auszählung abgeschlossen sein.

Bundesregierung warnt vor Reisen nach Antwerpen

Wegen einer deutlichen Zunahme der Zahl der Corona-Infektionen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen mit der gleichnamigen Hafenstadt, meldet dw.com. Das Auswärtige Amt weise darauf hin, dass in Belgien seit Ende Juli sowohl die Neuinfektionen als auch die Zahl der Corona-Toten wieder steigen würden. Dies betreffe vor allem die bevölkerungsreichste Region Antwerpen.

Auch die Provinzregierung selbst rate von Reisen in die Region ab. Vor einer Woche schon hätten die Behörden der Provinz das öffentliche Leben wieder massiv zurückgefahren. In Antwerpen gelten – zunächst noch für drei Wochen – eine besonders strenge Maskenpflicht, eine nächtliche Ausgangssperre und ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. An der Nordseeküste müssten sich Urlauber und Einheimische für Strandbesuche teilweise vorher anmelden.

Maskenzwang immer öfter auch im Freien

In Europa gehen derzeit vor allem Städte in Frankreich und Spanien dazu über, das Tragen von Masken auch im Freien zur Pflicht zu machen, meldet dw.com. In belebten Stadtteilen im südwestfranzösischen Toulouse sei am Mittwoch eine Pflicht zum Maskentragen auch im Freien in Kraft getreten. Die Pariser Stadtverwaltung habe eine Maskenpflicht für alle stark besuchten Plätze der französischen Hauptstadt wie etwa an den Uferpromenaden der Seine angekündigt.

Seit voriger Woche könnten Städte in Frankreich das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit verpflichtend vorschreiben. Das hätten bislang rund 250 Städte beschlossen. Vor allem Städte und Gemeinden an der bretonischen Küste, aber auch etwa Montpellier und Nizza an der Mittelmeerküste, schrieben Schutzmasken auf Märkten oder sogar in allen Straßen vor. Auch in Lille im Norden des Landes gelte bereits Maskenpflicht im Freien.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.