Wasser und Warnungen

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Afghanistan gab es mindestens zehn Tote bei einem Anschlag auf den Vizepräsidenten, neben der weißrussischen Oppositionellen Maria Kolesnikowa ist auch der Anwalt Maxim Snak verhaftet worden, im Migranten-Lager Moria gab es einen weiteren Brand, in Mexiko gab es Tote bei Protesten gegen einen alten Wasser-Vertrag mit den USA, Deutschland warnt jetzt vor Reisen nach Prag, Genf und Korsika und heute gibt es deutschlandweiten Probealarm am ersten Warntag.

Mindestens zehn Tote nach Anschlag auf Vizepräsidenten in Afghanistan

Afghanistans Vizepräsident Amrullah Saleh ist in der Hauptstadt Kabul nur knapp einem Mordanschlag entkommen, meldet rp-online.de. Mindestens zehn Menschen seien bei dem Bombenattentat auf sein Auto getötet worden, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch mitgeteilt habe. Saleh habe sich nach dem Anschlag, bei dem er seinen Sohn an der Seite hatte, in einem Video gezeigt. Rund um den Anschlagsort im Herzen der Hauptstadt seien zerstörte Geschäfte und ein weites Trümmerfeld zu sehen gewesen. Nach Berichten von Augenzeugen soll die Autobombe explodiert sein, als der Vizepräsident in einem Konvoi auf dem Weg zur Arbeit war. Mehrere Leibwächter und viele Passanten seien verletzt worden. Selbst aus mehreren Kilometern Entfernung soll noch eine Rauchwolke zu erkennen gewesen sein. Die militant-islamischen Taliban hätten umgehend bestritten, hinter dem Bombenanschlag zu stecken.

Weißrussische Oppositionelle Kolesnikowa und Snak in Haft

Das Regime in Weißrussland verschärft seinen Kurs gegenüber Oppositionspolitikern, meldet kleinezeitung.at. Zwei Tage nach der Festnahme von Maria Kolesnikowa wurde der Anwalt Maxim Snak am Mittwoch in Gewahrsam genommen. Ermittelt werde in beiden Fällen wegen des Versuches, „die sozio-politische und wirtschaftliche Lage des Landes zu destabilisieren und die nationale Sicherheit zu untergraben“, hätten die Ermittler mitgeteilt.

Kolesnikowa und Snak, die nach Angaben der Opposition beide in Minsk verschleppt worden waren, drohten fünf Jahre Gefängnis. Die Oppositionsführerin befinde sich derzeit in einem Gefängnis in der Hauptstadt Minsk. „Maria ist guter Laune, bereit zum Kampf“, habe ihre Anwältin Ljudmila Kasak der Nachrichtenagentur AFP gesagt und hinzugefügt: „Sie bestätigt, dass sie ihren Reisepass zerrissen hat, um in Weißrussland bleiben zu können.“

Snak sei nach Angaben seiner Unterstützer am Mittwoch von maskierten Männern abgeführt worden. Augenzeugen hätten berichtet, dass der 39-Jährige in der Nähe seines Büros von mehreren Männern in Zivil und mit Masken mitgenommen worden sei. Der Anwalt sei Mitglied im Koordinierungsrat der Opposition, der eingerichtet worden war, um einen friedlichen Machtwechsel in Belarus durchzusetzen.

Zusammen mit der 72-jährigen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch war Snak der letzte Vertreter des Koordinierungsrates, der noch auf freiem Fuß war. Alexijewitsch habe am Mittwoch ihrerseits bekannt gegeben, dass versucht werde, sie einzuschüchtern. Unbekannte Männer in Zivil stünden vor ihrem Wohnblock und würden ständig klingeln. Auch entsprechende Telefonanrufe soll sie bekommen haben.

Nachdem am Mittwoch Unbekannte vor der Wohnung von Alexijewitsch in Minsk aufgetaucht waren, hätten sich europäische Diplomaten zu einem Blitzbesuch bei der weißrussischen Literaturnobelpreisträgerin eingefunden.

Neues Feuer in Moria ausgebrochen

In dem durch mutmaßlich koordinierte Brandstiftungen großteils zerstörten Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist am Mittwochabend ein neues Feuer ausgebrochen, meldet orf.at. In der Nacht zum Donnerstag habe es laut einem AFP-Fotografen in einem Teil des Lagers gebrannt, der von der vorangegangen Brandkatastrophe nur wenig betroffen war. In der Nacht zuvor waren in Griechenlands größtem Flüchtlingslager bekanntlich mehrere Feuer nahezu zeitgleich ausgebrochen. Die Einrichtung, in der zu diesem Zeitpunkt rund 12.700 Menschen untergebracht gewesen seien, war großteils zerstört worden. Am Mittwochabend seien nach neuen Angaben der Behörden noch immer mindestens 3.500 Flüchtlinge obdachlos gewesen.

Für die Obdachlosen werde fieberhaft nach Unterkünften gesucht, habe Migrationsminister Notis Mitarachi gesagt. Zur Ursache der Brandkatastrophe hätte Mitarachi zuvor erklärt: „Die Feuer brachen aus, als die Asylwerber gegen die verhängte Quarantäne protestierten.“

Zwei Tote bei Protesten gegen Wasser-Vertrag in Mexiko

Bei Protesten gegen ein jahrzehntealtes Wasser-Abkommen mit den USA sind im Norden Mexikos zwei Menschen ums Leben gekommen, meldet kleinezeitung.at. Nach der Festnahme von drei Personen im Bundesstaat Chihuahua hätten Bewaffnete auf eine Polizeipatrouille geschossen, habe die Nationalgarde am Mittwoch mitgeteilt. Die Beamten hätten daraufhin das Feuer erwidert.

Nach dem Gefecht seien laut Nationalgarde in einem Auto eine tote und eine verletzte Person entdeckt worden. Die verletzte Person sei später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Zuvor hätten sich Landwirte Auseinandersetzungen mit der Nationalgarde geliefert und schließlich die Kontrolle über zwei Stauseen übernommen.

Die Proteste hätten sich gegen den Internationalen Wasser-Vertrag von 1944 gerichtet, der die gemeinsame Nutzung der Flüsse Rio Bravo und Colorado River zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten regele. Die Bauern wollten den USA in diesem Jahr nicht die vereinbarte Wassermenge überlassen. Aufgrund der Dürre würden sie befürchten, nicht genug Wasser für ihre eigenen Felder zu haben.

USA entziehen Chinesen mehr als 1.000 Visa

Die Vereinigten Staaten haben wegen Sicherheitsbedenken mehr als 1.000 Visa für chinesische Staatsangehörige widerrufen, meldet orf.at. Betroffen seien „bestimmte chinesische Doktoranden und Forscher, um zu verhindern, dass sie sensible Forschung stehlen oder sich auf andere Weise aneignen“, habe Chad Wolf, Leiter des US-Ministeriums für innere Sicherheit (DHS) gestern mitgeteilt.

Er habe China der Industriespionage und des Missbrauchs von Studentenvisa bezichtigt, um unter anderem Forschungsergebnisse bezüglich des Coronavirus zu stehlen. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums habe gesagt, die Maßnahme werde als Teil der Reaktion der USA auf Chinas demokratische Beschränkungen in Hongkong ergriffen, die Präsident Donald Trump am 29. Mai angekündigt hatte. Rund 360.000 chinesische Staatsangehörige studieren in den USA, was den Hochschulen erhebliche Einnahmen einbringe.

Söders Merkel-Empfang kostete 120.000 Euro

Am 14. Juli hatte bekanntlich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Kanzlerin auf Schloss Herrenchiemsee zur Teilnahme an der Kabinettssitzung im Spiegelsaal empfangen. Die bayerische Kabinettssitzung Mitte Juli auf der Insel Herrenchiemsee mit Kanzlerin Angela Merkel hat knapp 120.000 Euro gekostet, meldet n-tv.de. Das gehe aus einer Antwort der Staatskanzlei auf eine Anfrage der AfD im Landtag hervor. Da die Insel für den Tag für alle anderen Besucher gesperrt worden war, gehe man zudem von etwa 7000 Euro Einbußen bei den Eintrittsgeldern aus, heiße es in der Antwort. Rund 270 Polizisten seien zur Sicherung der Veranstaltung rund 2000 Einsatzstunden im Einsatz gewesen. „Um der hohen Ehre der Teilnahme der Bundeskanzlerin und dem thematischen Anspruch an die Sitzung gerecht zu werden, fand die Sitzung auf Herrenchiemsee statt“, habe es zur Begründung für den ungewöhnlichen Ort geheißen.

­Deutschland warnt vor Reisen nach Prag, Genf und Korsika

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen, meldet orf.at. Betroffen seien den Mitteilungen von gestern Abend zufolge etwa Prag, Genf, Dubrovnik oder die Insel Korsika.

So seien bereits bestehende Reisewarnungen für Teile von Frankreich ausgeweitet worden. Wegen der hohen Infektionszahlen werde nun auch vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Ile-de-France, Provence-Alpes-Cote-d’Azur, Auvergne-Rhones-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor hätten wegen der gestiegenen Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Ile-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Cote d’Azur an der Mittelmeerküste gegolten.

Ebenso habe Deutschland nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt gewarnt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag stehe jetzt mit auf der Liste. Zudem kämen weitere Gebiete in Kroatien hinzu: Dubrovnik-Neretva und Pozega-Slawonien. Zuvor seien bereits die Regionen Zadar, Sibenik-Knin sowie Split-Dalmatien betroffen.

Tschechien: Maskenpflicht in Innenräumen

Der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech gab bekannt, dass von heute an landesweit eine Maskenpflicht in allen Innenräumen außerhalb der eigenen Wohnung gelte, meldet orf.at. Betroffen davon seien auch Büros, nicht aber Klassenzimmer. Ausgenommen seien unter anderem Kinder unter zwei Jahren. Bereits zuvor habe in öffentlichen Verkehrsmitteln wieder eine Maske getragen werden müssen.

Tschechien hatte zuvor einen „Rekordwert“ an positiven Testergebnissen bekannt gegeben. Bisher seien in dem Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern insgesamt 441 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion registriert worden.

Hat die Afrikanische Schweinepest Deutschland erreicht?

In Deutschland gibt es einen amtlichen Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest, meldet deutschlandfunk.de. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitgeteilt habe, gehe es bei dem Fall um einen Wildschweinkadaver, der im Spree-Neisse-Kreis in Brandenburg wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden worden sei. Eine Probe werde jetzt im Friedrich-Loeffler-Institut virologisch untersucht. Über das Ergebnis werde Ministerin Klöckner heute informieren. In Polen gebe es schon seit einiger Zeit Fälle der Seuche.

Für Menschen sei die Schweinepest ungefährlich, für Haus- und Wildschweine hingegen tödlich. Die Krankheit werde von Wildschweinen übertragen und ist bei Schweine-Züchtern gefürchtet. China und andere asiatische Länder sollen in der Regel Importverbote für Fleisch aus Regionen verhängen, in denen die Seuche festgestellt wurde. Deutschland gilt als einer der größten Schweinefleisch-Exporteure Europas.

Bundesweiter Probealarm am ersten Warntag

In Deutschland findet heute ein bundesweiter Probealarm statt, meldet deutschlandfunk.de. Um 11 Uhr sollten verschiedene Warnmöglichkeiten für den Katastrophenfall getestet werden, etwa Sirenen, Durchsagen per Lautsprecher, Mitteilungen über soziale Medien und Warn-Apps, aber auch Informationen in Radio- und Fernsehprogrammen. Bund und Länder wollten demnach das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Kommunikation in Notlagen erhöhen und die Funktionsfähigkeit der Warnwege testen. Seit drei Jahrzehnten habe es einen solch umfassenden Probealarm nicht mehr gegeben. Künftig sei diese Übung aber jährlich vorgesehen, und zwar jeweils am zweiten Donnerstag im September.

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